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Mittleres Nordfriesland : Aus Ehrenamt wird Hauptamt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwei feste Mitarbeiter sollen sich künftig um die Koordination der Flüchtlinge im Mittleren Nordfriesland kümmern. Bislang war diese Aufgabe von zwei geringfügig Beschäftigten geleistet worden.

Die Flüchtlingsdebatte – auch in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses Mittleres Nordfriesland war sie das beherrschende Themen des Abends. Wie Ordnungsamts-Leiter Arno Hansen berichtete, haben zurzeit rund 200 Flüchtlinge und Asylsuchende im Amtsbereich eine neue Heimat gefunden – vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit. Wöchentlich kämen durchschnittlich vier bis zehn weitere hinzu, Tendenz steigend. Für das letzte Quartal des Jahres rechnet die Verwaltung bislang mit 80 bis 90 neu ankommenden Flüchtlingen. „Diese Zahl kann sich aber auch verdoppeln“, sagte Hansen.

Um diese Anforderungen meistern zu können, hat sich das Amt nun entschieden, zwei hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer einzustellen. „Auch angesichts der Prognosen für 2016, die einen gleichbleibend hohen Zustrom voraussagen, haben wir uns dafür entschieden“, sagte der leitende Verwaltungsbeamte Dr. Bernd Meyer. „Nur so können wir auf die immer kurzfristiger eingehenden Zuweisungen angemessen und flexibel reagieren.“

Dirk Andresen-Paulsen hatte sich bereits seit Ende März gemeinsam mit dem bisherigen Integrationslotsen, Hans Degen, auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung um die Flüchtlingshilfe gekümmert. Er ist dementsprechend gut eingearbeitet und kennt die Ansprechpartner in den einzelnen Gemeinden. Degen hatte die Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Auch deswegen war Andresen-Paulsen nicht mit der vorgesehenen Zahl von zehn Stunden in der Woche ausgekommen. „Das war erheblich mehr“, sagt der 51-Jährige. Die restliche Arbeit habe er in seiner Freizeit machen müssen. Deswegen ist der Bohmstedter jetzt mit einer 30-Stunden-Stelle fest angestellt worden. Die Begleitung von Menschen mit verschiedensten kulturellen Hintergründen liege ihm sehr am Herzen, sagt der ausgebildete Krankenpfleger mit sozial-psychiatrischer Fachausbildung.

Ihm zur Seite steht ab sofort Derya Zunker aus Sprakebüll, die nun ebenfalls 30 Stunden pro Woche für das Amt im Einsatz ist. Die 28-Jährige hat einen Bachelor-Studienabschluss als Lehrerin für Englisch und Deutsch sowie den Master-Abschluss in Kultur, Sprache und Medien. Bereits während ihres Studiums hatte sie begonnen, Deutschkurse speziell für die Integration von Flüchtlingen zu geben.

Die beiden Stellen sind zunächst auf zwei Jahre befristet. Es handelt sich um refinanzierte Ausgaben im Haushalt, da das Amt eine Integrationspauschale in Höhe von 900 Euro pro Flüchtling erhält – mit der auch diese Stellen bezahlt werden.

„Noch kommen wir zwar klar“, sagt Andresen-Paulsen, „es werden aber weiterhin Ehrenamtler gesucht, die beispielsweise Familien betreuen könnten.“ Zudem ist das Amt stetig auf der Suche nach weiteren Wohnungen und Fahrrädern. Ein erstes Ziel der neuen Flüchtlingbeauftragten ist es nun, sich unter anderem dafür einsetzen, dass offizielle Deutschkurse auch in Bredstedt angeboten werden – und die Teilnehmer nicht immer nach Husum fahren müssen.

Das Büro von Dirk Andresen-Paulsen und Derya Zunker befindet sich im Sozialzentrum in Breklum, Norderende 2. Telefonisch sind die beiden unter 04671/9192134 erreichbar, per E-Mail unter integrationslotse @amnf.de.

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erstellt am 15.Okt.2015 | 10:00 Uhr

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