Neue Schülerfirma : Auch die Seife macht Sommerferien

Da mit Natronlauge gearbeitet wird, tragen alle Schüler und Stephan Janzen (M.) Schutzkleidung.
Da mit Natronlauge gearbeitet wird, tragen alle Schüler und Stephan Janzen (M.) Schutzkleidung.

An der Mildstedter Gemeinschaftsschule wurde die dritte Schülerfirma ins Leben gerufen, sie produziert Seife. Die Rohmasse muss nun drei Wochen ruhen. Dann kann sie in Stücke geschnitten werden, die dann aber wieder drei Wochen lang ruhen müssen.

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12. Juli 2014, 17:00 Uhr

Nein, eine Erbsensuppe ist es nicht, die da im großen Kochtopf püriert wird. India-Sophie Huß zerkleinert mit dem Pürierstab auch keine Schokoladenstückchen für einen Pudding. Eher riecht es stark nach Zitrone im Chemieraum der Gemeinschaftsschule Mildstedt. Alle Schüler tragen einen Mundschutz und weiße Kittel. Fachlehrer Stephan Janzen: „Wir stellen hier mit unserer dritten Schülerfirma Mild & Dufte Seife her. Dazu arbeiten wir unter anderem mit Natronlauge. Da ist Vorsicht geboten.“

16 Schüler nehmen mit Begeisterung am Wahlpflichtunterricht teil – abgekürzt WPU. „Anfangs haben wir Seifen noch nach vorgegebenen Rezepten hergestellt, aber jetzt haben wir unsere eigene Mixtur für unsere Naturseifen entwickelt“, sagt der Fachlehrer. Die Zutaten dazu werden unter anderem auf kürzestem Weg bezogen – beispielsweise von der zweiten Schülerfirma Summ & Söt. Denn dort sind Honig und Bienenwachs erhältlich. Kokosöl, Kakaobutter, Oliven- und Rapsöl sowie weitere Zutaten werden übers Internet bezogen.Viel „Wissen hat sich der 49-Jährige angeeignet. Die fertigen Produkte finden reißenden Absatz. Das trifft übrigens auch für die erste Schülerfirma Cox & Co zu, die Apfelsaft produziert und die zweite Schülerfirma Summ & Söt, die Honig herstellt. Erhältlich sind alle Produkte im Schulsekretariat.

„Mild & Dufte“ ist eine Entwicklung von Janzen. Bereits jetzt werden neben der Naturseife sprudelnde Badekugeln und eine Ringelblumensalbe ohne Konservierungsstoffe hergestellt. Und wie sieht die weitere Planung aus? „Nun“, verrät der Pädagoge, „für das nächste Jahr haben wir die Herstellung von Hand- und Fußcreme vorgesehen. Auch hierbei soll mit Naturprodukten gearbeitet werden.“ Einiges davon ist ja vielleicht im großen Schulbiotop zu finden, das Stephan Janzen auch betreut.

In die Seife, die durch längeres Pürieren mittlerweile zu einem cremigen Brei geworden ist, kommen Limogras, Orangenöl und Litseaöl – es riecht richtig gut. Während India-Sophie (15) und Leilan (17) den Brei in eine längliche Form gießen und glattstreichen, verpacken Milena (15), Alina (15) und Oke (16) fertige Vanilleseifen aus der vorangegangenen Produktion liebevoll als Geschenk. Und die jetzigen Seifen? Janzen: „Manche müssen wir noch mal schlafen legen und in Tücher einpacken. Sie erhitzen sich in den nächsten 24 Stunden nochmal richtig. Bei der jetzigen Masse ist das nicht nötig – da geht alles von alleine. Sie geht mit uns sozusagen in die Ferien und bleibt drei Wochen in dieser langen Form. Dann können wir sie in Stücke schneiden. Diese müssen aber noch drei Wochen liegenbleiben.“

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