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Hoher Schaden in Friedrichstadt : Automatenknacker auf Rundtour

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sechs Parkschein-Säulen in Friedrichstadt wurden aufgebrochen. Der Sachschaden ist beträchtlich. Vermutlich handelt es sich nicht um Täter aus der Region. Die Automaten sollen jetzt täglich geleert werden.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 10:30 Uhr

Immer mal wieder kam es in den vergangene Jahren vor, doch nun scheinen die Parkscheinautomaten-Knacker Friedrichstadt fest ins Visier genommen zu haben. Allein in diesem Jahr schlugen sie schon vier Mal zu. Dabei haben sie nicht immer nur einen Automaten aufgebrochen, nein, auch bei der jüngsten Aktion in der Nacht zu Mittwoch, brachen sie gleich sechs der stählernen Geräte auf. Dabei gingen sie nach Auskunft von Bürgermeister Eggert Vogt sehr professionell vor. Schließlich kappten sie bei den drei vorangegangenen Diebeszügen auch gleich die Stromzufuhr zu den Videokameras, was seinen Angaben nach nicht ganz einfach gewesen sein dürfte, denn an diesem Stromkreis hängen auch die Straßenlaternen – und das spricht für Profis.

Hinter dem jüngsten Beutezug vermutet der Stadt-Chef eine neue Gang, denn anders als in der Vergangenheit hätten die Täter nicht von der Seite das Gehäuse aufgebohrt, diesmal seinen sie direkt von vorn mit dem Bohrer ans Werk gegangenen. „Und, sie haben sich nicht um die Kameras gekümmert“, so Vogt.

Der Schaden für die Stadt ist enorm. Das zeigt sich allein an den Parkeinnahmen. Kassierte der Kämmerer im Vorjahr noch gut 78.000 Euro Parkgebühren durch die Automaten, sind es in diesem Jahr bisher erst rund 20.000 Euro. Das heißt aber nicht, dass die Beute so hoch ist. Das Problem für die Stadt: Ehe ein einmal geplünderter und beschädigter Automat wieder einsatzfähig ist, können schon mal drei Wochen vergehen. Und in dieser Zeit entfallen natürlich die Einnahmen. „Das ist ganz besonders in der Hochsaison ärgerlich“, sagt Vogt.

Bereits einmal haben sich die Kommunalpolitiker mit dem Problem befasst, doch waren sie zu keiner Lösung gekommen. Jetzt wird laut darüber nachgedacht, alle Parkscheinautomaten in der Stadt auf bargeldlose Bezahlung umzustellen. „Das wird eine Rieseninvestition, denn es reicht nicht, die Geräte auszutauschen. Wir müssen ja auch die Kabel verlegen“, erläutert Vogt. Aber langfristig, ist er überzeugt, werde sich das lohnen.

Neu beim jüngsten Diebeszug durch Friedrichstadt ist auch, dass die Täter nicht ausschließlich auf den außerhalb der Innenstadt gelegenen Großparkplätzen tätig geworden sind. Selbst der zentral am Marktplatz stehende Automat wurde geknackt. Jetzt stehen die beschädigten Geräte mit einem blauen Müllsack als Regenschutz nicht benutzbar herum. „Wir warten auf die Reparatur“, sagt Vogt. Besonders ärgerlich auch für die Stadt, eine Versicherung hat wegen der Diebstähle bereits in der Vergangenheit die Police gekündigt. „Und ob wir jetzt nach der jüngsten Aufbruchswelle eine neue finden, ist noch nicht sicher.“

Das Phänomen der Automatenaufbrüche ist aber bei weitem nicht auf Friedrichstadt beschränkt. Stefan Jung, Sprecher des Landeskriminalamtes der Polizei in Kiel, bestätigt, dass ab März,April eine Häufung dieser Delikte im Land beobachtet werde. Besonders würden die Täter dann in den touristischen Hochburgen, wie an der West- und Ostküste zu schlagen. Auch in diesem Jahr sei wieder eine Zunahme der Fälle beobachtet worden. Noch sei man mit den Ermittlungen nicht so weit, um von Bandenkriminalität sprechen zu können, doch sehe alles danach aus, dass es sich nicht immer ausschließlich um lokale Täter handele, so Stefan Jung.

Doch trotz der sechs defekten Automaten kann die Stadt Friedrichstadt weiter Einnahmen generieren, denn sie hat vor zwei Jahren das so genannte Handyparken eingeführt. Zudem gibt es viele ehrliche Touristen, die einen funktionierenden Automaten suchen, wie etwa das Ehepaar Kunze aus der Nähe von Hannover. „Es wäre aber schön, wenn neben dem Hinweis, dass der Automat defekt ist, auch eine kleine Wegeskizze zum nächsten funktionierenden Apparat angebracht wird.“ Um die Friedrichstädter Parksäulen für die kriminellen „Kleingeldsammler“ künftig unattraktiv zu machen, sollen sie ab sofort täglich geleert werden. „Darauf“, so unterstreicht der Bürgermeister, „sollen dann auch Aufkleber hinweisen.“

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