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Husumer Nachrichten

18. August 2017 | 07:11 Uhr

Schuldig : Auf Ex-Freund eingestochen

vom

Eine 75-jährige Frau ist von der Großen Schwurgerichtskammer in Flensburg für schuldig befunden worden, auf ihren 70-jährigen Freund eingestochen zu haben.

Flensburg | Eine Liebe kann auch mal von Gefühlen wie der Eifersucht überschattet werden. In diesem Fall mündete die Eifersucht einer 75-jährigen Angeklagten jedoch im versuchten Totschlag. Die Große Schwurgerichtskammer in Flensburg befand die zum Tatzeitpunkt in Husum lebende Frau für schuldig, mit einem Küchenmesser auf das Opfer, ihren damaligen Lebensgefährten, eingestochen zu haben.
Am Badezimmer-Ausgang stach sie zu

Das heute noch in Husum lebende 70-jährige Opfer wurde am Tattag, dem 24. April 2007, am Rücken, im Achselbereich, an den Fingern, sowie in der Brust durch ein ca. 18 Zentimeter langes Küchenmesser verletzt. Wenn damals das Opfer nicht sofort versorgt worden wäre, hätte es durchaus sterben können. Auslöser für die Tat der heute in Wuppertal wohnenden Angeklagten war die Trennung von ihrem Lebensgefährten sowie dem späteren Opfer, das zu seiner fünf Jahre jüngeren Freundin vier Häuser weiter gezogen war. Das Opfer war nach der Trennung mit der Angeklagten so verblieben, dass er ihr beim Einbau von Fliegengitter helfen wollte. Im Badezimmer stellte die Angeklagte ihren Ex-Freund zur Rede. Auf dem Weg zum Ausgang stach die Angeklagte anschließend zu. Dabei hielt sie das Messer in der rechten Hand und mit der linken stützte sie sich auf eine Gehhilfe, denn sie war Tage zuvor aus dem Krankenhaus nach einer Knieoperation entlassen worden.
Die Angeklagte litt unter Depressionen

Das Gericht stellte im Urteil fest, dass die Wohnungstür verschlossen war und dass das Opfer sie aufschließen musste, um auf die Straße fliehen zu können. Das Gericht hielt in der Urteilsbegründung fest, dass sich die Angeklagte zum Tatzeitpunkt in einer "singulären psychischen Ausnahmesituation" befand. In der Urteilsbegründung schloss sich das Gericht damit dem Gutachten des psychologischen Sachverständigen an, und stellte eine verminderte Schuldfähigkeit der Angeklagten zum Tatzeitpunkt fest. Die verminderte Schuldfähigkeit begründete der Gutachter damit, dass die Angeklagte im Tatzeitpunkt Schmerz- und Beruhigungsmittel einnahm, unter Depressionen litt, "sich in einer präsuizidalen Verfassung befand" und nach der Trennung ihren Lebensentwurf zusammenbrechen sah. Als strafmildernd berücksichtigte das Gericht ebenfalls das Geständnis der Angeklagten, ihre Reue und den einmaligen Charakter ihrer Tat. Die zweijährige Freiheitsstrafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

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erstellt am 02.Jul.2008 | 08:49 Uhr

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