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Heimspiel in Husum : Auch der Jazz hat ein Zuhause

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Flensburger Musiker Ulf Meyer und Martin Wind sind am 19. Mai im Jazzclub im Englischen Bahnhof zu Gast. Es ist nicht das erste Heimspiel der Flensburger an der schleswig-holsteinischen Westküste.

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erstellt am 04.Mai.2017 | 12:15 Uhr

Ein Konzertereignis der besonderen Art präsentiert der Jazzclub im Englischen Bahnhof am Freitag, 19. Mai.

Dann werden dort Ulf Meyer und Martin Wind erwartet. Gitarrist Meyer, Jahrgang 1955, zählt zu den wenigen Jazz-Exportschlagern, die Norddeutschland zu bieten hat. An der dänischen Grenze geboren, trägt seine Musik bis heute stark skandinavische Züge – einer von vielen Anknüpfungspunkten zu seinem langjährigen Freund und musikalischen Weggefährten Martin Wind. Der gebürtige Flensburger lebt New York, arbeitet als Dozent in der Jazz-Abteilung der dortigen Universität. Zudem hat der Bass-Virtuose mit nahezu allen Jazz-Größen seiner Zeit – so erst kürzlich in Wichita mit Pat Metheny – auf der Bühne gestanden. Im Interview erklärt Martin Wind unter anderem, warum er sich auf das „Heimspiel“ in Husum (Beginn 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr) freut.

 

Sie spielen sowohl in großen Häusern als auch kleinen Clubs. Was von beidem ist Ihnen lieber?

Ich liebe sowohl die Konzertsäle als auch die Clubs; ich habe ja einen sehr starken klassischen Hintergrund und habe die Konzentration und Disziplin eines Konzertvortrags immer sehr gemocht. Im Club geht es schon einmal etwas lockerer zu: Man macht vielleicht die eine oder andere humorige Ansage und spielt unter Umständen etwas risikofreudiger – auch das finde ich klasse!

Mit Ulf Meyer verbindet Sie eine Jahrzehnte lange, nicht nur musikalische Freundschaft. Aber Sie leben in New York, er hier. Wie schaffen Sie es trotz räumlicher Trennung, ein Duo-Programm auf die Beine zu stellen?

Wir müssen einfach längerfristig planen und unsere Aktivitäten auch schon einmal mit einem anderen Projekt oder Anlass koordinieren. Ich beschloss zum Beispiel vor etwa eineinhalb Jahren, dass ich zu meinem 30. Abi-Jubiläum am Alten Gymnasium im Mai nach Flensburg kommen wollte; daraufhin haben Ulf und ich angefangen, an ein paar Konzertterminen für das Duo zu arbeiten. Zusätzlich werden wir in dieser Zeit eine neue CD aufnehmen. Und für ein Konzert im Rahmen des Elbjazz-Festivals zusammen mit der Big Band der Musikhochschule in Hamburg wurde ich darüber hinaus auch noch verpflichtet.

 

Jazz ist – bildlich gesprochen – eine Sprache mit vielen Idiomen. Was ist Ihre gemeinsame Sprache? Das Nordische?

Wir wurden in unseren Anfängen sehr beeinflusst von dem dänischen Bassisten Niels Henning Ørsted Pedersen und dem belgischen Gitarristen Philip Catherine. Uns gefiel, wie locker die beiden mit Jazz-Standards umgingen, aber auch wie sie zum Beispiel dänische Volkslieder interpretierten. Diese Ansätze haben wir im Laufe der Jahre versucht, auf unsere Art und Weise tiefer zu erforschen. Ganz deutlich wird das Resultat für mich zum Beispiel in unseren Aufnahmen „Fjord Songs“ und „Fjord Skies“.

Und wie drückt sich das aus?

Durch eine eher lyrische und melodiöse Art zu spielen und eine Grundstimmung, die Ulf einmal als eine „positive Melancholie“ bezeichnet hat.

Sie haben mit vielen Jazz-Größen zusammengespielt. Was ist das Besondere am Duo Martin Wind  /  Ulf Meyer?

Das Besondere ist gewiss unsere Freundschaft und die Verbundenheit unserer Familien. Wir kennen uns nun seit rund 30 Jahren, kommen beide aus Flensburg und haben unsere Kinder erwachsen werden sehen. Bei Ulf fühle ich mich nicht nur musikalisch zu Hause, hier ist meine Heimat.

 

>Karten für diese Veranstaltung gibt es (so lange der Vorrat reicht) an der Abendkasse. Und wer in Husum leer ausgehen sollte, der kann versuchen, das Duo am Tag darauf – dem Sonnabend, 20. Mai – ab 19.30 Uhr im Lütke-Namens-Saal des Alten Gymnasiums in der Selckstraße 1 in Flensburg zu sehen.

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