Holocaust-Gedenktag : Ausstellung, Film und Vortrag

Anhand von Fällen aus dem Fußball vermittelt die neue Ausstellung im Husumer Kreishaus den unsäglichen Einfluss der Nationalsozialisten auf den Sport.
Anhand von Fällen aus dem Fußball vermittelt die neue Ausstellung im Husumer Kreishaus den unsäglichen Einfluss der Nationalsozialisten auf den Sport.

Am Holocaust-Gedenktag eröffnet der Kreis Nordfriesland in Husum die Ausstellung „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus – Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte“.

shz.de von
25. Januar 2018, 09:00 Uhr

Anlässlich des Tages zum nationalen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus lädt der Kreis Nordfriesland ein zur Eröffnung der Ausstellung „Hamburger Fußball im Nationalsozialismus – Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte“. Sie wird am Sonnabend, 27. Januar, im Sitzungssaal des Husumer Kreishauses eröffnet.

In Deutschland war nach dem 30. Januar 1933 ein selbstbestimmtes Leben und Handeln nicht mehr möglich. Die rassistische und aggressiv nationalistische Ideologie der NSDAP durchdrang alle Lebensbereiche – auch die Sportvereine. Die vielfältige Sportbewegung der Weimarer Republik wurde „gleichgeschaltet“: Linientreue Vereinsführer ersetzten die bisherigen Vorsitzenden, Vereinsmitglieder wurden aus rassistischen und politischen Gründen ausgegrenzt oder ausgeschlossen und militärischer Drill, sogenannter Wehrsport, eingeführt. Dazu gehörte auch das Verbot und die Verfolgung der traditionsreichen Arbeitersportbewegung. Viele Sportler wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert und ermordet.



Vor allem an Beispielen aus dem Hamburger Fußballsport werden in der Ausstellung die Sportpolitik der NSDAP, Maßregelungen, Verbote und Verfolgungen dokumentiert. Ergänzend wird ein Blick auf die Neuorganisation des Sports nach Kriegsende sowie auf die späte Aufarbeitung geworfen.

Nach einer Andacht ab 17 Uhr mit Bischöfin i. R. Maria Jepsen und der Begrüßung durch Landrat Dieter Harrsen gegen 17.30 Uhr führt Paula Scholz, freie Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, ins Thema ein. Umrahmt wird die Veranstaltung vom Posaunenchor Husum und Friedemann Magaard, Violoncello.

Die Ausstellung wird bis zum 23. Februar zu den Öffnungszeiten des Kreishauses (Mo. bis Do. 8 bis 16 Uhr und Fr. 8 bis 12 Uhr) zu sehen sein. Eine Besichtigung durch Schulklassen ist in dieser Zeit ohne Anmeldung möglich. Näheres unter www.nordfriesland.de/holocaust-gedenktag.

Weitere Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag:

27. Januar: Ladelund, KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte, 16 Uhr Gedenken, im Anschluss der Vortrag „Reichsbürger“ von Andreas Speit (Journalist und Buchautor);

27. Januar: Friedrichstadt, 15 Uhr Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof Treenefeld, 19.30 Uhr: Filmvorführung „Nebel im August“ in der Gedenkstätte Ehemalige Synagoge;
28. Januar: Schwesing, Ev. luth. Kirche, 10 Uhr Gottesdienst mit Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

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