Geburtstagsgrüße : Auf den Spuren eines großen Musikers

Schüler des Theodor-Storm-Gymnasiums machen sich ihr Bild von Nikolaus Bruhns und seinem Werk.
Eine Schülerin des Theodor-Storm-Gymnasiums macht sich ihr Bild von Nikolaus Bruhns und seinem Werk.

Zum 350. Geburtstag von Nikolaus Bruhns haben Husumer Lions-Clubs und Theodor-Storm-Schule zu einem Wettbewerb aufgerufen und planen ein Konzert, die Husumer Nachrichten legen eine Grafik-Mappe auf.

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22. Mai 2015, 10:00 Uhr

Wie er ausgesehen hat, ist nicht überliefert – auch wenn Wikipedia im Internet ein Porträt von ihm zeigt. Aber das ist genauso verlässlich wie Wikipedia selbst. Auch das Leben von Nikolaus Bruhns (1665-1697) ist kein sprudelnder Quell. Zwar gibt es mit Schwabstedt einen Geburtsort, doch dafür mangelt es an einem verbürgten Geburtstagsdatum. Nur so viel ist gewiss: In diesem Jahr wäre Nikolaus Bruhns – bei entsprechendem medizinischen Fortschritt – 350 Jahre alt geworden. Ein Jubiläum, das gefeiert werden soll. In Husum und anderswo. Ganz vorne mit dabei: Husums Lions und Leos, der Musikzweig der Theodor-Storm-Schule, die Kirchengemeinde St. Marien und die Husumer Nachrichten.

In der Kreisstadt wirkte Nikolaus Bruhns nach Wanderjahren als Orgel- und Geigenvirtuose von 1689 bis zu seinem frühen Tod 1697 als Organist an der 1807 abgerissenen Stadtkirche, die noch aus gotischer Zeit stammte. Als Schüler von Dietrich Buxtehude komponierte er neben vier vollständigen Orgelwerken auch zwölf Kantaten, von denen einige als außergewöhnlich, ja wegweisend gelten. In Husum war Bruhns als Musiker und Kantor hoch angesehen, wenngleich er offenbar ein eigenwilliger, ja geheimnisvoller Zeitgenosse war.

Eine der zahlreichen Aktionen, die an sein Leben und Wirken erinnern sollen, ist bereits in vollem Gange. Gemeinsam mit ihrer Jugendorganisation haben die Lions-Clubs Husum und Goesharde zu einem Gestaltungswettbewerb mit dem Titel „Welches Bild machst Du Dir von Nikolaus Bruhns?“ aufgerufen. Wer dabei sein möchte, sollte sein Bild bis zum
29. Mai in der Stadtbibliothek abgeben. Aus dem Teilnehmerkreis werden danach 50 Gewinne verlost, die von der Husumer Wirtschaft gespendet wurden – vom Einkaufsgutschein über Hiphop-Tanzkurse bis hin zu Konzertkarten. Darüber hinaus wird eine Jury – bestehend aus den Galeristen Marid Taubert und Hans-Heinrich Lüth sowie HN-Redakteur Rüdiger Otto von Brocken – sämtliche Einsendungen in Augenschein nehmen und die drei besten prämieren. Den Hauptgewinner erwartet ein Ausflug zur O2-Arena nach Hamburg – mit Logenplätzen für zwei Personen zu einer Veranstaltung seiner Wahl.

An dem Gestaltungswettbewerb beteiligen sich zudem alle Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Husum und auf Nordstrand. Auch ein Kinder-Malkreis der Volkshochschule ist mit dabei. Und in einer eigenen Kategorie zeigen Kinder und Jugendliche der Rungholtschule sowie der Husumer Werkstätten für Menschen mit Behinderung, wie sie sich Bruhns vorstellen.

Parallel hierzu planen die Husumer Nachrichten eine Grafikmappe mit fünf schleswig-holsteinischen Künstlern, die auch schon beim HN-Grafikmappen-Projekt zur 400-Jahr-Feier der Stadt Husum beteiligt waren. Neben Friedel Anderson werden Falko Behrendt, Otto Beckmann, Hans-Ruprecht Leiß und Manuel Knortz einen professionellen Blick auf Nikolaus Bruhns werfen und sich dabei gewiss nicht auf sein Antlitz beschränken. Das Ergebnis soll im November (der genaue Termin wird noch bekanntgegeben) in der Marienkirche präsentiert werden.

Und nicht nur das: Die Künstler haben sich, soweit es ihre Zeit erlaubt, bereit erklärt, in die Schulen zu gehen und dort über ihre Arbeit zu berichten. Dazu passt, dass Kirchengemeinde und Husumer Nachrichten im November in der Marienkirche nicht nur die Radierungen der Mappen-Künstler, sondern auch ausgewählte Werke des Lions-Wettbewerbs zeigen werden. Zudem sind Signierstunden im Kunden-Center der Zeitung geplant. Und auch Nikolaus Bruhns selbst wird an diesem Tag noch einmal von sich hören lassen. Das jedenfalls verspricht sein Nach-Nach-Nach-Periode-Nachfolger Kai Krankenberg.

Apropos Musik. Auch der Musikzweig der Theodor-Storm-Schule (TSS) beschäftigt sich seit Monaten mit Nikolaus Bruhns und seinem Werk. Gemeinsam mit den Lions-Clubs lädt er für Donnerstag, 16. Juli, zu einem Barock-Empfang in das Schloss vor Husum ein. Danach erklingt in St. Marien ein Festkonzert zu Ehren von Bruhns. Gestaltet wird dieses vom TSS-Oberstufenchor unter Leitung von Jan Hahn sowie vom Leipziger Kammerchor Avelarte, der dazu mit eigenem Barock-Orchester anreisen wird. Und als sollte es so sein, kommt zwei Tage später Ludwig Güttler zu einem Trompetenkonzert ins Schobüller „Kirchlein am Meer“. Barock allüberall also. Und da geht bestimmt noch mehr.  .  .

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