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Nuchwuchsgewinnung : Ausbluten der Feuerwehren vorbeugen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor allem die kleineren Orte wird der demografische Wandel stark treffen. Deshalb motiviert Amtswehrführer Dirk Paulsen aus Bordelum die Chefs der 22 Wehren im Amtsbereich, sich rechtzeitig um neue Mitglieder zu bemühen.

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erstellt am 18.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Wie wichtig die Feuerwehr ist, wurde bei den Stürmen „Christian“ und „Xaver“ mehr als deutlich. Die Kameraden waren sofort zur Stelle, als es galt, Rettungswege von umgestürzten Bäumen freizuräumen, Menschen zu helfen, deren Hab und Gut in Gefahr war und Deiche zu verstärken. Sie sind stets zur Stelle, wenn es gilt, sich für das Gemeinwohl einzusetzen – ehrenamtlich und aus eigener Überzeugung. Aber wie sieht es wohl in der Zukunft aus?

Für das Amt Mittleres Nordfriesland und dessen 22 Wehren hat sich Amtswehrführer Dirk Paulsen (Bordelum) so seine Gedanken gemacht. „Die Nachwuchsprobleme kommen schleichend auf uns zu. Gerade kleinere Orte wird die Entwicklung des demografischen Wandels stärker treffen“, sagt er voraus. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Wehrführer die Altersstrukturen in den Dörfern anschauen und versuchen, gegenzusteuern, um den Bestand der Feuerwehren zu sichern. Eine gute Gelegenheit, aktiv Mitgliederwerbung zu betreiben, sieht er bei den 125-Jahr-Feiern, die kommendes Jahr bei zahlreichen Wehren anstehen. „Wir müssen die Menschen für das Ehrenamt sensibilisieren“, so Paulsen. Schlagworte wie „Dienst am Nächsten“ und „Blick auf den Gemeinsinn schärfen“ sind für ihn gewichtige Argumente für einen Eintritt in die Wehr. „Die Gesellschaft muss wieder lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen und sie nicht anderen zu überlassen.“ Beispiel: die vielen Anrufe Hilfesuchender bei der Leitstelle während der Stürme. „Viele wären nicht nötig gewesen, denn auf Nachfrage war kein Leben in Gefahr. Die Menschen sollten sich in solchen Situationen fragen, wie sie auf kurzem Weg Hilfe holen können – beispielsweise in der Nachbarschaft –, und ob sie wirklich sofort Hilfe von den Wehren brauchen.“

Um Mitglieder für die Wehren, die vier Musikzüge und den Chor zu werben, hat er eine Idee. „Beim Unterzeichnen von Grundstückskaufverträgen könnten die Bürgermeister eine Beitrittserklärung für die Wehr dazulegen.“

Bei der Jahresversammlung am 12. März 2014 in Hogelund wird sich Dirk Paulsen wieder für den Posten zur Verfügung stellen, seine Stellvertreter Kurt Viertel und Hans-Peter Schmidt ebenfalls. Künftig soll es nur noch zwei, statt wie bisher drei stellvertretende Amtswehrführer geben. Jan-Erik Jessen, derzeit noch amtierend, steigt ohnehin aus, denn er wird Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Nordfriesland. Am 21. Juni findet der Amtsfeuerwehrtag in Goldelund statt, gefeiert wird abends in der Turnhalle der Grundschule Joldelund.

Paulsen richtet seinen Dank an die vielen Arbeitgeber, die es bei den Stürmen in Kauf nahmen, dass Mitarbeiter während der Arbeitszeit bei Feuerwehreinsätzen gebraucht wurden.

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