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Neues Baumgutachten : Auch im Stadtfeld dröhnen Sägen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das zweite Baumgutachten für Friedrichstadt liegt vor. Bevor bei mehr als 90 Bäumen in der Innenstadt die Kronen ausgelichtet werden, müssen die an den Ufern der Grachten liegenden Boote entfernt werden. Das Jugendzentrum bietet seine Hilfe an.

Seit gestern liegt es nun vor, das zweite Gutachten von Walter Buenstorf aus Westerrönfeld. Der Baumsachverständige hat nämlich auch den Bestand auf dem Stadtfeld unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass dort, mitten im Herzen der Altstadt, ein Baum gefällt werden muss. Zudem empfiehlt er die Kronen diverser Bäume kräftig auszudünnen, damit sie nicht in den kommenden Jahren ebenfalls gefällt werden müssen.

Zuvor hatte der Sachverständige bereits ein erstes Gutachten vorgelegt. In den Straßenzügen Alter Markt, Am Mittelburgwall, Am Westersielzug, Am Binnenhafen und Am Fürstenburgwall hat er 188 Bäume genau unter die Lupe genommen, von denen 18 gefällt, 90 ausgelichtet und bei weiteren 13 die Kronen stabilisiert werden müssen.

Der städtische Bauhof hat mit der Abarbeitung der Gutachter-Empfehlungen entlang des Mittelburggrabens begonnen, das Auslichten und Stabilisieren wird dann später von einer Fachfirma übernommen. Da der Bauhof auch über einen kräftigen Schredder verfügt, kann er das anfallende Astwerk direkt vor Ort zerkleinern und muss kein Unternehmen beauftragen Das so eingesparte Geld, zwischen 6000 und 10. 000 Euro, wurden in das Stadtfeld-Gutachten investiert. Landwirte aus der Umgebung holen das Schreddergut kostenlos für den Eigenbedarf ab. Allerdings, so Bürgermeister Eggert Vogt, werde davon genug für die Friedrichstädter Interessenten übrig bleiben. Wer Schreddergut zur Beetabdeckung benötigt, sollte sich mit dem Bauhof in Verbindung setzen.

Das Holz der Bäume wird ebenfalls in den Verkauf kommen. Allerdings weist Vogt daraufhin, dass es nur an Friedrichstädter Bürger abgegeben werde. Nicht alles könne als Brennholz genutzt werden, viele Baumstämme seien derart morsch, dass quasi nur noch eine dicke Außenhülle bestehe.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Stadt mit der Baumpflegeaktion in der Innenstadt. Die aus Sicht vieler Anlieger zur Plage gewordenen Krähen, haben dadurch weniger Nistplätze. „Doch die Vergrämung der Tiere ist nicht unser Hauptanliegen“, unterstreicht Vogt. Es sei lediglich ein positiver Nebeneffekt. Der Bürgermeister führt als Beweis das Baumgutachten an. Dort heißt es unter anderem, dass im begründeten Verdachtsfall mit einer Bohrnadel Dichte und Zustand der Holzspäne untersucht werden. Zudem wird die Holzqualität bewertet und der vorhandene Befall mit Lignin- und/oder Zellulose abbauenden Pilzen bewertet. Bei Pilzbefall werden unter Berücksichtigung der Pilzgattung die Art der Fäule, der zu erwartende Fortschreitungsgrad, die Ausdehnung und der Zersetzungsgrad bewertet.

Der Sachverständige erläutert auch, dass häufig schon durch eine Kronenkürzung die Standsicherheit eines Baumes erheblich verbessert werden könne. Bereits durch eine Oberkronenkürzung von zwei bis drei Meter, so heißt es in dem Gutachten, könnte die Grundsicherheit einer beispielsweise 26 Meter hohen Linde nahezu verdoppelt werden.

Um keine Schäden an den im Uferbereich der Grachten gelagerten Boote während der Fäll-, beziehungsweise Kappaktionen zu verursachen, müssen die Bootsbesitzer ihre Fahrzeuge bis Sonntag (9.) entfernen. Dabei unterstützt das Jugendzentrum. Auf Anforderung rückt ein Trupp junger Leute unter Leitung von Jugendbetreuer Volker Klomann an, um die Wasserfahrzeuge in Sicherheit zu bringen. Gestern wurde als erstes das Boot von Pastor Michael Jordan abtransportiert.

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erstellt am 06.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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