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OPTIMISMUS AN DER TREENE : Aufbruchstimmung in Friedrichstadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland stellt ihren neuen Projektmanager in Friedrichstadt vor. Kaufleute kritisieren die Politik des Kreises, der am ersten Adventssonntag das Öffnen der Geschäfte untersagt.

Optimismus macht sich in dem Holländerstädtchen breit, dass der Leerstand von Geschäften und Wohnhäusern in der Innenstadt nun mit Sachverstand bekämpft wird. Grund für die positive Stimmung: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises hat einen Projektmanager eingestellt, der sich in seiner Anfangszeit nahezu ausschließlich um die Friedrichstädter Probleme kümmern soll. Der neue Mann, Tillmann Meier, hat seine Kindheit in der Stadt an der Treene verbracht und freut sich nun, nach dem Studium, wieder in Nordfriesland tätig sein zu können. Offiziell beginnt er seinen Job am 1. Dezember, doch nutzte er gemeinsam mit seinem Chef, Dr. Matthias Hüppauff, eine Sitzung des städtischen Wirtschaftsausschusses in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge, um sich vorzustellen. Mit von der Partie auch Michael Schäfer aus Hamburg, der quasi als Kurator vier Monate lang das Projekt Friedrichstadt begleiten wird.

Ein fertiges Konzept hatten die Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft nicht mitgebracht, wohl aber eine ganze Menge an Ideen, wie gemeinsam mit den Bürgern das Übel Leerstand angepackt werden könnte. Schäfer beispielsweise will so oft wie möglich in der Stadt sein, die Verhältnisse genau kennen lernen, sich umschauen, ein genaues Bild von der Lage machen. Angefangen hat er bereits, denn häufig wurde er schon in der Innenstadt gesehen, wie einige Besucher der Sitzung feststellten. Eine geeignete Räumlichkeit benötige er, dort wolle er sich „niederlassen“, ansprechbar sein für die Bürger. So schnell wie möglich soll nun die ehemalige Schlecker-Immobile angemietet werden. Dort sollen auch Ideen an den Wänden platziert werden, denn daran mangele es nicht, nur an der Umsetzung und an der Zusammenarbeit. Das bestätigte auch das Forum in der Synagoge und beklagte, dass es viel Neid und Missgunst in der Stadt gebe. Vorteilhaft sei daher, wenn ein ganz neutraler Beobachter von außerhalb einmal die Sache unter die Lupe nimmt und so vielleicht auch alte Gräben zuschütten, beziehungsweise Risse kitten könne. Einig waren sich alle. „Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“

Während Schäfer mit voller Rückendeckung und als Vertragspartner der Wirtschaftsförderungsgesellschaft bereits aktiv ist, beginnt Tillmann Meier Anfang Dezember. Noch, so räumte er freimütig ein, könne er sich eigentlich kein Bild von der Lage machen, dafür kenne er das heutige Friedrichstadt zu wenig, doch das Potenzial sei vorhanden. Anfangs seiner Tätigkeit will er noch einmal mit möglichst vielen Beteiligten aus der lokalen Wirtschaft sprechen, um in die speziellen Probleme des Holländerstädtchens einzusteigen.

Ausschuss-Vorsitzende Elke Kempkes und Bürgermeister Eggert Vogt unterstrichen in der Zusammenkunft, dass sie voller Optimismus in die Zukunft blicken, denn gegenwärtig herrsche in der Stadt eine Aufbruchstimmung. Torpediert werden Friedrichstädter Bemühungen allerdings durch den Kreis, stellte ein Besucher fest und erntete den Beifall der Runde. Denn die Pläne, am ersten Adventssonntag die Geschäfte anlässlich eines neuen Weihnachtsmarktes in der Innenstadt zu öffnen, wurden abgelehnt. „Wie sollen wir sonst Menschen in die Stadt bekommen und die Stadt mit Leben füllen“, fragten die anwesenden Geschäftsleute, zumal Aktivitäten vor den Geschäften erlaubt seien. Nun wollen Stadt, Bürger, Wirtschaft und Kirche nochmals gemeinsam an den Kreis herantreten, denn in größeren Städten sei ein solcher offener Sonntag durchaus üblich. Auch weitere erhoffte Attraktivitäts-Steigerungen der Stadt seien durch den Kreis, beziehungsweise andere Behörden, verhindert worden. Aufgezählt wurde unter anderem die Gestaltung des Kreisels am Ortseingang im Zuge der B 202.

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erstellt am 04.Nov.2014 | 18:00 Uhr

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