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Wirtschaftsstandort Nordfriesland : Attraktiv mit deutlichen Abstrichen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordfrieslands Unternehmer fordern mehr Breitband- und bessere Straßen-Verbindungen. Der Wirtschaftsstandort bleibt beliebt.

Die Kreis Nordfriesland ist und bleibt ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Daran führt kein Weg vorbei. Allerdings sehen Unternehmer an der Westküste auch gravierende Defizite und dringenden Handlungsbedarf. Laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg bewertet die regionale Wirtschaft des Kreises Nordfriesland ihren Standort durchschnittlich mit der annehmbaren Note 2,8. Das Ergebnis hat sich seit der letzten Befragung aus dem Jahr 2011 (2,5) aber spürbar verschlechtert.

Insgesamt hatte die IHK Ende vergangenen Jahres mehr als 1000 Unternehmer in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen und der Stadt Flensburg detailliert nach der Zufriedenheit mit ihren jeweiligen Standortfaktoren befragt. Das Ergebnis der Auswertung für Nordfriesland legte die IHK erst jetzt vor. Danach haben sich die regionalen Rahmenbedingungen am Unternehmensstandort aus Sicht der Befragten in den vergangenen Jahren eher verschlechtert als verbessert. Gut ein Viertel der Unternehmer sieht eine negative, nur jeder achte eine positive Entwicklung. Dennoch sind die meisten mit dem Standort-Image der Region insgesamt weiterhin zufrieden oder sogar sehr zufrieden.

Nicht überraschend hadern fast zwei Drittel aller Befragten mit der Infrastruktur, die insgesamt als „wichtigste Zukunftspriorität“ eingestuft wird: Bedarf wird vor allem bei schnellen Breitband-Verbindungen gesehen, deren Ausbau vielen Gewerbetreibenden nicht zügig genug vorankommt. Der zweite Knackpunkt ist die überregionale Erreichbarkeit auf Straßen. So wartet die Wirtschaft mittlerweile schon Jahrzehnte darauf, dass es endlich vorangeht mit dem Ausbau der Bundesstraße 5 als zentraler Verkehrs- und damit Lebensader an der Westküste.

Sorgen bereitet vielen außerdem der zunehmende Mangel an Fachkräften, gerade in ländlichen Regionen. Während Gewerbetreibende eine Lanze für die duale Ausbildung brechen, klagen sehr viele über Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren und den schleppenden Abbau von Verwaltungsauflagen.

Dennoch bleiben Nordfrieslands Unternehmer standorttreu: Auf die IHK-Frage nach einer geplanten Verlagerung des Betriebes oder Teilen davon innerhalb der nächsten zwei Jahre antworteten 85 Prozent mit Nein. Sechs Unternehmen erwägen eine Betriebsverlegung innerhalb der Region, und nur vier planen einen Ortswechsel innerhalb Deutschlands oder gar ins Ausland.

„Gemeinsam mit der Wirtschaft muss die Politik und die dazugehörige Verwaltung an der Standortattraktivität arbeiten. Auch wenn wir in vielen Punkten auf einem guten Weg sind, so holt uns der Ausbau der Infrastruktur wieder auf den Boden der Tatsachen“, erklärt IHK-Vizepräsident Andreas Eichler angesichts der Umfrageergebnisse.

„Die Rahmenbedingungen im Kreis Nordfriesland sind positiv. Dennoch lässt sich ein akuter Handlungsbedarf für die Landesregierung erkennen. Vor allem der Ausbau einer leistungsfähigen Daten-Infrastruktur und der Ausbau des Straßenverkehrsnetzes sind für unsere Unternehmen von existenzieller Bedeutung“, betont Stefan Sievers, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Nordfriesland. Zudem müsse es gelingen, die produzierte Energie in effizienter Weise auch regional nutzbar zu machen. „Nur so bleibt Nordfriesland als Wirtschaftsstandort attraktiv“, so Sievers.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 14:30 Uhr

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