Niebüll : Auf dem Weg zum Bildungsstandort

Arbeitsgruppen informierten bei der Abschluss-Veranstaltung über Themen und Ergebnisse. In allen Bereichen wird weitergearbeitet.

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26. April 2013, 09:48 Uhr

Niebüll | Sie wollen weitermachen. Darüber waren sich die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung zum Bildungsstandort Niebüll einig. "Fertig sind wir noch lange nicht. Es ist vielmehr ein Boxenstopp", stellte Bürgermeister Wilfried Bockholt bei der Begrüßung der Arbeitsgruppen fest, die zu einer Bilanz und zum Austausch in die Mensa der Regionalschule eingeladen waren.

Mit der Abschlussveranstaltung, die Musik, einen Imbiss und viel Information bot, wollte die Stadt "einfach nur mal danke sagen", so Bockholt an die Adresse der Arbeitsgruppen, an Judith Horn vom Amt Südtondern, die für das Projekt freigestellt worden war, sowie an Maja Hornberger von der Service-Agentur "Ganztägig lernen". Zu deren Aufgaben gehörten die Prozessbegleitung sowie die Angebote von Fortbildungsveranstaltungen und Netzwerktreffen.

"Alle arbeiteten gemeinsam an diesem großen Thema", würdigte der Bürgermeister das Engagement in den Arbeitskreisen und fügte hinzu: "Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre des Miteinanders."

Im Schnitt fanden fünf bis sechs Treffen der vier Arbeitsgruppen statt, deren Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern kamen, so Juliane Ebberg-Suhr. Sie stellte das Ergebnis für das Team "Bildung ist mehr als Schule" vor. Das ist die Niebüller Erklärung, die in der März-Sitzung der Stadtvertretung einstimmig verabschiedet wurde. Die Stadt bekennt sich damit zur Förderung und Wertschätzung aller Bildungseinrichtungen.

Übergänge ziehen sich durch das ganze Leben eines Menschen. Der erste findet mit der Aufnahme in den Kindergarten statt, wenn das Kind aus der Familienobhut geht. "Da wollten wir ansetzen," so der Sprecher dieser Arbeitsgruppe, Axel Scholz. Als Hilfe für diesen Übergang initiierte die Arbeitsgruppe einen Tag der Kindergärten und erarbeitete einen mehrsprachigen Flyer, in dem sich die Kindertagesstätten in Kurzform vorstellen.

Elternarbeit, Rentner und Pensionäre mehr einbinden und Förderung der Integration waren die Themen in der Arbeitsgruppe Kooperation. Sprecher Mario Vosgerau verwies auf Angebote wie Deutsch als Fremdsprache.

"Wir brauchen für Niebüll eine Art Beteiligungsmanager", erklärte Sprecherin Gesche Zimmermann zu einer Forderung aus der Arbeitsgruppe Beteiligung. Dabei geht es um die begleitende Unterstützung der Arbeitsgruppen. Das ist in den Gremien der Stadtvertretung beraten, aber mit Blick auf ein Gespräch dazu im Amt zurückgestellt worden. Die frühzeitige Beteiligung der Bürger bei größeren Vorhaben soll als Selbstverpflichtung in die Geschäftsordnung der Stadtvertretung aufgenommen werden. Beteiligung wurde in der Arbeitsgruppe mit einer Zukunftswerkstatt für Kinder und Jugendliche, für Erwachsene und einer Planungswerkstatt für beide zusammen praktiziert.

Was die Jugendlichen sich wünschen, führten sie den Gästen der Abschluss-Veranstaltung mit einem selbst gebastelten Modell für eine bunte Stadt, einem Metal-Schuppen und einem Einkaufszentrum vor Augen. Ein weiteres Projekt zur Beteiligung der jungen Einwohner ist die Gründung eines Kinder- und Jugendbeirats. Dieser soll ein Sprachrohr für die Jugendlichen in den kommunalpolitischen Gremien sein, wie der Schülersprecher der Friedrich-Paulsen-Schule, Moritz Funk, erklärte. "Demokratie lernen geht nur durch Demokratie leben." Der Beirat soll sich weiter um Projekte in den Bereichen Freizeit, Bildung und Beruf kümmern. Erste Vorbereitungen für die Gründung sind getroffen, jetzt geht es an die Wahl: "Wir hoffen, dass wir sie bald durchführen können", so Moritz Funk.

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