Ahrenshöft : Auch im Tierheim ist Weihnachten

Sortieren und verstauen die vielen Gaben: Jamilah Liesenfeld, Daniela Dorn und Ingrid Lieseberg.
Sortieren und verstauen die vielen Gaben: Jamilah Liesenfeld, Daniela Dorn und Ingrid Lieseberg.

Die Bescherung war ein voller Erfolg: Viele neue Spender unterstützen nun den Tierschutzverein Nordfriesland in Ahrenshöft.

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23. Dezember 2017, 14:00 Uhr

Jetzt, während der Weihnachtsfeiertage, geht es beim Tierschutzverein Nordfriesland in Ahrenshöft ruhig zu. Die Hunde und Katzen werden im Wechsel von den Tierpflegern versorgt und sie bekommen – weil Feiertag ist – auch hin und wieder besondere Leckerlis. „Auch Weihnachten ist für die Pfleger ein ganz normaler Arbeitstag, nur etwas ruhiger“, sagt Daniela Dorn, Mitglied im Vorstand und eine der vier diesjährigen Mensch-des-Jahres-Kandidaten der Husumer Nachrichten. „Morgens um 7 Uhr beginnt ihr Dienst.“ Dann heißt es putzen, füttern, die Hunde herauslassen und vieles mehr. „Zwischendurch ist aber Zeit für Streicheleinheiten, zum Fell bürsten und zum spielen.“ Für die Tiere, die noch in den Quarantäne-Räumen ausharren müssen, spielt tagsüber das Radio – damit sie sich nicht alleine fühlen. Vermittelt wird bis zum 1. Januar nicht.

Noch vor ein paar Tagen ging es hier lebhafter zu. Der Grund dafür: die Tierbescherung. Einige Tage vor den Heiligabend ist sie in Ahrenshöft eine lieb gewordene Tradition geworden. Die ohnehin schon gute Resonanz wurde dieses Mal noch getoppt. Die Zahl der Tierheim-Besucher an diesem Tag schätzt Daniela Dorn auf etwa 200 bis 300. Dabei hatten alle nur zwei Stunden Zeit, ihre Geschenke zu überbringen und sich hier umzusehen, Kakao und Glühwein sowie frische Futjes zu genießen – damit sich der Stress für die Hunde und Katzen in Grenzen hielt. Vier Mitarbeiter und rund 20 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz.

Drei Räume füllen inzwischen die Gaben der Tierfreunde aus allen Ecken des Kreisgebietes. Sorgfältig werden sie verstaut. „Die Spenden, die wir dieses Mal erhalten haben, decken – abgesehen vom Spezialfutter, dass wir extra besorgen – gemeinsam mit den Gaben aus den Futterboxen den Jahresbedarf“, ist sich Daniela Dorn sicher.

Natürlich wissen die Tierpfleger und die Mitarbeiter genau, was jedes ihrer Schützlinge benötigt, und so bekommt jedes Tier die ihm zugedachten Spenden. Ausgangspunkt war eine Amazon-Wunschzettel-Aktion. „Das funktioniert ähnlich wie ein Hochzeitstisch in einem Geschäft“, berichtet Daniela Dorn. „Bei den hier gelisteten Händlern sind Wunschzettel der jeweiligen Katzen und Hunde eingestellt, aus denen die Kunden das auswählen und ein bestimmtes Tier beschenken dürfen.“ Während der gesamten Adventszeit gab es weiterhin einen besonderen Adventskalender auf der Homepage und der Facebook-Seite des Vereins. Jeden Tag durfte sich eines der Tiere aus dem Heim in Ahrenshöft vorstellen und einen Wunsch äußern. „Wir haben das Adventstürchen jedes Mal mit einem kleinen Foto und der Geschichte verbunden“, so Daniela Dorn. „Es fällt den Menschen einfach leichter, gezielt für einen bestimmten Hund oder eine Katze etwas zu geben, als anonym zu spenden.“

Den Anfang bei dem Adventskalender durfte der fast blinde Kater Stevie machen. 2012 geboren wurde er in einem schlimmen Zustand gefunden. Inzwischen hat er sich aber erholt. „Verschmust, gesprächig und super verfressen“ genießt er das Privileg, im Büro und dem angrenzenden Aufenthaltsraum leben zu dürfen. „Das ist aber keine Dauerlösung“, sagt Daniela Dorn. „Weil er viel trinkt, muss er entsprechend viel pinkeln.“ Daher hat er sich im Adventskalender auch Klumpstreu gewünscht. Das wollte eine Leserin seines Wunschzettels nicht so recht glauben und fragte sinngemäß nach: „Nun mal ehrlich Stevie, was ist denn wirklich Dein Wunsch?“ Stevie hat einen Paten, der ihn regelmäßig besucht, aber er sucht noch nach einem neuen Zuhause – eine reine, ruhige Wohnungshaltung. Dorn: „Irgendwann wird sich schon jemand in Stevie verlieben.“

Noch immer bringen die Zusteller Pakete und Päckchen, viele davon liebevoll verpackt und verziert, die an den jeweiligen Hund oder die Katze adressiert sind. Fläschchen und Decken, Mäntel, Snugglesafes (kleine Heizkissen) und viele andere Dinge sind enthalten. „Ob die Tiere, wie gesagt wird, in der Heiligen Nacht wirklich sprechen? Wir werden es nicht erfahren“, sagt Daniela Dorn lächelnd. „Aber wenn sie es tun, würden sie sich für die vielen Spenden bedanken.“


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