Kreis Nordfriesland : Auf dem Weg zur Modellregion

Bundesminister Christian Schmidt (links) mit Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen in Berlin.
Bundesminister Christian Schmidt (links) mit Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen in Berlin.

Der Kreis Nordfriesland ist bei einem Kreativ-Wettbewerb des Bundes dabei. Wer die besten Konzepte vorlegt, wird Modellregion. Dann gibt es mehr als eine Million Euro, um die Ideen umzusetzen.

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03. Dezember 2014, 13:00 Uhr

Der Kreis Nordfriesland ist als einer von insgesamt 39 Landkreisen in Deutschland für ein Modellvorhaben des Bundes ausgewählt worden. Im Beisein von Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen gab der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, gestern bei der Auftaktveranstaltung in Berlin den Startschuss für das Projekt „Land(Auf)Schwung“. Es ist ein Kreativ-Wettbewerb um die pfiffigsten Ideen für die Zukunft der ländlichen Räume. Rund ein Dutzend Modellregionen mit den besten Konzepten werden schließlich ausgewählt und können dann mit Förderungen in Millionenhöhe ihre Lösungsansätze ausprobieren.

„Wir setzen neue Impulse für Leben, Arbeiten und das Miteinander in ländlichen Regionen. Wir wollen die Regionen dort abholen, wo sie stehen und bei der Weichenstellung für die Zukunft unterstützen“, sagte der Bundesminister anlässlich der Auftaktveranstaltung. Wie Nordfriesland stehen alle nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählten, strukturschwachen Landkreise aus den deutschen Flächenländern vor enormen Herausforderungen. Besonders im Fokus: der demografische Wandel, die Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft, Fragen der Daseinsvorsorge sowie die interkommunale und regionale Zusammenarbeit.

„Wenn sich Menschen mit Unternehmergeist, Kreativität und Leidenschaft mit Herz und Hand für ihre Heimat engagieren, können ländliche Regionen ihre Stärken entwickeln und Perspektiven für eine Zukunft mit einer hohen Lebensqualität schaffen – gerade für junge Menschen und Familien“, so Schmidt. Dabei soll der Ideenwettbewerb „Land(Auf)Schwung“, für den nach Ministeriumsangaben 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen, den Akteuren bewusst viel freien Raum für Experimente lassen. Der Bundesminister: „Einzelne Projekte können Vorbildcharakter bekommen, wie der Wandel zur Chance für den ländlichen Raum und sogar unser ganzes Land werden kann.“

„Für Nordfriesland ist es eine Ehre, aber auch eine Belohnung für unsere gute Vorarbeit der vergangenen Jahre, dass die Bundesregierung uns zur Teilnahme an ihrem Wettbewerb Land(Auf)Schwung eingeladen hat“, erklärte Landrat Dieter Harrsen auf Anfrage. „Mit unserem Masterplan ‚Daseinsvorsorge‘, dem Kooperationsraum- und dem Mobilitätskonzept haben wir bereits Grundlagen geschaffen, die uns nun sehr zugute kommen“, ist er überzeugt. Der Bund fordert 39 der rund 300 Kreise in Deutschland auf, konkrete Ideen zur Abfederung des demografischen Wandels im ländlichen Raum zu entwickeln und fördert ihre Umsetzung: „Diese Chance müssen wir nutzen“, bekräftigte Landrat Harrsen. „Deshalb werden wir nun auf unsere Städte und Ämter, aber auch auf die Aktiv-Regionen zugehen, um ein Umsetzungskonzept zu entwickeln, das den Bund überzeugt.“ Wichtig ist ihm, dass es hierbei nicht um ein Projekt der Kreisverwaltung geht, sondern bestehende Initiativen und Netzwerke aus dem gesamten Kreisgebiet die Möglichkeit haben, ihre Ideen einzubringen.

Die Akteure im Kreisgebiet haben jetzt bis zum Mai kommenden Jahres Zeit, Chancen für Nordfriesland zu identifizieren und passgenaue regionale Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. Im Juni wird eine unabhängige Jury zehn bis dreizehn Modellregionen küren. Die dreijährige Förderphase startet dann im Juli. Pro Region sollen für den Projektzeitraum zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. „Damit kämen wir ein deutliches Stück weiter“, betonte Landrat Dieter Harrsen.

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