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Film-Dreh mit Roboter : Aus Friedrichstadt wird Tütermoor

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für den Kinofilm „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ erhält das Holländerstädtchen einen neuen Namen. Ferner wurden 70 entsprechende Schilder aus Husum geliehen und auch Ampelanlagen gibt es am Set in Friedrichstadt.

Inzwischen hat es sich längst in der Region herumgesprochen: Friedrichstadt ist Filmkulisse und heißt Tütermoor. Nein, nicht für immer, sondern nur für den Kinofilm: „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“. Und wenn gedreht wird, sind auch Zuschauer vor Ort. Ganz hautnah dürfen sie nicht dabei sein – eher so aus einem gewissen Abstand. Dafür, dass dieser Abstand gewahrt und eingehalten wird, sorgt ein mehrköpfiges Security-Team.

Am Freitag verlagerten sich die Dreharbeiten in den Mittelburgwall – genauer gesagt zunächst einmal in das Teilstück zwischen Holländischer Stube und Ringhotel Aquarium Boddenberg. Aus Richtung Innenstadt war die Zufahrt bereits von der „Steinernen Brücke“ aus abgesperrt, auf der anderen Seite ab Holmertorstraße. Auf dem abgesperrten Teilstück liefen die Proben am Freitag ab 13 Uhr den ganzen Nachmittag – mehrere Kameras waren im Einsatz. Und wer sich später den Kinofilm anschaut, der wird auch die neue hölzerne Brücke wiedererkennen.

Nun, dieser Überquerung kam am Freitag eine entscheidende Bedeutung zu. Über sie flüchten nämlich Tobbi (Arsseni Bultmann) und sein Roboter „Robbi“. Und gerade er, der kleine silberfarbene Roboter, hatte just an diesem Tage seinen Premierenauftritt. Solange wartete er in einem eigenen Transporter.

Erstaunlich: ohne Fehl und Tadel lief er hinter seinem mit ihm sprechenden Tobbi her. Immer wieder – unzählige Male – wurde der sandige Fußweg zuvor erneut abgefegt, und das Kommando kam: „Achtung, Aufnahme!“ – und dann trabte das Gespann aus Richtung Aquarium heran. Zunächst lief das Duo ein Stückchen Richtung Zentrum und bog dann linksseitig auf die hölzerne Brücke ein. Dort schaffte der kleine Roboter auch problemlos die Steigung. Etwa in der Mitte der Brücke war der Auftritt dann beendet.

Aufgezeichnet wurde mit mehreren Kameras – eine stand im Mittelburgwall, eine weitere an der Einbiegung zur hölzernen Brücke und eine dritte unmittelbar auf der Brückenmitte. Für Zuschauer immer wieder erstaunlich, wie viele Personen hinter Kameras und Mikrofonen an der Fertigstellung eines Filmes mitwirken. Der Ton wurde vor Ort gleich mit aufgezeichnet. Der Tontechniker marschierte – außerhalb des Aufnahmefeldes – mit einem an einer langen Teleskopstange befestigtem Mikrofon nebenher. Die besten Plätze hatten übrigens die Sehleute, die Open Air an den Tischen der „Holländischen Stube“ saßen: lediglich ein gelbes Absperrseil und eine kleine Entfernung trennten sie vom aktuellen Aufnahmegeschehen.

Zurück zu den Aufnahmen. Warum flüchten Tobbi und sein kleiner Roboter Robbi eigentlich? Das wird in der nachfolgenden Szene schnell deutlich. Denn hinten in der Ecke steht startbereit ein schwarzer Sportwagen der Nobelklasse in Warteposition. Und eben, als das junge Duo in Höhe der Brückenmitte verschwindet, da rauscht er heran. Der Fahrer prescht an die Brücke heran und sieht, dass er dort mit seinem Gefährt nicht einbiegen kann. Deutlich sichtbar schimpft die neben ihm sitzende Frau in die Kamera, dann legt der Fahrer blitzschnell den Rückwärtsgang ein und setzt zurück. Im Bruchteil von Sekunden startet er hernach mit durchdrehenden Reifen zur Vorwärtsfahrt den Mittelburgwall entlang. Sicherheit wird groß geschrieben bei den Filmaufnahmen – na klar, ein heranpreschender Sportwagen ist nicht ganz ungefährlich.

Auch in den nächsten Tagen wird weiter gedreht. Die Filmcrew, die mittlerweile elf Lkw in die Stadt transportiert hat, bleibt noch gut eine Woche vor Ort. Längst haben sich die Einwohner an immer wieder kurzfristig eingerichtete Halteverbotszonen gewöhnt. Eigens dafür haben sich die Filmleute 70 entsprechende Schilder aus Husum ausgeliehen. Und auch dies hat es bislang in Friedrichstadt nicht gegeben: Ampelanlagen. Aber die stehen natürlich ebenfalls nur für die Filmaufnahmen dort.


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