Husums neues Hallenbad : Bad-Bau: Argumente gegen den Porrenkoog

Dies ist nicht der architektonische Grundriss des geplanten Bades: Die Grafik zeigt nur, welche Angebote das Schwimmbad bereithalten soll.
Dies ist nicht der architektonische Grundriss des geplanten Bades: Die Grafik zeigt nur, welche Angebote das Schwimmbad bereithalten soll.

Die Husumer Verwaltung erklärt, warum der Obi-Standort aus ihrer Sicht die beste Wahl ist.

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22. Juni 2018, 08:00 Uhr

Bevor die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses am Mittwoch mit zwei Gegenstimmen beschlossen, dass das neue Hallenbad im Gewerbegebiet gebaut werden soll (wir berichteten), diskutierte das Gremium noch einmal heftig über die Vor- und Nachteile dieses Standorts im Vergleich zum Porrenkoog.

Als Befürworterin des Letztgenannten versuchte Isabell Thomas zu erläutern, warum der Bau aus Sicht der WGH dort durchaus möglich ist – sie wurde in ihren Ausführungen allerdings immer wieder von Ulf von Hielmcrone unterbrochen. Der SPD-Politiker, der die Gegenposition vertrat, polterte der Politikerin im Verlauf der Sitzung mehrfach derart polemisch dazwischen, dass sich sein Genosse, Ausschussvorsitzender Peter Empen, genötigt sah, einen friedlichen Umgangston anzumahnen.

Aber nun zum Inhalt der Debatte: Für die Stadtverwaltung erklärte Bauamtsleiter Jörg Schlindwein, warum ein Badbau auf dem Porrenkoog-Parkplatz aus Sicht der Verwaltung „fast unmöglich“, aber auf jeden Fall extrem teuer sei. Derzeit schließe die Verwaltung mit der Deutschen Bahn einen Vertrag über die Verlegung des Bahnüberganges am Dockkoog ab. Dadurch wird die Trasse künftig durch das städtische Porrenkoog-Grundstück führen, so dass nicht mehr genug Platz für ein Bad vorhanden sei, so Schlindwein. Außerhalb des städtischen Grundstückes zu bauen sei wiederum schwierig, weil dort das Landschaftsschutzgebiet beginnt.

Komplett überzeugen ließ sich die WGH nicht – zumindest aber hätten sich die Mitglieder der Wählergemeinschaft gewünscht, dass ihr Wunsch-Standort von einem unabhängigen Gutachter geprüft worden wäre. Schließlich habe die Verwaltung von Anfang an Vorbehalte gegen den Porrenkoog gehabt, kritisierte Helmut Stemke. Das wiederum wies Bürgermeister Uwe Schmitz von sich: „Sie nehmen doch nicht an, dass wir einen Standort vorsätzlich derart schlecht rechnen, dass er im Ranking letzter wird?“


Fakten zum Badbau

Kosten: Im Moment rechnet die Verwaltung mit Baukosten von rund 22 Millionen Euro. Ob für den Bau des Bades Fördermittel eingeworben werden können, steht in den Sternen. Hauptkostenfaktor eines Bades sind allerdings nicht die Bau-, sondern die Betriebskosten, so Bad-Experte Christian Kuhn: Von den Gesamtkosten, die während der Lebensdauer eines Hallenbades (ungefähr 40 Jahre) anfallen, machen die Investitionskosten rund 25, die Betriebskosten aber 75 Prozent aus. Defizitär ist so ein Schwimmbad fast immer, in Husum rechnet man künftig mit einem jährlichen Fehlbetrag zwischen 800 000 bis weit über einer Million Euro (je nachdem, wen man fragt).

Gästezahlen: 2015 haben rund 100 000 Besucher das jetzige Hallenbad besucht, im neuen sollen es 230 000 Badegäste im Jahr werden. Die Zahl der Sauna-Besucher soll sogar von 23 000 auf 60 000 gesteigert werden.

Bauzeit: Kuhn spricht von einem Jahr Planungs- und zwei Jahren Bauzeit.

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