Garding : Ausstellung voller magischer Momente

Die Hamburger Künstlerin Jaschi Klein (re.) im Gespräch mit Karen Seggelke bei der Eröffnung der Ausstellung.
Die Hamburger Künstlerin Jaschi Klein (re.) im Gespräch mit Karen Seggelke bei der Eröffnung der Ausstellung.

Spiel mit Wind, Licht und Landschaft: Bis September wird die Ausstellung „Konferenzen im Wind“ von Jaschi Klein im Alten Rathaus in Garding gezeigt.

shz.de von
13. August 2018, 21:00 Uhr

Sie arbeitet mit der Natur in der Natur, macht Elementares sichtbar, schafft magische Momente: Jaschi Klein, Aktions-Künstlerin, Fotografin und Malerin aus Hamburg, deren Installationen Aufsehen erregen. Wie intensiv die international renommierte Künstlerin mit Wind, Licht und Landschaften arbeitet, dokumentiert eindrucksvoll die Ausstellung „Konferenzen im Wind“, die im Alten Rathaus in Garding zu sehen ist. Gezeigt werden Schwarzweiß-Aufnahmen von Installationen und Inszenierungen Jaschi Kleins, die überwiegend am Nordseestrand entstanden sind und von dem Geheimnis eines besonderen Augenblicks künden. Ihm spürt die Künstlerin mit der Kamera nach. Ihn hält sie fest. Nur dieses eine fotografische Bild bleibt am Ende von der Aktion.

1942 in Kiel geboren, studierte Jaschi Klein Malerei und Fotografie an den Kunsthochschulen Hamburg und Kiel, machte in internationalen Ausstellungen auf sich aufmerksam, wurde mit vielen Preise ausgezeichnet.

Ihre aufwendigen Projekte in der freien Natur bereitet sie intensiv vor. Mit welchen Widrigkeiten sie dabei zu kämpfen hat, wie unberechenbar, aber auch unverhofft beglückend das Spiel mit den Elementen sein kann, verriet die Künstlerin zur Ausstellungseröffnung im Gespräch mit Karen Seggelke.

So arbeitsintensiv und kräftezehrend der künstlerische Prozess auch ist, am Ende entlohnt pure Poesie: ein vollkommener Moment.

Dokumentieren Jaschi Kleins filigrane kinetische Installationen unterschiedliche Windbewegungen, Verwirbelungen und Strömungsverhältnisse, so entführen ihre Inszenierungen mit Menschen und Tieren in surreale Welten. Requisiten und Lebewesen kommunizieren in der Weite spröder Landschaften miteinander. Möbel tanzen, Menschen stehen Kopf, vergraben sich im Sand, stemmen Tische, werfen lange Schatten. Während Männer auf Stühlen im Watt balancieren, thront ein Schaf auf einem Tisch, stoisch und scheinbar unberührt von dem, was rundherum passiert. Mit ganz realen Mitteln, ohne Tricks und doppelten Boden, erzeugt Jaschi Klein vieldeutige übernatürliche Stimmungen in Szenen, die sich tief in das Unterbewusstsein graben und auf nur schwer erklärbare Weise gefangen nehmen. Die Künstlerin durchbricht Realitätsebenen, um andere, dahinter liegende Dimensionen zu entdecken. „Ich will mit den Dingen, die ich tue, ein poetische Störung kreieren“, sagt Jaschi Klein. Dabei arbeite sie intuitiv, in einer Art meditativem Prozess, aus ihrer „verborgenen Schicht“ heraus. So entstehen Bewusstseinserweiterungen: „Inseln“ einer anderen, fremden, magisch-verzauberten Realität.

Die Ausstellung „Konferenzen im Wind“ von Jaschi Klein ist bis 14. September im Alten Rathaus in Garding zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag: 15 bis 18 Uhr, sowie dienstags 10 bis 13 Uhr.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen