zur Navigation springen

Freude in Ostenfeld : Auszeichnung für Jugend-Freizeit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Verein „Zeltlager Arbeitsgemeinschaft Ostenfeld“ erhielt den Zukunftspreis des Landes, mit dem seit 2012 Projekte ausgezeichnet werden, die auf eine Stärkung des Umweltbewusstseins von Kindern und Jugendlichen zielen.

Das von Ute Babbe seit 1992 angebotene Zeltlager in Dänemark ist längst nicht mehr wegzudenken aus der Kinder- und Jugendarbeit in Nordfriesland. Mehr als 100 Kinder aus zumeist belasteten Familien nimmt Familie Babbe jedes Jahr in den Sommerferien mit auf Zeltplätze in ganz Dänemark, stets begleitet von 25 ehrenamtlichen Betreuern. Nun hat diese Idee endlich jene Auszeichnung erfahren, die es nach Ansicht der zahllosen Teilnehmer in den vergangenen zwei Jahrzehnten schon längst verdient hätte.

Tochter Jarla (23), die schon als Baby mit auf Reisen ging, später ins Betreuungsteam wechselte und seit 2013 den Vorsitz im neu gegründeten Verein „Zeltlager Arbeitsgemeinschaft Ostenfeld“ inne hat, erledigt mit ihrem eingespielten Team mittlerweile den Löwenanteil der Vorbereitungen für das Zeltlager. Sie war es auch, die vor wenigen Tagen in Kiel von Staatssekretärin Anette Langner den „Zukunftspreis 2015“ entgegennehmen konnte. Sehr zur Freude von Ute Babbe, die nach eigener Aussage „nur noch im Hintergrund agiert und die Fäden ein bisschen zusammenhält.“ Voller Stolz sah sie zu, wie ihrer Tochter der mit 500 Euro dotierte Preis überreicht wurde, der vom Verein „Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgelobt wird. Damit werden seit 2012 Projekte ausgezeichnet, die eine Stärkung des Umweltbewusstseins und ein nachhaltiges Handeln von Kindern und Jugendlichen zum Ziel haben.

Diesen Anspruch bedient das Zeltlager Ostenfeld seit jeher: Die sieben- bis 14-jährigen Teilnehmer erfahren in den zwei Wochen das Camp als Ort, an dem der respektvolle Umgang mit der Natur im Fokus steht. Dem sparsamen Verbrauch von Wasser und Strom wird ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie der richtigen Abfallbeseitigung. Es gibt einen Solarbackofen und einen Parabolspiegel, das Essen wird selbst gekocht. Viele der 15- bis 25-jährigen Betreuer haben selbst als Kinder eine wunderbare Zeit im Zeltlager verbracht und sind jetzt die besten „Teamer“, die man sich vorstellen kann – schließlich kennen sie das Lagerleben auch aus Sicht der Kinder und können sich gut in deren Situation hineinversetzen.

Auch Jarla Babbe ist in diese Aufgabe hineingewachsen: „Elfmal war ich als Kind mit im Zeltlager, als Betreuerin war ich nun schon zum neunten Mal mit dabei – in diesem Jahr konnte ich mein 20-jähriges Zeltlagerjubiläum feiern“, erzählt sie lachend, während ihr Vorstandskollege Julian Hansen – er wurde gerade zum Vize-Vorsitzen gewählt – mit Laptop und Beamer hantiert, denn an diesem Nachmittag steht ein Rückblick auf das Zeltlager 2015 auf dem Programm.

Viele Teilnehmer und ihre Eltern sind in den Kirchspielkrug Ostenfeld gekommen, um den 90-minütigen Film zu sehen, den die Betreuer während der Freizeit in der Nähe von Esbjerg gedreht haben. Am Eingang steht ein großer Tisch mit T-Shirts, Sportzeug, Schuhen und anderen Dingen, die „mal wieder“ liegen geblieben sind. Ute Babbe hofft, dass sie möglichst viel davon heute an die rechtmäßigen Besitzer zurückgeben kann. „Das ist jedes Jahr so, immer bleibt eine Menge liegen“, sagt sie lachend.

Der Film zeigt, wie sich der Zeltplatz diesmal unter dem Motto „Leben auf Burg Camelot“ in die Welt von Merlin und König Arthus verwandelte. Auf dem Programm standen Ritterspiele, Workshops sowie ausgedehnte Geländespiele in den umliegenden Wäldern. Zum Ausklang der spannenden Tage wurde abends am Lagerfeuer gesungen, und schon auf der Rückfahrt kam in den beiden Bussen die Frage auf: Wann findet das nächste Zeltlager statt?

Diese Neugier kann Jarla Babbe nun befriedigen: „Nächstes Jahr findet unser Zeltlager vom 15. bis 26. August statt“, verkündete sie nach dem Film und dass ab Januar Anmeldungen dafür angenommen werden. In vielen Fällen sind Zuschüsse möglich oder sogar die Übernahme der Kosten. „Im Schnitt kommen 60 Prozent unserer jungen Teilnehmer aus sozial schwachen Familien oder bringen gewisse Erschwernisse mit“, sagt Jarla Babbe, die 2015 erstmals auch autistische Kinder mit dabei hatte. „Auf 100 Kinder kommen 25 Betreuer. Dank dieses 1:4-Schlüssels können wir eine individuelle Betreuung anbieten“, beschreibt sie den inklusiven Gedanken dieses vorbildlichen und erfolgreichen Projektes. Das Preisgeld vom Zukunftspreis wird sie für die Beschaffung von Zeltmaterialien und Spielen verwenden. „Damit kommt es den Kindern wieder zugute“, sagt sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen