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Tönning : Auch ohne Klinik: Förderverein will weitermachen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er setzt sich nun für eine 24-Stunden-Notfallversorgung auf Eiderstedt ein. Für die Auflösung fand sich in einer Mitgliederversammlung keine Mehrheit.

„Wir haben gekämpft und verloren – und mit uns die Landschaft Eiderstedt.“ Dieses Fazit zog der Vorsitzende des Fördervereins Tönninger Krankenhaus, Hans Jocob Peters, bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Tating. In seinem Jahresrückblick bedauerte er die vorzeitige Schließung des Krankenhauses in der Eiderstadt Ende vergangenen Jahres sowie die noch immer nicht realisierte 24-Stunden-Notfallversorgung für niederschwellige Notfälle. Entgegen der Zusage des Landrats könne das hierfür vorgesehene medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in der Berufsgenossenschaftlichen Klinik in St. Peter-Ording immer noch keine Notfallambulanz rund um die Uhr anbieten.

Für eine derartige Einrichtung auf Eiderstedt haben sich in einer Petition mehr als 3200 Personen ausgesprochen, so Peters weiter, die er im November vergangenen Jahres dem Landrat überreicht hatte. Mit der zugesagten Förderung für dieses Projekt in Höhe von 137  000 Euro sei erst Ende des Jahres zu rechnen, habe ihm der Kreis auf Nachfrage mitgeteilt. Gegenwärtig biete das MVZ in der ehemaligen Klinik Tönning nur zu den üblichen Öffnungszeiten von Arztpraxen eine Notfallversorgung an.

Peters würdigte die Unterstützung des Amtes Eiderstedt und die der Stadt Tönning für eine medizinische Nahversorgung und zeigte sich enttäuscht darüber, dass rund 82 Prozent der Eiderstedter das vom Kreis initiierte Bürgerbegehren im Zusammenhang mit der Landtagswahl unterstützt hatten und somit die gegenwärtige Versorgung akzeptieren.

Angesichts dieser Situation wurde die Abstimmung über eine Auflösung des 1989 gegründeten Vereins mit Spannung erwartet. Am Ende sprachen sich nur zwölf der 21 Stimmberechtigten für einen Schlussstrich unter den Einsatz der Ehrenamtler aus. Neun waren dagegen. Damit wurde die satzungsgemäße Vorgabe einer Zweidrittel- Mehrheit für diesen Schritt verfehlt.

In der vorangegangenen Diskussion kritisierte Vereins-Vize Egon Kring den Kreistag. „Nach meinem Eindruck werden wir dort mit unseren 18  000 Einwohnern und 2,5 Millionen Übernachtungsgästen im Jahr nicht für voll genommen.“ Und: „Wichtige Zusagen wurden bislang nicht eingehalten und 70 Arbeitsplätze in Tönning vernichtet“, sagte er. Nur die Kreistagsabgeordnete Mery Ebsen aus Tönning und zwei weitere Mitglieder ihrer Fraktion hätten die Eiderstedter unterstützt. Diese fragte nach, ob Pläne für eine Geriatrie in dem Gebäude der ehemaligen Klinik bekannt seien, was verneint wurde. Zusammen mit Gerhardt Bittner, Peter Hansen, Rolf Zimmermann und anderen Teilnehmern der Versammlung würdigte sie das Engagement des Vereins und appellierte an den Vorstand, die Arbeit nicht aufzugeben, bis die Notfallversorgung rund um die Uhr gesichert ist. Zu den Befürwortern gehörte auch Margarethe Schmidt. „Werft die Flinte nicht voreilig ins Korn“, sagte die Seniorin, die aus einer Bürgerinitiative heraus zu den Mitbegründern des Vereins gehörte und vor einem Vierteljahrhundert das Tönninger Krankenhaus vor der Schließung gerettet hatte. Dr. Alfonso Grande bemängelte die geringe Rückmeldung aus der Bevölkerung und bedauerte die Schließung des Krankenhauses, das gerade bei älteren Einwohnern beliebt gewesen sei.

„Wir wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen“, erklärte der Vorsitzende nach der Abstimmung und kündigte eine neue Versammlung an, die im Herbst stattfinden soll. Er bittet alle Mitglieder, sich aktiv einzubringen und für die Vorstandarbeit zur Verfügung zu stellen.

Nach erheblichen Ausgaben für Werbebanner und Anzeigen verfügt der Verein über ein Guthaben von mehr als 16  000 Euro, teilte Kassenwartin Christiane Janns mit.




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