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Nordfriesen in Amerika : Auswanderer-Schicksal literarisch verarbeitet

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Kajo Lang las im Weihnachtshaus aus seinem neuen Buch.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 06:42 Uhr

Husum | Das Schicksal nach Amerika ausgewanderter Deutscher stand im Mittelpunkt der Lesung von Kajo Lang im Weihnachtshaus. Auf Einladung des Husum-Verlags und der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Husum war der Baden-Badener Autor nach Nordfriesland gekommen, um sein neuestes Buch vorzustellen: einen groß angelegten Roman um eine nordfriesische Amerika-Auswanderer-Familie. "Ferne Ufer des Glücks" schildert das Leben des Ocke Nickelsen, der als Kind von Föhrer Eltern in den 30er Jahren als amerikanischer Staatsbürger in New York aufwächst, im Krieg dennoch als "feindlicher Ausländer" interniert und schließlich nach Deutschland abgeschoben wird und seine große Liebe dabei in Amerika zurücklassen muss.

Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich ein lebhafter Austausch mit dem Publikum, etwa zu der brisanten, jedoch bis heute in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachteten Frage nach dem damaligen Umgang mit "unerwünschten Ausländern" in den USA. Ein Thema, das Kajo Lang, der für die auf historischen Fakten beruhende Romanhandlung intensiv recherchiert hatte, hier erstmals literarisch aufgreift. Wie sich zeigte, hatten viele der Besucher, die an diesem sommerlichen Abend ins Weihnachtshaus gekommen waren, familiäre Bindungen nach Amerika - ebenso wie der Autor selbst, der erst spät von seinem in den USA adoptierten Bruder erfuhr. 29 Jahre lang hatte er nach ihm gesucht und konnte jetzt gemeinsam mit ihm die Reise nach Husum antreten.

Trotz der teilweise ernsten Thematik bot der Abend eine humorvolle und sehr persönliche Lesung, die bei allen Anwesenden lange nachwirken wird.

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