Konzertreigen : Ba-Rockt: Eine Stadt ehrt ihren Sohn

Schüler der Theodor-Storm-Schule besuchten auch den aktuellen Marien-Kantor Kay Krakenberg.
Schüler der Theodor-Storm-Schule besuchten auch den aktuellen Marien-Kantor Kay Krakenberg.

In Konzerten und Ausstellungen erinnern Lions, Theodor-Storm-Schule und Husumer Nachrichten an den Barock-Komponisten Nicolaus Bruhns. Zum 350. Geburtstag soll darüber hinaus eine Grafikmappe erscheinen.

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10. Juli 2015, 07:00 Uhr

Schon zu Lebzeiten hatte sich Nicolaus Bruhns (1665-1697), der von 1689 bis zu seinem frühen Tod Organist an der Husumer Stadtkirche (St. Marien) war, als exzentrischer Orgelvirtuose einen Namen gemacht. Sein Orgel- und Kantaten-Werk gehört heute zum Standardrepertoire barocker Konzertprogramme in ganz Europa und in den USA. So finden anlässlich des 350. Geburtstags des gebürtigen Schwabstedters vielerorts Konzerte statt. Auch in Husum wird das Jubiläum mit einer Veranstaltungsreihe gefeiert.

„Wir möchten Nicolaus Bruhns mit einem besonderen Projekt im kulturellen Gedächtnis der Stadt wieder mehr Geltung verschaffen“, erklärt Jan Hahn, Lehrer an der Theodor-Storm-Schule (TSS). Vor einem Jahr gab er den Anstoß zu einem Projekt, für das sich nach und nach immer mehr Kulturschaffende der Region interessierten. „Unser Ziel ist es, als Schule in das kulturelle Leben der Stadt hinein zu wirken und Impulse zu setzen“, sagt Hahn.

Mit Herbert Jannusch und Uwe Nissen als Vertreter der beiden Husumer Lions-Clubs hat er tatkräftige Mitstreiter gefunden und die „Initiative Nicolaus Bruhns“ ins Leben gerufen. Seitdem sind zahlreiche Unterstützer, wie zum Beispiel die Gesellschaft für Alte Musik SH (GAM) eingestiegen, um die Sache voranzutreiben. Unter anderem wurde ein Gestaltungswettbewerb ins Leben gerufen, der Nicolaus Bruhns ein Gesicht geben sollte. Es existiert nämlich kein verlässliches Porträt des Komponisten. Die Wettbewerbsbeiträge der Preisträger sollen im Rahmen eines Themenabends der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Dieser Themenabend wird von der Musikprofilklasse des 10. Jahrgangs der TSS gestaltet. In den vergangenen Monaten stöberten die Schüler in Archiven, interviewten Musikwissenschaftler und Experten für Alte Musik, untersuchten Jahrhunderte alte Abschriften und beschäftigten sich mit Leben und Werk des Komponisten. Der Themenabend mit dem Titel „Ba-Rockt!“, der am Donnerstag, 16. Juli, 18 Uhr, im Schloss vor Husum stattfindet, ist von den Schülern als Einführung für das große Festkonzert geplant, das am selben Tag von 20 Uhr an in der Marienkirche erklingt.

Der TSS-Oberstufenchor und der Leipziger Kammerchor „ensemble avelarte“ gestalten gemeinsam mit dem Barock-Orchester „Nicolaus-Bruhns-Consort“ einen Konzertabend, der von Guido Mattausch (Leipzig) und Jens Wielert (TSS) geleitet wird. Neben dem Kantatenwerk des Komponisten werden auch Teile seines berühmten Orgelwerks erklingen. An der Orgel sitzt der Bruhns-Nachfolger Stadtkantor Kai Krakenberg.

Am 17. Juli erklingt das Konzert unter dem Titel „Stylus Phantasticus“ dann noch einmal – in der Taufkirche des Komponisten in Schwabstedt. Diesmal verbunden mit einer Lesung des Schauspielers Wolfgang Berger sowie einer Tanzperformance, choreografiert von Stela Korljan, die bis 2010 Ballett-Direktorin am Schleswig-Holsteinischen Landestheater war.

Karten für sämtliche Veranstaltungen sind im Kundencenter der Husumer Nachrichten, Markt 23, und in der Schlossbuchhandlung, Schlossgang 10, erhältlich. Für November plant die Redaktion der Husumer Nachrichten aus Anlass des Bruhns-Jubiläums die Auflage einer Grafikmappe mit dem Titel „Melodie einer Landschaft“. Mitwirkende sind Friedel Anderson, Otto Beckmann, Falko Behrendt, Hans-Ruprecht Leiß und Manuel Knortz. Diese Mappe soll – verbunden mit einem weiteren Konzert – sowie den Schülerarbeiten aus dem Gestaltungswettbewerb der Lions im November in St. Marien vorgestellt werden.

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