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Verkaufsoffener Sonntag : Automeile als Anziehungspunkt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei bestem Wetter fanden viele Besucher von Nah und Fern den Weg nach Husum. Und das, obgleich auch Flensburg mit einem verkaufsoffenen Sonntag lockte. Auf besonderes Interesse stieß die Automeile rund um die Tine.

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erstellt am 02.Mai.2017 | 08:00 Uhr

Endlich Sonnenschein! Das brachte zahlreiche Menschen aus dem ganzen Land auf die Straße. Viele von ihnen nahmen Kurs auf Husum, wo neben der Automeile auf dem Marktplatz ein verkaufsoffener Sonntag auf sie wartete. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Peter Cohrs, spricht im Interview über den Wettbewerb der Städte, antwortet auf die Frage, ob eine Automeile als Rahmenprogramm für einen verkaufsoffenen Sonntag ausreicht und bekräftigt sein Überzeugung, dass weniger oft mehr ist.

Der zweite echte Frühlingstag des Jahres: Genau das richtige für einen verkaufsoffenen Sonntag? Oder war das Wetter fast schon zu gut?

Das Wetter war klasse. Balsam für die Seele. Und keinesfalls von Nachteil für den verkaufsoffenen Sonntag. Im Gegenteil. Ich hatte den Eindruck, dass sehr viele Leute aus ganze Schleswig-Holstein das schöne Wetter genutzt haben, um zu uns nach Husum zu kommen. Ich hatte – ehrlich gesagt – mit weniger gerechnet.

Warum?

Weil die Kunden bei gutem Wetter manchmal einfach im Garten bleiben. Aber am Sonntag sind stattdessen eben viele nach Husum gekommen.

Wie viele Geschäfte haben mitgemacht?

50 bis 60.

Und wie viele hätten günstigstenfalls mitmachen können?

Sagen wir mal so: Außerhalb der Innenstadt hält sich das Interesse an einem verkaufsoffenen Sonntag in Grenzen. Insofern kann man sagen, das der gesamte Einzelhandel im Stadtkern mit dabei war.

Nun fehlt gerade diesem verkaufsoffenen Sonntag bis auf die Automeile ja so ein bisschen das Rahmenprogramm. Kann es sein, dass sich daran in Zukunft etwas ändert?

Nein, und dazu gibt es auch gar keinen Anlass. Die Automeile ist durchaus ein Anziehungspunkt für Menschen von Nah und Fern. Und das wird, denke ich, auch in Zukunft funktionieren. Das gute Wetter hat in diesem Jahr natürlich sein Eigenes dazu beigetragen. Um 12 Uhr war der Marktplatz schlagartig voller Menschen. Ich denke, das passt schon.

Flensburg hatte ebenfalls verkaufsoffenen Sonntag. Warum ist es so schwer, das zu koordinieren? Oder bleibt so eine Konkurrenz für Husum folgenlos?

Ach, ich glaube, so etwas kann man nicht koordinieren – gerade auch, weil die Städte miteinander im Wettbewerb stehen. Und natürlich schaut jeder, welche Wochenenden für diese Ereignisse besonders gut geeignet sind. Da gibt es einfach Konstellationen, die für alle gleichermaßen interessant sind. Im Gefolge kommt es zwangsläufig zu solchen Überschneidungen. Und solche langen Wochenenden veranlassen den einen oder anderen ja auch dazu, einmal ein, zwei oder drei Tage zu bleiben.

Ist das seitens des Hotel- und Gaststätten-Gewerbes tatsächlich zu verspüren, dass Menschen solche Veranstaltungen zum Anlass nehmen, ganze Wochenenden in Husum zu verbringen?

Ob der verkaufsoffene Sonntag allein die Leute veranlassen würde, übers Wochenende zu bleiben, lasse ich mal dahingestellt. Aber Tatsache ist, dass Husum als Stadt einiges zu bieten hat, und die Menschen immer wieder gern herkommen. Und wenn dann auch noch ein verkaufsoffener Sonntag mit Automeile hinzukommt, ist das sicher nicht nur für Tagestouristen interessant.

Wie machen Sie das eigentlich mit dem Personal? Sind das dieselben Menschen, die auch in der Woche im Hause sind, oder haben Sie für solche Sonntage „eiserne Reserven“?

Beides. Natürlich ist auch an solchen Tagen im Wesentlichen das Stammpersonal gefragt. Aber wir haben Wochenarbeitszeiten, und wenn solche Sonntage oder auch Abendveranstaltungen hinzukommen, dann muss das natürlich ausgeglichen werden. Das bedeutet aber nicht, dass am Montag alle frei machen können.

Wie wichtig sind Aktivitäten wie verkaufsoffene Sonntage für einen Einzelhandel, der sich zusehends der Konkurrenz durch das Internet-Geschäft ausgesetzt sieht?

Wir haben an allen vier verkaufsoffenen Sonntagen hohe Stunden-Umsätze. Insofern sind diese Veranstaltungen kaufmännisch gesehen natürlich sehr interessant. Aus meiner Sicht sind vier solche verkaufsoffener Sonntag pro Jahr für Husum allerdings auch vollkommen ausreichend. Es gibt ja Städte, die in dieser Hinsicht schon jetzt mehr machen oder künftig mehr machen wollen. Für Husum wäre das aus meiner Sicht nicht so günstig. Die Menschen wissen um die Attraktivität der Stadt und um die guten Geschäftsangebote hier  .  .  .

.  .  .  mit anderen Worten: Mehr könnte auch schon Überfrachtung sein?

Es kommt auf den besonderen Anlass an. Und wie der Name schon sagt, muss der für die Leute interessant sein. Bei den Hafentagen, beim Krokusblütenfest und bei den Krabbentagen brauchen wir da nicht lange reden. Und auch die Automeile entwickelt sich, wie schon gesagt, zu einem Anziehungspunkt. Es macht also gar keinen Sinn, ständig nach besonderen Anlassen zu suchen und die Ausnahme zur Regel zu machen. Was wir haben, kann sich sehen lassen. Das bestätigt nicht zuletzt die Resonanz. Interview: Rüdiger Otto von Brocken

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