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Eiderstedter Momente : Ausflug in die Welt der Kunst

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der „Tag des Offenen Ateliers“ hat sich zu einem Besuchermagneten für Eiderstedt entwickelt. Zu Gast bei Max Höppner und Ursula Schultz-Spenner.

Die einen kamen, die anderen gingen: In vielen Ateliers auf Eiderstedt gaben sich am Sonntag die Besucher buchstäblich die Klinke in die Hand, herrschte bisweilen drangvolle Enge und munteres Stimmengewirr in den Räumlichkeiten. Egal, ob aus Liebe zur Kunst oder einfach nur aus Neugierde – bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen, die dem böigen Wind die Schärfe nahmen, nutzten zahllose Ausflügler die Gelegenheit am „Tag des offene Ateliers“ zur Stippvisite bei 16 Eiderstädter Künstlerinnen und Künstler, die vor Ort Einblick in ihr Schaffen gaben.

So wie Max Höppner in Tetenbüll. Der gebürtige Nordfriese, der Grafik-Design in Berlin studierte und dort viele Jahre als Layouter und Art-Director tätig war, lebt seit 2005 wieder in seiner alten Heimat, wo er sich mit Zeichnungen und Aquarellen einen Namen gemacht hat. „Ich arbeite viel in der Natur“, erklärt Höppner seinen Besuchern. Mehr als einen Campingstuhl, Wasser, Farben und den Zeichenblock brauche er nicht. „Das richtige Motiv zu finden, dauert oft länger, als die Arbeit am Bild“, erzählt er schmunzelnd. Im Winter malt er meistens im Atelierhaus in Uelvesbüll, aber auch im heimischen Reetdachhaus in Tetenbüll entstehen etliche Werke.

Besucher erleben dort ein Kostprobe seines Könnens: Mit leichter Hand skizziert Höppner einen Baum, einen Strauch, eine Zitrone, zeigt, wie Farben ineinander laufen und wie er für Konturen sorgt. Sabine und Pit Hauge sind beeindruckt. Die Nürnberger, die nach Garding übersiedeln wollen, sind durch einen Flyer auf den Atelier-Tag aufmerksam geworden. Die Malerei von Höppner habe sie angesprochen. „Seine Bilder sind so positiv und fröhlich“, findet Sabine Hauge, der es ein Aquarell mit Teekanne angetan hat. Auch Höppners Blumenstillleben und Landschaften kommen an: „Es gefällt uns, dass er Motive aus der Gegend wählt.“

Motive aus der Gegend greift auch Ursula Schultz-Spenner auf, wenn auch auf völlig andere Art. Die Hamburger Künstlerin, die Grafikdesign und Malerei studiert hat und in der Hansestadt und in Wasserkoog lebt, arbeitet auf Eiderstedt, an der Nordsee, im Wattenmeer, am Deich, Strand und im Atelier, malt auch Porträts und beeindruckt mit ungeheurer Vielseitigkeit und technischer Versiertheit. Wasserspiegelungen, Licht und Schatten, Strukturen und Farbspiele, auflaufende Wellen, bewegtes Reet – Ursula Schultz-Spenner erfasst die Schönheit des Moments, lenkt den Blick auf Details, hält Irritationen fest. „Ich mag Störungen“, sagt sie und zeigt auf ein Bild, das einen Zaun am Wattenmeer in den Fokus rückt, an dem Plastikfetzen verfangen haben. „Dieses Hängenbleiben, das Zerfetzte, die Störung der Natur hat mich gereizt“, erzählt sie den aufmerksamen Atelierbesuchern. In ihren jüngsten Arbeiten, großformatigen Monotypien, wird sie zunehmend abstrakter, reduzierter, elementarer. Während Astrid und Bernhard Schlüter, die mit dem Rad nach Wasserkoog gekommen sind, von den Spiegelungen auf Schultz-Spenners Monotypien fasziniert sind, begeistert sich Ingeborg Koschbin aus Friedrichskoog für die Rosenbilder der Künstlerin. „Es sind eher Anmutungen“, erklärt Ursula Schultz-Spenner, „die den Duft, die Bewegung und das Leichte der Rosen festhalten.“ Spontan entscheidet sich Ingeborg Koschbin für eine lavierte Federzeichnung, kauft einen Druck. „Mehr kann ich mir leider nicht leisten“, bedauert sie und schwärmt: „Das Bild ist wunderschön. Ich liebe Rosen.“

Auch wenn die meisten Besucher an diesem Sonntag vor allem zum Schauen kommen – „so ein Tag des offenen Ateliers lohnt sich“, sagen Höppner und Schultz-Spenner übereinstimmend: „Viele kommen später wieder.“ Und kaufen dann ganz gezielt.

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