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Weinachtsbäume sind gefragt : Auch am Heiligabend brummt das Geschäft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Immenstedter Tannenbaumverkäufer und -züchter weiß alles über den Weihnachtsbaum. Auch Heiligabend kommen noch viele Kunden, denn das Fest kommt für viele plötzlich und überraschend.

Weihnachtsbaum ist nicht gleich Weihnachtsbaum. Über die Unterschiede könnte Manfred Eggert aus Immenstedt ein dickes Buch schreiben, denn was der 67-Jährige in seiner mehr als 25-jährigen Erfahrung als Tannenbaumverkäufer, -züchter und -schläger schon alles erlebt hat, verrät er immer nur häppchenweise. Etwa die Geschichte von der Husumer Kundin, die schon seit Jahren bei ihm auf dem Dorf, auf dem Tannenhof in Immenstedt, den richtigen Baum findet. So kam die gute Frau schon sehr früh aus der Stadt, um sich eine für ihre Wohnung angemessene Edeltanne auszusuchen. Und Eggert versah das Gewächs dann mit einem Namensschild. Nun, so berichtet er, wurde dieser, wie alle bestellten Bäume, auf den Rasen neben dem Verkaufsstand gelegt. Doch am Tag vor dem Fest gab es große Aufregung – die Tanne war nicht mehr zu finden. Hatte womöglich ein Dieb den Baum mitgenommen?

Noch während der Weihnachtsfeiertage klärte sich der Fall schließlich auf. „Die Kundin hat bei mir angerufen und berichtet, dass sie bei einer Freundin in Husum zum Baumgucken gewesen war. Und dort, man glaubt es nicht, stand der eigentlich von ihr ausgesuchte Tannenbaum festlich geschmückt – das Namensschild hing sogar noch dran“, erzählt Eggert mit einem schelmischen Grienen. Denn die Freundin der Husumerin hatte den Baum nicht etwa gestohlen, sondern regulär in Immenstedt bei einem seiner Verkäufer erstanden. Dass der Baum reserviert gewesen war, hatte dieser nicht gewusst, da die neue Besitzerin ihn vom Rasen aufgehoben und zum Verkäufer getragen hatte. So war nicht aufgefallen, dass es sich um eine bestellte Tanne gehandelt hat. Übrigens: Die beiden Husumer Frauen sind auch nach diesem Vorfall noch immer Freundinnen und sollen im Nachhinein darüber herzhaft gelacht haben, versichert der Immenstedter überzeugend.

Wie soll denn ein perfekter Tannenbaum aussehen, Eggert züchtet ausschließlich Nordmanntannen auf zehn Hektar rund um den Stollberg, auf einigen in Dänemark und auf einem Hektar in der Nähe von Immenstedt. „Er muss gerade sein, darf keine gebogene Spitze haben und sollte so gewachsen sein, dass seine Zweige gut geschmückt werden können.“ Um eine gerade Spitze zu bekommen, muss der Immenstedter selbst Hand anlegen. Vorsichtig werden sie bei den Bäumen in den Plantagen umwickelt, damit sie nicht umgebogen oder abgeknickt werden, beispielsweise durch Vögel.

Wenn die Tannen erst einmal geschlagen sind, dann benötigen sie, wie der Fachmann sagt, kein Wasser mehr. Er muss es wissen, schließlich fällt er im Schnitt 1500 Bäume pro Saison. „Die Pflanzen befinden sich ab Oktober in einer Art Winterschlaf und nehmen dann keine Flüssigkeiten mehr auf. Daher ist es nicht nötig, sie in Wasser zu stellen“, sagt er im Brustton der Überzeugung. Allerdings hat er auch einen langjährigen Kunden, der darauf schwört, dass der Baum nur besonders schön aussieht, wenn er in Cola-Rum gestellt wird. „Daher macht er dass schon seit Jahren und lässt sich auch nicht davon abbringen. Ich selbst glaube aber nicht daran.“

Doch egal ob Wasser oder Cola Rum, der Renner bei Eggert hat das Gardemaß zwischen 1,80 und 2,30 Meter. „Natürlich werden auch kleinere Bäume gekauft, doch im Schnitt haben sie diese Größe.“

Lange nicht alle seine Kunden wollen aber einen bereits geschlagenen und in ein Netz verpackten Baum kaufen. Besonders Familien mit kleinen Kindern seien es, die in die Plantagen gehen, um sich selbst einen Weihnachtsbaum auszusuchen und ekigenhändig zu fällen. Doch auch dabei halten sich nicht alle an die Regeln. Bereits markierte Tannen seien auch schon abgeholzt worden, einmal weil sie den Kindern so gut gefallen hat, berichtet Eggert kopfschüttelnd.

Pro Hektar werden im Schnitt 8000 Jungpflanzen gesetzt, von denen sich aber später nur etwa 45 Prozent als Weihnachtsbaum verkaufen lassen – dann sind die Tannen immerhin zwischen acht und zwölf Jahre alt. Dabei müssen sie die ganze Zeit hindurch betüddelt, sprich gedüngt und vom Bodenbewuchs befreit werden. Auch wenn der Verkauf auf dem Tannenhof in Immenstedt bereits Ende November anläuft, es kommen auch am heutigen 24. Dezember immer noch genügend Leute, denen plötzlich einfällt, dass sie noch einen Baum benötigen. Preisnachlässe am letzten Tag gibt es aber nicht. Das Argument, dass die Bäume nach dem Fest ja nicht mehr benötigt und geschreddert werden, zieht nicht. „Und wenn ihr keinen Baum kauft, dann habt ihr heute Abend keinen Christbaum“, erwidere ich, „und das überzeugt“, sagt Eggert.

Bereits seit Jahren findet bei ihm für die Kunden eine Verlosung statt. Gestern am späten Nachmittag wurden die Gewinner gezogen: Es sind: yahren xccxcxcxcxcxcx xcxcxcxcxxc sfsdfsfsdffsdf fdssdfsdfsdfds xcxcxcxcxcxc.

Und zum Baumkauf gehört auf dem Tannenhof auch ein Punsch, der bei Eggert unter Dach gereicht wird. Dort gibt es nicht nur Heißgetränke, sondern auch etwas für den Magen sowie viele Weihnachtsaccessoires. Und eine Spezialität erhält jeder Baumkäufer obenauf. Er kann sich einen frischen Rot- oder Weißkohl, ganz nach Belieben, aussuchen. Der Immenstdter weiß aber auch, dass nicht jeder, der möchte, einen Baum kaufen kann. Also spendet er jedes Jahr 30 Bäume, unter anderem stehen die echten Eggert-Nordmänner in einigen Kirchen.

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erstellt am 24.Dez.2016 | 10:00 Uhr

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