Kreispräsident enttäuscht : Autozug: Wenig Unterstützung aus Kiel

Der Syltshuttle in Fahrt.
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Der Syltshuttle in Fahrt.

In Sorge um die Versorgungssicherheit der Insel Sylt hat der Kreistag das Land in punkto Autozug-Trassenvergabe um Unterstützung gebeten. Nordfrieslands Kreispräsident ist enttäuscht über die Antwort aus Kiel.

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04. Juli 2015, 16:00 Uhr

„Das ist unerhört“, ärgert sich Heinz Maurus. Nordfrieslands Kreispräsident schimpft über ein „08/15-Schreiben“ aus dem Kieler Verkehrsministerium zur Trassen-Vergabe für den Autozug zwischen Niebüll und Westerland ab 2016. Es ist die Antwort von Staatssekretär Dr. Frank Nägele auf eine Resolution des nordfriesischen Kreistages an die Landesregierung. Die Abgeordneten hatten darin ihre Sorge um die künftige Versorgungssicherheit der Insel Sylt zum Ausdruck gebracht (wir berichteten).

Um den künftigen Bahnverkehr auf dem Hindenburgdamm bewerben sich die DB Autozug mit ihrem Syltshuttle und die Railroad Development Corporation. Von den beiden Unternehmen ist nach Einschätzung des Kreistages das Erstere geeignet und in der Lage, die Verkehre bedarfsgerecht abzuwickeln, das andere jedoch nicht. „Bei dieser Konstellation ist abzusehen, dass die Inselverkehre nicht reibungslos, umweltfreundlich und serviceorientiert abgewickelt werden können“, hatten fünf Fraktionen in ihrem Antrag festgestellt.

Darin wurde der Bundesverkehrsminister nachdrücklich aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Autozugverkehre von und nach Sylt auch in den kommenden Jahren in angemessenem Umfang abgewickelt werden können. „Unser Eindruck ist, dass das rechtliche Rahmenwerk dazu derzeit nicht geeignet ist“, so der Sylter Heinz Maurus (CDU). Deshalb müsse es überprüft werden. Das Land wurde gebeten, den Vorstoß zu unterstützen.

Während die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium noch aussteht, fällt jene aus der Landeshauptstadt nach Einschätzung des Kreispräsidenten „wenig zufriedenstellend“ aus. Das Land rechtfertige sich damit, dass die Entscheidung darüber, wer letztlich die Zugtrassen erhält, die DB Netz AG trifft – ohne Einflussnahme des Landes. „Denen muss doch aufgehen, dass wir ab Januar eine große Unsicherheit auf der Strecke haben“, sagt Maurus. Denn der eine Bewerber sei allem Anschein nach schon rein materiell wohl nicht in der Lage, die künftigen Verkehre in der nötigen Form abzuwickeln. Wenn das aber so sei, „dann darf es nicht den Zuschlag kriegen“, betont Maurus.

Sylt müsse auch in Zukunft über einen sicheren, bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Autozug-Verkehr versorgt werden. Weil das geltende Regelwerk dies nicht gewährleiste, habe sich der Kreis NF Unterstützung vom Land erhofft. Aber, so Maurus: „Die Zustandsbeschreibung ist zutreffend, jedoch das Problembewusstsein im Landesverkehrsministerium wohl noch nicht ausreichend geschärft, so dass ein lösungsorientiertes Vorgehen oder nachhaltige Unterstützung unserer Bemühungen von dort wohl eher nicht zu erwarten sind.“

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