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Husumer Nachrichten

21. August 2017 | 08:56 Uhr

Kinder staunen : Baby als Unterrichts-Objekt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Schüler an der Horstedter Grundschule beobachten seit längerem die Entwicklung eines Säuglings. Yvonne Gottschlich kommt einmal in der Woche mit ihrer Tochter Jona in die Schule. Die Kinder sind begeistert und freuen sich immer auf den Besuch.

Auf leisen Sohlen marschieren die zwölf Schüler der dritten Grundschulklasse Horstedt, Außenstelle der Gemeinschaftsschule Mildstedt, in ihr Klassenzimmer. Sie werden schon erwartet. Yvonne Gottschlich sitzt mit ihrer acht Monate alten Tochter Jona auf dem Fußboden. Die Kleine schläft tief und fest im Arm ihrer Mutter. Mit Klassenlehrerin Kathrin Klinck scharen sich alle im Kreis um beide. Sie beobachten was passiert. Einmal in der Woche findet das oprojekt Babybeobachtung statt. „Warum schläft Jona“, fragt Boyke nach. „Sie ist ziemlich schlapp, weil sie heute Nacht Fieber hatte“, antwortet ihre Mutter. Plötzlich wird Jona wach, fängt an zu schreien. Es kostet Zeit, bis Yvonne Gottschlich sie beruhigen kann. „Wie würde es euch gehen, wenn ihr krank seid?“, will die Klassenlehrerin wissen. „Ich möchte in Ruhe gelassen werden“, antwortet Lena spontan. „Lass sie doch schlafen“, rät Jendrik der Mutter. Doch das gelingt nicht mehr. Nach einigem „Kampf“ schafft sie es, Jona ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und mit Spielen abzulenken. Kevin staunt: „Sie kann ja schon krabbeln.“ Da er sie zwei Wochen nicht gesehen habe, falle ihm das auf. Eine halbe Stunde lang schauen die Kids genau hin, registrieren was Baby und Mutter machen, wie es ihnen gerade geht, welche Emotionen sich zeigen und wie sie damit umgehen. Nebenbei erleben sie hautnah, wie das Kind von Woche zu Woche wächst und sich entwickelt.

Die speziell für das Projekt geschulte Pädagogin stellt den Kindern Fragen. Umgekehrt dürfen auch sie Lehrerin und Mutter fragen oder ihre Feststellungen äußern. „So werden die Sinne der Kinder geschärft. Das wirkt sich auch positiv auf den Umgang miteinander aus“, berichtet die Klassenlehrerin. Sinn und Zweck sei es, Feinfühligkeit und Empathie zu fördern, um damit Ängsten und Aggressionen präventiv entgegenzuwirken. Für viele Einzelkinder sei das oft die einzige Möglichkeit, die Entwicklung eines Babys kontinuierlich zu beobachten. Nun sucht die Schule aber ein neues Mutter-Kind-Gespann. Info: 04846/6787 (Schule).

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erstellt am 30.Aug.2013 | 19:00 Uhr

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