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Tourismusverein Friedrichstadt : Auf der Suche nach Fördermitteln

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Tourismusverein Friedrichstadt und Umgebung will die Stadt voranbringen . Jetzt wird unter anderem auch nach Geldquellen gesucht. Es fehlt ein Hotel, denn viele Reisegruppen müssen in anderen Orten übernachten.

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erstellt am 20.Feb.2015 | 09:00 Uhr

Bei der Touristinformation in Friedrichstadt wird dieser Tage viel gerechnet. Dabei geht es weniger um die Zahlen des Vorjahres – wie viele Gäste kamen in das Holländerstädtchen oder wie viele durch den Tourismusverein vermittelte Übernachtungen gab es – sondern es wird strategisch gedacht, Modelle für die Zukunft entwickelt, um die Stadt an Eider und Treene für die Zukunft zu rüsten. Tourismus-Chefin Anke Stecher versucht gerade in enger Abstimmung mit verschiedenen Organisationen Möglichkeiten für eine Förderung durch das EU-Sonderprogramm für Tourismus und Energie zu entwickeln. Als besonderes Förderinstrument für die Westküste stehen nämlich 30 Millionen Euro aus dem EU-Sonderprogramm Integrierte Territoriale Investition (ITI) zur Verfügung. Die Entscheidung darüber, wer schließlich in den Genuss der Fördermittel kommt, soll im Sommer fallen.

Angedacht sind in erster Linie Projekte, die mehrere Orte, einschließlich Friedrichstadt, gemeinsam betreffen. Aber auch für die Stadt allein sei die Förderung einzelner Bereiche durchaus möglich. Als Beispiel nennt Anke Stecher das Museum „Alte Münze“, wo der Eingangsbereich und der Hof umgestaltet werden könnten. Auch die katholische Kirche, die dringendst saniert werden müsste, könnte vielleicht in so ein Förderprogramm hineinrutschen. Schließlich handelt es sich um die älteste katholische Kirche in Schleswig-Holstein. Und die soll nach den ersten Überlegungen zu einer offenen Kirche mit einem vielfältigeren Angebot, wie beispielsweise Lesungen, umgebaut werden. Da nur Projekte eingereicht werden können, die ein Volumen von mindestens 100.000 Euro erreichen, wären dies durchaus förderungswürdige Maßnahmen im Rahmen von Kultur und Tourismus in der Stadt.

Ein zweites Projekt ist die Urlauberbefragung Schleswig–Holstein, an der sich auch Friedrichstadt beteiligt, Die größeren Mitgliedsorte der neuen Lokalen-Tourismus-Organisation der Region (LTO) machen mit, denn die Gäste werden über die Qualität ihrer Urlaubsquartiere und ihre Zufriedenheit befragt. Sie liefern so wertvolle Hinweise für die Touristiker.

Um Anke Stecher glücklich zu machen, müsste sich ein Investor für einen Hotelneubau in Friedrichstadt finden. Bislang allerdings scheiterte das Vorhaben daran, dass es kaum geeignete Grundstücke in Stadtnähe gab. Allerdings könnten sich die Stadtmanager der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Anke Stecher durchaus vorstellen, ein Hotel auch auf den Treenewiesen in Seebüll oder auf dem Gelände der ehemaligen Eidermühle zu errichten. Nach Einschätzung von Anke Stecher könnte sich so eine Investition lohnen, denn der Bedarf sei einfach da. Busreisen würden beispielsweise nach Friedrichstadt wegen des „Bettennotstands“ immer nur als Tagestouren angeboten. „Wir haben aber viele Anfragen nach Nacht-Quartieren von Busreiseveranstaltern, doch müssen wir immer auf andere Orte zum Übernachten verweisen“, sagt die Tourismus-Fachfrau. Sie beklagt gleichzeitig: „Wir holen die Gäste, das Geld verdienen dann andere.“ Mittlerweile sei es sogar so, dass die Reiseunternehmen, mit denen schon länger zusammengearbeitet werde, gar nicht mehr nach Gruppen-Unterbringungen fragen würden.

Doch natürlich wird im Büro am Markt in Friedrichstadt auch an den Aktivitäten für dieses Jahr gearbeitet. So findet am 7. Juni wieder das gemeinsame Frühstück unter dem Motto „Tischlein deck dich“ auf dem Marktplatz statt. Einen Monat später, am 4. und 5. Juli, wird dann ein kleines Jubiläum gefeiert. Die Friedrichstädter Rosenträume werden zum zehnten Mal veranstaltet. Noch ist es nicht gelungen, eine Friedrichstädter Rose zu kreieren. „Die Chancen aber stehen gut“, sagt Anke Stecher, „dass diesmal eine neue Züchtung als Friedrichstädter Rose auf den Markt kommt.“ Und natürlich findet auch wieder das Lampionfest statt. Vom 24. bis 26. Juli steht die ganze Stadt Kopf. Diesmal soll besonders der Sonntag noch mehr belebt werden. In Planung ist ein Shanty-Wettbewerb. Zehn Chöre sollen dann am letzten Festtag um die Gunst der Zuhörer buhlen.

Daneben sind eine ganze Reihe weiterer Aktivitäten vorgesehen, die nicht direkt vom Tourismusverein organisiert sind, wohl aber unterstützt werden. Sei es das Kinder-Kulturfestival, die Kulturnacht, das Drachenbootfestival oder der Herbstzauber. Auch ist wieder ein kleiner Weihnachtsmarkt vorgesehen – und erneut soll versucht werden, einen verkaufsoffenen Sonntag hinzubekommen. „Denn auf der einen Seite werden Millionen in den Tourismus investiert, doch im Winter, wenn die Gäste bummeln und einkaufen wollen, dann dürfen wir nicht öffnen. Das ist doch paradox“, sagt Anke Stecher.

 

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