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Leichte Entspannung : Aufatmen: Keine neuen Herpes-Fälle

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Mildstedter Reit- und Fahrverein blickt wieder optimistisch in die Zukunft, die Pferde-Herpes-Epidemie scheint überwunden. Der Verein hat ein Spendenkonto eingerichtet, da ihm wegen der Stallsperre Einnahmen fehlen.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 12:00 Uhr

„Es sieht alles gut aus, ich habe keine Kenntnis von neuen Herpesfällen“, sagt Nordfrieslands Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze. Zwar sei Pferde-Herpes keine meldepflichtige Krankheit, doch habe er vor längerem eine Rundmail an alle Tierärzte im Kreis mit der Bitte geschickt, ihn über neue Verdachtsfälle zu unterrichten. „Und bislang liegt nichts vor“, sagt er. Man könne ohne weiteres davon sprechen, dass die Sache wohl überstanden sei, „in einer Stunde kann dies aber schon wieder anders aussehen“, schiebt Dr. Schulze nach. Da etwa 70 Prozent aller Pferde das Virus permanent in sich tragen, könne es jederzeit zu einem Ausbruch kommen. Nur, so unterstreicht der Tierarzt, müsse es nicht immer wie in Mildstedt die schwerste Form der Krankheit sein.

In den Ställen des Mildstedter Reit- und Fahrvereins sind nämlich bislang sechs Tiere an einer Herpeserkrankung verendet, beziehungsweise mussten durch Tierärzte erlöst werden. Die Infektion, die üblicherweise an eine Erkältung erinnert, war auf die Nervenbahnen übergesprungen und hatte für schwerste neurologische Ausfälle bei den Tieren gesorgt, teilweise waren deren hinteren Köperhälften gelähmt.

Begonnen hatte alles im kleinen Stall des Vereins, wo Ende Januar dieses Jahres einige Tiere an hohem Fieber litten. Ein Pony starb schließlich. Nach zwei Wochen lagen die Labor-Ergebnisse vor, es war Pferde-Herpes. Der Reitverein lud zu einer Infoveranstaltung in das Reiterstübchen ein, mehrere Tierärzte informierten über die Krankheit und die nun zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen. Unter anderem wurden die Tiere im kleinen Stall isoliert und Desinfektionsmatten ausgelegt. Zudem wurde empfohlen, keine Tiere aus den Ställen in andere Bestände zu bringen, beziehungsweise neue Tiere nach Mildstedt zu holen.

Alles sah gut aus, dann brach die Krankheit auch im großen Stall mit 30 Tieren aus. Fünf weitere Tiere starben. Nach Einschätzung von Dr. Kasten Klein, einem der behandelnden Tierärzte in Mildstedt, sei die Infektion trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen vom kleinen auf den großen Stall übergesprungen. Beispielsweise hätten Viren an Mistkarren oder an der Kleidung der Vereinsmitglieder sitzen können.

Die Herpes-Epedemie hat den Mildstedter Reit- und Fahrverein hart getroffen. Vorsitzender Dieter Friedrichsen listet auf, dass seit Beginn der Infektionswelle keine Veranstaltungen wie beispielsweise Voltigieren oder Reitunterricht mehr stattfinden. Auch das Schulreiten sei eingestellt. Dadurch würden dem Verein große finanzielle Verluste entstehen, denn die laufenden Kosten für Energie, Futter und Gebäude bleiben weiter bestehen.

Da wegen der möglichen Infektionsgefahr auch einige Turniere in Nordfriesland sicherheitshalber abgesagt worden sind, hatte der Reitverein Ladelund in Zusammenarbeit mit dem Reiterbund eine Infoveranstaltung zum Thema Herpes in Sprakebüll organisiert. Dr. Klein, der auch schon in Mildstedt über die Krankheit informiert hatte, unterrichtete dort über die Infektion und ihre Folgen. Spontan wurde in der Versammlung eine Spendensammlung für den Mildstedter Verein vorgenommen. Mehr als 800 Euro kamen zusammen. Zudem hat der Mildstedter Verein nun ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN Nr.: DE46217500000124005745,
Verwendungszweck: RuFV Mildstedt Herpes.

Die Mildstedter Anlage des Reit- und Fahrvereins bleibt voraussichtlich noch bis Ende April gesperrt. Erst dann sei man, so Dieter Friedrichsen, 100-prozentig sicher, dass von dort keine Gefahr mehr ausgehe. Um der Voltigiergruppe der Kinder, die natürlich die Arbeit mit den Pferden sehr vermisst, zumindest ein wenig Abwechslung und Spaß zu bieten, wurde bereits ein erster Spielnachmittag in der Sporthalle organisiert. Er wurde sehr gut angenommen.

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