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Bürgersteig vorm Fenster : Ausbau der Kreisstraße rückt näher

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die marode K 135 durch Schwabstedt steht auf der Tagesordnung des Bauausschusses der Gemeinde. Allerdings gibt es noch keine Einigung mit drei Anliegern, die keinen Bürgersteig vorm Fenster haben wollen.

Wenn am kommenden Montag (26. Oktober) der Bau- und Wegeausschuss der Gemeinde Schwabstedt um 20 Uhr mit seiner Sitzung im Fährhaus beginnt, wird Ausschussvorsitzender Broder Pörksen den Tagesordnungspunkt 5 „Ausbau K 135“ aufrufen. Es sieht nämlich so aus, dass nach jahrzehntelangem Warten die Sanierung, beziehungsweise der Ausbau der maroden Straße mitten im Dorf im nächsten Jahr vorgenommen werden kann.

Immer wieder gab es um diese Maßnahme Streit und viele gebrochene Zusagen. Schließlich ist der Zustand der Straße, die vom Ortseingang Schwabstedt den Mühlenberg hinunter bis zur Treenebrücke führt, so marode, dass mittlerweile ein Einhalten des vorgeschriebenen Tempos nicht nur wegen der Verkehrssicherheit, sondern auch zur Schonung der Stoßdämpfer an den Fahrzeugen dringend angeraten erscheint. Aus Protest gegen den immer wieder verschobenen Ausbau hat ein Anlieger sogar schon Blumen in die Schlaglöcher gepflanzt.

Hoffnungen auf den Ausbau, beziehungsweise die Sanierung der K 135, reichen bis weit vor die Jahrtausendwende zurück. Immer wieder wurde er verschoben, weil das dafür nötige Geld nicht aufzutreiben war. Nun drohte der fest zugesagte Ausbau im nächsten Jahr erneut zu scheitern, hieß es in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung. Der Grund: Drei Anlieger seien nicht bereit, für die auf beiden Seiten der Fahrbahn vorgesehenen Gehwege einen Teil ihres Grundstücks abzugeben. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich unter anderem Anliegerin Ina Reese. Sie betont, dass alle „Verweigerer“ die Sanierung der K 135 befürworten. Dafür werden ihrer Ansicht nach aber keine Eigentumsflächen der Anlieger benötigt, da lediglich der Bau eines zweiten Gehweges dies erforderlich mache. Dadurch aber, sagt Ina Reese, werde der Abstand zwischen Straßenkörper und Wohnzimmerfenster um rund zweieinhalb auf dann nur noch drei Meter verringert.

Ihrer Ansicht nach ist der Schwabstedter Mühlenberg weitestgehend einseitig bebaut. Solche Straßen bedingen in der Regel nur einseitig einen Gehweg, und die von den Anliegern beobachtete Frequenz von Fußgängern und Radfahrern sei sehr gering. Was Ina Reese auch nicht versteht, ist die Tatsache, dass im zentrumsnahen Abschnitt der K 135, in dem sogar mit höherem Fußgänger- und Fahrradaufkommen zu rechnen ist, kein zweiter Gehweg errichtet werden soll.

Der zweite Bürgersteig, so Karl-Heinz Roos vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Flensburg, sei allein auf Wunsch der Gemeinde in die Planung aufgenommen worden, ein Bau ohne sei auch möglich. Er berichtet, dass vermutlich am Montag eine Einigung mit zweien der drei Grundeigner verkündet werden könne. Das dritte Grundstück, so Roos, liege am Ende des Mühlenberges. Um langwierige Neuplanungen und Gerichtskosten zu sparen, werde der Fußweg vor dem Areal enden.

Von einer Einigung wissen die Anlieger bislang nichts. Jörg Hansen, der seine Eltern vertritt, betonte, dass die Gemeinde erst geplant hätte, um danach die Anlieger zu informieren. So würde das Wohnzimmerfenster seiner Eltern nach dem Bau nicht einmal zwei Meter vom Gehweg entfernt liegen. „Wir sollen die Planungsfehler ausbaden, das geht nicht“, sagt er.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Eike Hansen stellt fest, dass die Gemeinde von vornherein Wert auf einen zweiten Bürgersteig gelegt habe, da der Mühlenberg steil ansteige. „Die neue Straße wird schmaler als die bisherige. Wenn nun ein Fahrradfahrer den Berg hinauf schiebt, kann es zu gefährlichen Situationen kommen.“

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erstellt am 25.Okt.2015 | 16:00 Uhr

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