zur Navigation springen

St. Peter-Ording : Auf Spurensuche in der Brandruine

vom

Spezialisten vom Landeskriminalamt suchen mit Hunden nach der Ursache für das Großfeuer im Hotel "Vier Jahreszeiten" in St. Peter-Ording.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2010 | 07:05 Uhr

St. Peter-Ording | Hoch aufgetürmte Mauerstücke, Teerpappen-Dachteile, jede Menge Holzbalken, Fensterrahmen, verbogenes Metall, Steine und angekokelte Mineralwolle - so zeigt sich das Areal, auf dem einst die Anbauten des renommierten Hotels "Vier Jahreszeiten" standen. Die Nebengebäude wurden durch ein Großfeuer zerstört, der Zimmertrakt dagegen blieb nahezu unversehrt und auch Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden (wir berichteten). Gestern rückte nochmals die Polizei an: Kriminalhauptkommissar Kai Schlotfeldt aus Husum, der schon während des Brandes vor Ort war, zwei Hundeführer mit ihren Tieren und zwei Brandspezialisten vom Landeskriminalamt (LKA). Zudem hatten sich noch zwei Sachverständige des zuständigen Versicherers eingefunden.

Bevor jedoch überhaupt etwas begangen und begutachtet werden konnte, traten erst die Männer vom Technischen Hilfswerk (THW) in Aktion. Zuerst mit schwerem Räumgerät, dann mit Schaufeln und schließlich per Hand räumten sie genau die Stelle unter den Schuttbergen frei, an der mutmaßlich das Feuer entstanden war. Die Husumer THW-Leute (Fachgruppe Räumen) unter der Leitung von Rolf Nicolaisen schafften so den Zugang für die Brandspezialisten des LKA, die sich auf die Suche nach der Brandursache begaben. Unterstützt wurden sie von zwei Vierbeinern, Schäferhunde, die zum Erschnüffeln von Brandbeschleunigern ausgebildet wurden. Einer der Hunde kratzte denn auch an einer Stelle, die sogleich genauer unter die Lupe genommen wurde. Allerdings zeigte ein Spezialgerät, das auf Branderzeugungs-Chemikalien anschlägt, nur eine geringe Belastung an, die auch von einem Lieferanten-Lkw oder der Müllabfuhr stammen konnten, denn der untersuchte Fleck befand sich deutlich außerhalb der abgebrannten Gebäude. So konnte dort auf eine Bodenprobe zur späteren Labor-Untersuchung verzichtet werden.

Die weiteren Erkenntnisse, die vor Ort gesammelt wurden, müssen nun ausgewertet werden. Derzeit, so Schlotfeldt, "können wir nur die Elektro-Anlage als Ursache ausschließen. Ob der Brand durch Vorsatz, Fahrlässigkeit oder aus einem anderen Grund entstanden ist, werden die Untersuchungen zeigen, die noch nicht abgeschlossen sind."

Das Hotel-Gebäude selbst wurde glücklicherweise kaum beeinträchtigt und soll schon ab Mai wieder den Betrieb aufnehmen. Miteigentümer Stephan Lüders: "Wir können dann zunächst nur Übernachtung mit Frühstück anbieten. Dazu wird auf jeder Etage ein Frühstücksraum eingerichtet, und außerdem können unsere Gäste auch den Room-Service in Anspruch nehmen."

Zwar ist das Gebäude kaum beschädigt und zeigt sich voll funktionsfähig, ist aber doch vom Rauch stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Nach einem Brand in der unmittelbaren Umgebung muss natürlich überall gereinigt werden, im Zimmertrakt wie auch im Wellness-Bereich", betont Lüders. Ob die benachbarte Tennishalle auch bald wieder genutzt werden kann, ist noch nicht abzusehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen