Husum/Schwesing : Bachblyten-Festival: Goa-Feeling am Flugplatz

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Tobias Laukien und Freundin Janina Buch arbeiten am Bühnenbild mit, das dieses Jahr unter dem Motto „Zeitreise“ steht.

Tobias Laukien und Freundin Janina Buch arbeiten am Bühnenbild mit, das dieses Jahr unter dem Motto „Zeitreise“ steht.

Rund 3000 Besucher werden vom 12. bis 14. Juli auf dem Flugplatz Husum-Schwesing erwartet.

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10. Juli 2019, 17:40 Uhr

Husum | Karsten Preik schlendert über das Gelände unweit der Start- und Landebahn des Schwesinger Flugplatzes. Eine Schaukel ragt hinter einer kupferfarbenen Kabelrolle – die mindestens drei Meter hoch ist – hervor. Die hölzernen Bauten, die vereinzelt auf der Wiese stehen, wirken noch nicht vollkommen. 

Bis Freitag soll sich das geändert haben. Vom 12. bis 14. Juli  werden auf dem Bachblyten-Festival rund 2500 bis 3000 Besucher erwartet, die auf der Wiese zu elektronischer Musik feiern.

10 Jahre Bachblyten-Festival

In diesem Jahr sei ein „bisschen mehr“  für die Veranstaltung vorzubereiten, so der Veranstalter Karsten Preik. Der Grund: Das Festival für Fans von Techno, Deephouse, Techhouse sowie Psychedelic und Progressive Trance begeht seinen zehnten Geburtstag. „Das muss man erstmal hinlegen“, sagt Preik stolz.

Zum Jubiläum habe man mehr internationale Musiker eingeladen, als in den Jahren zuvor. Aus Brasilien reist Alex Stein an, aus den Niederlanden Secret Cinema und aus der spanischen Stadt Girona der Künstler Dosem. Insgesamt treten rund 80 DJ’s und Live-Acts auf drei verschiedenen Tanzflächen (Floors) auf. Musikalische Höhepunkte des Festivals seien unter anderem die Szene-Größen Moonbootica, Atmos und Slackjoint.

Neben dem „Herzstück“ des Festivals, der Musik, sollen die Besucher auch Theaterstücke, Kleinkünstler und Feuershows bewundern können.  Auf dem Schwesinger Flugplatz können zudem Rundflüge über das  Gelände und  die Nordseeküste gebucht werden, sagt Karsten Preik.

Dekoration unter dem Motto „Zeitreise“

Das Podest, eingerahmt von Traversen, ist schon für die Künstler aufgebaut. Neben der Hauptbühne steht eine weitere Übersee-Kabelrolle, die zur Hälfte mit Holzbrettern verschalt ist. „Hier soll eine große Uhr entstehen“, sagt der 50-Jährige und zeigt auf den Bau. Im Inneren der Trommel sind LED-Lichter eingelassen, die einen Sternenhimmel darstellen sollen.

Diese Übersee-Kabelrolle will das Aufbau-Team  in eine Uhr mit mechanischen Zeigern und Sternenhimmel verwandeln.
Susanne Link

Diese Übersee-Kabelrolle will das Aufbau-Team  in eine Uhr mit mechanischen Zeigern und Sternenhimmel verwandeln.

 

Passend zum Jubiläum ist das diesjährige Motto „Zeitreise“, was sich nicht nur auf dem Flyer wiederfinden soll, sondern auch in der Dekoration.  Schaukel-Sofas, mechanische Zahnräder und  eine Bar in einem hölzernen Schiff – für die rund 30 Bastler, Techniktüftler und Lichtkünstler, die freiwillig beim Aufbau helfen, war in diesem Jahr einiges zu tun. „Aus Erfahrung, weiß ich, dass es zum Ende doch ein bisschen stressig wird.“

Obwohl der Abend schon angebrochen ist, sind Tobias Laukien und seine Freundin Janina Buch noch mit einer Konstruktion beschäftigt. Schon zwei Wochen vor dem Start des Festival ist das Aufbau-Team Tag und Nacht vor Ort. Rechts neben der Hauptbühne übernachten sie in einem Camp, aufgebaut aus Zelten, Wohnwagen und Sitzgelegenheiten. Die strahlenden Gesichter der Besucher, die sich über die Dekoration freuen, seien ein toller Lohn für die Arbeit, sagt Buch.

Verkehrskontrollen zur An- und Abreise

In den vergangenen Jahren hat die Polizei bei Kontrollen zur An- und Abreise mehrere Delikte wegen Drogenbesitzes, Alkohol am Steuer und Verstößen gegen das Waffengesetz festgestellt. Ein Thema, das den Veranstalter Karsten Preik nicht erfreut, aber eines das auf Festivals nicht unüblich sei.

Wir tolerieren das Individuum – jeder soll machen, was er will. Karsten Preik, Veranstalter
 

Er stellt jedoch klar: „Dealer wollen wir hier nicht.“ Zudem betont er, dass das Festival ein friedliches Fest sei, auf dem keine Schlägereien oder Ähnliches passieren würden. Das bestätigt auch der zuständige Einsatzleiter der Polizei Husum, Dirk Jacobsen: „Wir werden auf der Veranstaltung fast nicht gebraucht.“ Bei der An- und Abreise werden aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre jedoch Verkehrskontrollen stattfinden. 

Einen „Vertrauensbonus“ genießt die dreitägige Veranstaltung  beim Ordnungsamt Viöl, dessen Leiter Heiko Sönksen die gute Zusammenarbeit lobt. Es bedarf keiner Vorbesprechung mehr, sondern lediglich den Abnahmetermin einen Tag vor  Veranstaltungsbeginn. Erfüllt werden müssen diverse Auflagen – von der  Einzäunung bis hin zu den Toilettenwagen. 

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