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Modellflugtag in Bordelum : Auf den Spuren der Gebrüder Wright

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Doppeldecker, Jagdflieger und Oldtimer heben beim Modellflugtag in Bordelum ab: Rund 50 Teilnehmer präsentieren ihre Flugzeuge.

Seinen Jungfernflug hat er schon vor wenigen Tagen mit Bravour gemeistert. Heute will der Bredstedter Rentner Herbert Försterling zum zweiten Mal seinen neuesten Nachbau – den ersten 1903 von den Gebrüdern Wright konstruierten Doppeldecker – auf dem Modellflugplatz in Bordelum an den Start bringen.

Der begeisterte Hobby-Modellflugzeugbauer und -pilot ist einer von 50, die zu den fünften Modellflugtagen der Modellfluggruppe (MFG) Leck auf dem vereinseigenen Areal anzutreffen sind. Seit 1987 ist Försterling Mitglied im Verein und baut seine Flugzeuge selbst. Schon als Jugendlicher hat er die Liebe zum Modellfliegen für sich entdeckt. „Das ist jedes Mal eine Herausforderung, ein neues Modell zu bauen. Ich mag am liebsten alte Maschinen. Daran fasziniert mich die Technik besonders. Die Frage am Ende, ob es auch wirklich fliegt, bleibt bis zuletzt offen“, berichtet er. Seine leuchtenden Augen verraten seine Leidenschaft zum Hobby, dass er besonders Jugendlichen immer wieder ans Herz legt.

„Der Wind ist gerade ein bisschen zu stark. Ich warte lieber bis heute Abend. Dann soll er nachlassen“, stellt er fest und verankert sein Modell in der Reihe der vielen anderen. Schließlich sollen ja auch die Besucher ihren Spaß beim Anschauen haben und eine Bruchlandung wolle er nicht riskieren. Dafür habe ihn der Bau unzählige Arbeitsstunden gekostet. Das Flugzeug habe er mit einem Elektromotor ausgestattet. Genial findet er, wie viel Leistung solche Motoren inzwischen brächten. Nur an der Betriebsdauer der Akkus müsse noch gearbeitet werden. Für nur gut fünf Minuten Flug-Spass reiche sie.

Wie im vergangenen Jahr ist auch der IT-Experte Matthias Knörich aus Hamburg mit einigen seiner Modelle angereist. Er beschäftigt sich, wie er sagt, als Ausgleich zum Beruf, mit dem Bau von Flugzeug-Unikaten, die er dann auch gern fliegt. Er ist Mitglied im Modellsportclub Hamburg. Mit dessen Vorsitzenden Norbert Trost und weiteren Freiwilligen unterstützt er den befreundeten Verein in Nordfriesland einmal mehr auch wieder tatkräftig. Julian Knörich (7) ist bereits vom Modellbau-Virus angesteckt. Voller Spannung schaut er zu, wie sein Vater die Maschine, eine knallrote „Stison SR – 1“, klar macht. Der nimmt die Fernbedienung in die Hand und stimmt Höhen- und Seitenruder aufeinander ab. Nach einer letzten Sichtprüfung durch Vereinskollegen Trost geht es los. Rasant lässt er die kleine Maschine in den noch grauen Bordelumer Himmel aufsteigen. Sein Lächeln verrät, dass er zufrieden ist.

„Ich bin oft auf Modellflugtagen zu Gast. Tarp und Bordelum sind immer feste Größen“, verrät der Husumer Manfred Nissen. Allein das Zuschauen sei faszinierend. Einige Gäste nutzen das Angebot, unter Anleitung eines Piloten im „Lehrer-Schülerbetrieb“ selbst eines der Modelle zu steuern. Passieren kann ja nichts, denn der Lehrer kann jederzeit eingreifen. Beide Bedienungseinheiten sind per Kabel aneinander gekoppelt. „Ich bringe bei den Anfängern das Flugzeug erst mal nach oben, bevor der Schüler übernimmt. Dabei kann er in Ruhe ein Gefühl für das Fliegen bekommen, bevor wir das Landen und Starten üben“, so der Vorsitzende des MFG Leck, Günther Lönne. Jeden Freitagnachmittag sei er vor Ort und biete Anfängern kostenloses Schnuppern an. Was ihm im Verein fehle, seien junge Leute. Dabei könnten diese für wenig Geld aktiv sein. Sie lernen nicht nur Fliegen, sondern auch das Bauen. Das sei allemal besser, als vor Bildschirmen oder dem Smartphone zu agieren. Er selbst habe heute ein Modell eines englischen Doppelsitzers, der bis 1936 genutzt wurde, mitgebracht. Mit von der Partie ist auch Heiko Mast aus Garding. Seit 40 Jahren nutzt er das Hobby, um aus dem Alltag abzutauchen. Selbst etwas zu schaffen, reize besonders. Sein neues Werk, der Nachbau einer „Morane-Saunier“ mit Sternmotor werde er noch in die Luft bringen.

Gegen Abend lässt der Wind tatsächlich nach und die Sonne lässt sich auch noch blicken. Försterling startet nicht ohne Stolz unter Beifall der Zuschauer seinen Doppeldecker. Am Sonntag war Sonne satt angesagt und die zog noch einmal viele Besucher an. Mehr Info unter www.mfgleck.de.

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