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Husum Bad : Badegäste sollen sich sicher fühlen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach der Belästigung zweier Mädchen hat das Husum-Bad nun sein Sicherheitskonzept erweitert – und setzt zugleich auf Information. Plakate und Flyer zu Verhaltensregeln in sechs Sprachen sollen dabei helfen.

Dass es vergangene Woche im Husum-Bad zur Belästigung von zwei Mädchen gekommen ist, hat die Geschäftsführung der Stadtwerke alarmiert. Umso mehr, weil der Betreiber des Bads sich seit geraumer Zeit mit Übergriffen ähnlicher Art in anderen Bädern befasst und bereits Vorsorgemaßnahmen ergriffen hat. „Uns ist es wichtig, dass sich alle Gäste – egal welcher Herkunft – sicher fühlen“, sagt Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Im Husum-Bad hängt seit Wochen ein Plakat mit bildlich sehr klar dargestellten Ethik- und Benimmregeln. Zudem gibt es Aushänge in arabischer, russischer, türkischer, englischer, französischer und deutscher Sprache: Auch diese beschreiben, was in deutschen Bädern gilt. „Unser Badpersonal ist qualifiziert und im Umgang mit sensiblen Situationen speziell geschult“, so Kretschmann, „erst kürzlich fand wieder ein Seminartag dazu statt.“ Über die vorgeschriebene Aufsicht hinaus finden im Bad zudem seit geraumer Zeit die regelmäßigen Rundgänge durch die Saunen, die Schwimmhalle, die Umkleiden und Toiletten in verkürzten Abständen statt. Spezielle Hinweise auf installierte Kameras sollen potenzielle Straftäter abschrecken. „Die Kollegen im Bad sind sehr wachsam. Aber sie können ihre Augen nicht überall zugleich haben.“ Kretschmann bittet daher die Badegäste, zu melden, wenn ihnen etwas seltsam vorkommt. Dann könne in den meisten Fällen Missverständnisse aufgeklärt oder ein Delikt noch verhindert werden. Jede Art von Missachtung geltender Regeln würde konsequent zu Anzeigen bei der Polizei und Hausverbot führen.

„Es handelt sich immer um Einzelne, die unangenehm auffallen – ob deutsche oder ausländische Badegäste“, ergänzt Michael Jordt, Leiter des Husum-Bads. Aktuell erschweren diese die Integration ganzer Herkunftsgruppen. Denn im Fall der beiden Mädchen ist die Täterfrage seines Wissens nach noch offen. Jordt weiß von Kollegen anderer Bäder, dass sich manch junger Mann aus einem anderen Kulturkreis schwer tut mit dem Anblick knapp bekleideter Frauen und den Anweisungen weiblichen Aufsichtspersonals. „Aber sie müssen unsere Kultur kennenlernen und lernen, mit unseren Freiheiten umzugehen. Dabei wollen wir ihnen helfen“, betont er.

Dazu stehen die Stadtwerke mit dem Flüchtlingsbeauftragten des Kreises und der Stadtverwaltung in engem Kontakt. Ziel des Austauschs ist es, sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln, die ein friedliches und sicheres Miteinander fördern. „Geplant sind bereits Infoveranstaltungen im Bad, in denen wir Ankommende aus fremden Kulturen mit unseren Gepflogenheiten vertraut machen wollen“, sagt Jordt.

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erstellt am 11.Feb.2016 | 09:00 Uhr

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