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Erlebnisbad wird modernisiert : Badespaß mit dem Gefühl des freien Falls

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Einzigartige Rutschenlandschaft, neue Ruhebereiche und andere Neuerungen: Dünen-Therme in St. Peter-Ording wird für rund elf Millionen Euro saniert. Bis zum Beginn der nächsten Sommersaison soll alles fertig sein.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2013 | 08:00 Uhr

St. Peter-Ording | Ob Turbo-Rocket, Aqua-Racer oder Wildwasserrutsche. Die drei neuen Attraktionen der Dünen-Therme in St. Peter-Ording sind von dessen Leiter Georg Römer und dem technischen Nils Koch bereits angerutscht worden, wie sie es selbst beschreiben. Badehose statt Schlips und Kragen, hieß es für die beiden Mitarbeiter der Tourismus-Zentrale (TZ), als sie unlängst quer durch die Bundesrepublik reisen mussten – auf der Suche nach besonderen Angeboten für das Erlebnisbad. Rund elf Millionen Euro werden derzeit in die Therme investiert.

Die Augen von Georg Römer strahlen beim Blick auf die Baupläne und fotorealistischen Grafiken an den Wänden und auf den Tischen. In seinen Gedanken ist die Sanierung schon beendet. Doch der Leiter des St. Peteraner Gesundheits- und Wellnesszentrums weiß, dass bis zur Fertigstellung noch einige Monate ins Land gehen werden. Noch bestimmen Beton und Stahlgerüste das Bild. Auf allen Ebenen sind Handwerker im Einsatz. „Der Winter war zu lang, deshalb sind zeitlich etwas in Verzug“, erläutert Nils Koch. Der technische Leiter der Therme beobachtet den Baufortschritt von seinem Büro aus. Sein Blick fällt auf den 16 Meter hohen Rutschenturm, der von außen mit Lärchenplanken bestückt wird. Im Innern liegen bereits die ersten Fliesen, die demnächst verlegt werden sollen. Im Außenbereich sind Arbeiter damit beschäftigt, die farbigen Röhren für die Rutschen zusammenzuschrauben. Nicht weniger als 95 Meter lang wird die Reifenrutsche (Aqua-Racer) sein, die Wildwasserbahn soll sogar 120 Meter Länge messen und ins Außengelände führen. Für Wasserratten ab zwölf Jahren wird die Turborutsche mit Raketenstart (Turbo-Rocket) sein, die mit einem Gefälle von 70 Prozent beginnt. „Das gleicht dem Gefühl des freien Falls“, so Römer.

Der Kern der Dünen-Therme stammt aus dem Jahr 1968, eine Erweiterung folgte zuletzt 1997 zum Freizeit- und Erlebnisbad. „Es bestand dringender Handlungsbedarf, das Bad zu sanieren und attraktiver zu gestalten“, sagt Thermen-Chef Römer. „Wertvolle Hinweise erhielten wir durch eine Gäste-Umfrage.“ Aus der Erhebung ging ebenfalls hervor, dass rund 90 Prozent der Besucher das Bad touristisch nutzen. Aber auch, dass es innerhalb des Komplexes immer wieder zu Zielgruppenkonflikten komme. Aus diesem Grund wurden insbesondere die Bedürfnisse von anspruchsvollen Genießern, sogenannten Best-Ager sowie Familien mit Kindern berücksichtigt: großzügige Ruhebereiche, lichtdurchflutete Architektur mit Blick auf die Nordsee sowie eine separate Rutschenlandschaft. Rund 200 000 Besucher nutzen jährlich die Therme, 70 000 Besucher werden in der attraktiven Saunalandschaft registriert. Neben den Touristen nutzen auch viele Einheimische aus der gesamten Region das besondere Angebot in dem Eiderstedter Kurort.

„Die besondere Herausforderung liegt darin, die Sanierung und Erweiterung im laufenden Betrieb zu realisieren“, sagt Nils Koch. „Bei einem ähnlichen Projekt in Grömitz ist jetzt die Therme für zwei Jahre geschlossen worden“, fügt Bauleiter Frank Hüning. „Das wollten und konnten wir vermeiden“, ist Koch fast ein bisschen stolz auf die Planung und Umsetzung. Barrierefreier Eingangsbereich, Nationalpark-Haus, neues Dach und neue Decke, energieeffiziente Technik mit Blockheizkraftwerk, modernisierter Umkleidebereich und eine Erweiterung des Parkhauses auf nahezu 200 Stellplätze sind bereits umgesetzt worden. Zum Herbst sollen die neuen Rutschen für die Besucher freigegeben, im Winter dann die bisherige Rutsche zurückgebaut und das Wellenbad modernisiert werden.

Seit einem Jahr wird gebaut. Bis zu Beginn der nächsten Sommersaison soll alles fertig sein. Bis dahin sind dann rund elf Millionen Euro verbaut worden. Sechs Millionen Euro davon übernimmt die Gemeinde St. Peter-Ording selbst. Überdies unterstützen das Land und die EU das Projekt finanziell.

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