Joldelund : Ausschreibung einkassiert

Eng und gefährlich: der Norderweg. Die Arbeiten sind jetzt erst einmal verschoben.
Eng und gefährlich: der Norderweg. Die Arbeiten sind jetzt erst einmal verschoben.

Statt 94.000 Euro müsste Joldelund für Norderweg-Sanierung 251.000 Euro zahlen. Fünf Firmen hatten gar nicht erst auf Anfragen geantwortet.

shz.de von
14. Juni 2018, 08:00 Uhr

Im seiner konstituierenden Sitzung befasste sich der neu gebildete Gemeinderat auch mit dem Norderweg, der dringend saniert werden soll, auch weil er wegen des dort ansässigen Bäckers zu den am meisten befahrenen Straßen in Joldelund gehört. Die Ausschreibung für die Arbeiten ist bereits gelaufen, allerdings mit ernüchterndem Ausgang: „Von den sechs ausgewählten Firmen gaben fünf gar nicht erst ein Angebot ab. Und das sechste ist so dermaßen hoch, dass sich die Kosten von anfänglich 94.000 Euro auf nunmehr 251.000 Euro erhöhen würden“, teilte Bürgermeister Reiner Hansen mit. Zwar sind darin nun auch einige zusätzliche Leistungen enthalten, dennoch sei sogar das Planungsbüro der Meinung, dass dieses Angebot die tatsächlich anfallenden Kosten deutlich überschreite. „Das Amt empfiehlt uns, das Angebot trotzdem anzunehmen, weil es fraglich ist, ob eine erneute Ausschreibung ein besseres Ergebnis mit sich bringen würde“, informierte Hansen das Gremium.

Dort sah man die Sache allerdings anders: „Wir waren in diesem Frühjahr ziemlich spät dran mit der Ausschreibung, da waren die Auftragsbücher der Firmen schon voll“, meinte Rolf Nielsen und plädierte für eine zweite, breiter gestreute Ausschreibungsrunde. In der Hoffnung, dass sich die Preisspirale bis dahin nicht noch weiter nach oben gedreht hat, sollen die Arbeiten dann in 2019 zu deutlich besseren Konditionen in Auftrag gegeben werden. Weiter empfahl er, den Norderweg zur Überbrückung im Herbst winterfest zu machen, in dem die größten Löcher geflickt werden. Das sei mit relativ kleinem Aufwand möglich.

Dem konnten sich die anderen Gemeindevertreter anschließen, und auch der Bürgermeister musste eingestehen, dass dies die vielleicht beste Lösung sei: „Auch wenn wir vom Haushalt her derzeit recht gut aufgestellt sind – so eine hohe Summe tut uns einfach weh“, sagte er. In einem einstimmig gefassten Beschluss wurde die bisherige Ausschreibung aufgehoben. Nun sollen über das Amt die nächsten Schritte für eine erneute Ausschreibungsrunde eingeleitet werden.



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