Falscher Polizist : Aufmerksame Sparkassen-Mitarbeiterin verhindert Betrug

Die Seniorin sollte 12  000 Euro von ihrem Konto abheben.
Foto:
Die Seniorin sollte 12.000 Euro von ihrem Konto abheben.

Eine 85-jährige Husumerin wäre beinahe um 12.000 Euro erleichtert worden - wenn eine Bankmitarbeiterin nicht geistesgegenwärtig gehandelt hätte.

von
11. April 2018, 11:00 Uhr

Das ist gerade noch mal gut gegangen: Eine 85-jährige Husumerin wäre beinahe um 12.000 Euro erleichtert worden. Eine Mitarbeiterin der Sparkasse verhinderte dies.

Die Seniorin war in die Sparkassenfiliale gekommen, um das Geld von ihrem Sparkonto abzuheben. Das kam einer Mitarbeiterin ungewöhnlich vor und sie fragte nach. Nun stellte sich heraus, dass die Kundin von einem angeblichen Polizeibeamten angerufen worden ist. Dieser hatte ihr erzählt, man hätte in der Nähe ihrer Wohnanschrift zwei Einbrecher festgenommen, die einen Notizzettel mit ihrem Namen und Adresse mitgeführt hätten. In weiteren Gesprächen wurde sie ausgefragt, ob sie Schmuck, Münzen oder Bargeld im Haus hat. Das wurde von ihr verneint. Der falsche Polizeibeamte sagte der Seniorin dann, sie solle mit niemanden darüber zu sprechen, da angeblich noch Observationsmaßnahmen laufen würden.

Sie wurde im Laufe des Vormittags diverse Male von dem Mann angerufen und dazu überredet, Bargeld von einem Sparkonto abzuheben. Die Begründung: Auch auf der Bank sei das Geld nicht sicher, sie möge es besser der Polizei – also ihm – übergeben. Sie sollte aber nicht alles abheben, damit es den Mitarbeitern in der Sparkasse nicht auffällt, beziehungsweise diese nicht stutzig werden. Die Seniorin fuhr dann mit dem Taxi in die Bankfiliale, wo die Mitarbeiterin glücklicherweise geistesgegenwärtig reagierte und anschließend mit der Kundin zur Polizei fuhr.

Woher die Anrufe kommen, sei derzeit nicht nachvollziehbar, sagte ein Polizeisprecher. Der falsche Polizist versuche weiterhin, mit der Seniorin telefonisch einen Termin für die Geldübergabe auszumachen.

Grundsätzlich bittet die Husumer Polizei die Bürger darum, wachsam bei unbekannten Anrufern zu sein. Durch die digitale Technik ist es den Betrügern möglich, Telefonnummern einzuspielen, die Vertrauen erwecken: Rufnummern mit den Ziffern 110 oder sogar vorhandene Dienststellen-Nummern. Sofern Bürger Zweifel an der Identität des Anrufers haben, sollen sie auflegen und die Polizei anrufen.

Die Beamten bitten zudem darum, ältere Bekannte, Verwandte oder Nachbarn über diese Betrugsmasche zu informieren. Die Kriminalpolizei in Husum fragt zudem, ob weitere Personen von falschen Polizisten angerufen oder eventuell sogar Opfer des perfiden Vorgehens geworden sind. Diese sollten nicht zögern, sondern sofort die Kripo unter Telefon 04841/8300 informieren.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen