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Chor in der Marienkirche : Aufwühlend und brillant

vom

Theodor Storms Chor musiziert mit seinem englischen Partnerchor in der Marienkirche.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 08:00 Uhr

Husum | Das jüngste Konzert, zu dem der Theodor Storms Chor in die Marienkirche eingeladen hatte, wurde dank außergewöhnlicher Besetzung und hervorragender Solisten zu einem besonderen Erlebnis. Unterstützt wurde der

gut aufgestellte einheimische Chor von Sängerinnen und Sängern der Kidderminster Choral Society, dessen international tätiger Dirigent Geoffrey Weaver die Gesamtleitung innehatte, während

der künstlerische Leiter von Theodor Storms Chor, Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen, am Harmonium Platz nahm. Dieses anachronistische Tasteninstrument und ein Konzertflügel waren die einzige instrumentale Begleitung und hatten der feierlichen Kirchenkomposition von Rossini trotz 90-minütiger Dauer den Titel " Petite Messe solennelle" gegeben.

Im anfänglichen "Kyrie" zeigte der Chor mit großen dynamischen Entwicklungen seine ausdrucksstarke Präsenz und folgte so den deutlichen Bewegungen des Dirigenten bis zum abschließenden "Agnus Dei", das noch einmal aufwühlte. Zwingende Tempi und schwierige Einsätze einer Doppelfuge meisterte der Chor ebenso souverän wie das ohne Instrumentenbegleitung gesungene "Sanktus".

Mit dem Komponisten Gio achino Rossini (1792-1868) verbindet man vor allem Kompositionen wie die komische Oper "Der Barbier von Sevilla". Opernhafte gesangliche Stilmittel kamen auch in diesem Spätwerk Rossinis zum Tragen. Die vier Gesangssolisten Julia Henning (Sopran), Ulrike Andersen (Alt), Martin Hundelt (Tenor) und Hans Christian Hinz (Bass) überzeugten in unterschiedlichen Kombinationen und setzten mit ihren technisch ausgereiften, umfangreichen Stimmen immer wieder emotionale Glanzpunkte. Auch als Solist konnte sich jeder Sänger dank der sensiblen Begleitung des aus Budapest stammenden Pianisten Adam Szvoren frei entfalten. Der vielseitige Musiker brillierte ebenfalls in zahlreichen Vor- und Zwischenspielen, in denen er während der gesamten Aufführungszeit mit differenziertem Anschlag und strukturierender Formgebung die Aufgabe eines ganzen Orchesters übernahm.

Das Ganze unterstützte Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen mit den nur noch selten zu hörenden Klängen eines Harmoniums. Durch ständiges leicht rumpelndes Treten der zwei Pedale konnten die Blasebälge des Instruments die Zungenregister zum Schwingen bringen. Für diesen außergewöhnlichen Kulturgenuss, zu dem man sich mehr Publikum gewünscht hätte, gab es zu Recht lang anhaltenden Beifall für alle professionellen Künstler und die mit großem Engagement agierenden Chormitglieder.

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