Wirtschaftsrat Nordfriesland : Autonomes Fahren: Wirtschaftsrat der CDU debattiert Zukunftsthema

Viele offene Fragen warfen Martin Grundmann, Astrid Damerow, Wolfgang Bern und Ulrich Lages (v. l.) in den Raum.
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Viele offene Fragen warfen Martin Grundmann, Astrid Damerow, Wolfgang Bern und Ulrich Lages (v. l.) in den Raum.

Noch gibt es viele offene Fragen – das ist das Ergebnis einer Tagung des CDU-Wirtschaftsrates zum Thema Autonomes Fahren.

shz.de von
01. Januar 2018, 09:00 Uhr

„Es gilt doch noch etliche Probleme zu lösen, bis wir diese Technik anwenden können. Gut ist aber, dass wir das autonome Fahren erst einmal im geschützten Raum testen.“ Dieses Fazit zog die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow am Ende einer Veranstaltung zum Thema „Innovationstreiber Autonomes Fahren: Welche Rahmenbedingungen braucht ein Leitmarkt Deutschland?“. Dazu hatte der Wirtschaftsrat der CDU, Sektion Nordfriesland, ins Haus der Arge Netz in Breklum eingeladen.

„Flexible Mobilitätssysteme sind wichtig, auch für ländliche Regionen“, betonte Sektionssprecher Dr. Martin Grundmann zu Beginn und stellte die Referenten vor: Dr. Ulrich Lages ist Geschäftsführer der Firma Ibeo Automotive Systems und Wolfgang Bern vertrat das Unternehmen Paravan. Lages beschrieb den Stand der Forschung aus Sicht eines Entwicklers, Bern aus der Sicht eines Produzenten.

„Autonome Fahrzeuge dürfen sich in Deutschland derzeit nur mit höchstens acht Stundenkilometern in abgezäunten Gebieten bewegen. Vor 2030 wird sich daran nicht viel ändern“, erklärte Lages.

Er erinnerte an den Beginn der Forschungen zum autonomen Fahren. Bereits 2007 habe das US-Militär solche Fahrzeuge testweise durch menschenleere Stadtgebiete fahren lassen. Ibeo entwickelt und testet Systeme mit mehr als 40 Sensoren für die Umgebung – unter anderem für die Messung von Abständen und die Rundumsicht. Generell sei die Sensortechnik aber auf Jahre hinaus noch nicht ausgereift. Lages rechnet damit, dass Fahrschulen in zehn Jahren auch eine Ausbildung zum autonomen Fahren anbieten. „Dabei wird es anfangs auch Tote und Verletzte geben, die Unfallgefahr wird lediglich vermindert“, machte er deutlich.

„Wir bieten die Plattform für solche Fahrzeuge, danach sind sämtliche Aufbau-Varianten möglich. Spezielle Kundenwünsche können dabei berücksichtigt werden“, erklärte Wolfgang Bern vom Fahrzeugproduzenten Paravan.

Bereits 2016 hatte die Bundesregierung ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, das solche Entwicklungsprojekte unterstützen kann.

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