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St. Peter-Ording : Arbeiten, wo andere Urlaub machen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Tourismus-Zentrale von St. Peter-Ording hält den Strand rund ums Jahr in Schuss. Alles okay, hieß es jetzt bei der Abnahme vor der Saison. Die Bauarbeiten sind im Plan.

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erstellt am 02.Jun.2015 | 16:30 Uhr

Fleißige Hände finden nie ein Ende oder ist man hinten fertig, fängt man vorne wieder an – beides beschreibt die Unterhaltungsarbeiten, die am riesigen Strand von St. Peter-Ording im Jahreslauf anfallen, treffend. Die 18 Mitarbeiter vom Bauhof der Tourismus-Zentrale sorgen dafür, dass alles sauber und in Ordnung ist – vom kleinsten Mülleimer bis hin zum großen Pfahlbau, vom Frühjahr an werden sie dabei von knapp 50 weiteren TZ-Strandmitarbeitern unterstützt. Das jetzt, bevor die Saison richtig losgeht, alles in Ordnung ist, davon überzeugten sich gemeinsam mit der Tourismus-Zentrale, allen voran der technische Leiter Nils Koch und die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff, die Betriebsärztin Christiane Kaden, Björn Gabriel, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Matthias Widderich, Amt Eiderstedt, und Michael Jacobs vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning.

Da wird überprüft, ob die Erste-Hilfe-Kästen und Rucksäcke in den fünf Badeaufsichten vorhanden und vollständig, ob alle Hinweis- und Warnschilder richtig angebracht oder ob die Bürostühle in den Räumen der Badeaufsicht in Ordnung sind. So bemängelt Björn Gabriel, dass in Ording-Nord an einem Stuhl zwei Rollen fehlen. Doch im großen und ganzen sind die Sicherheitsexperten zufrieden, in der Nachbesprechung beim gemeinsamen Mittagessen, diesmal in der Strandbar, werden jedenfalls keine Mängel angesprochen.

Wie viel an dem riesigen Strand zu tun ist, das macht Jürgen Reimers, Leiter des Bauhofs, deutlich. Er weiß, wovon er spricht, arbeitet er doch schon seit 24 Jahren für die TZ. Allein das Gelände sauber zu halten, ist eine gigantische Aufgabe: Auf rund 40 Quadratkilometer Vorland und Strand sammelt sich schnell viel Müll an, der zum größten Teil von der Nordsee angespült wird. „Das ist aber deutlich weniger geworden, seit dem in England nicht mehr so viel Müll im Meer landet“, so Reimers. Zwei Mal im Jahr startet die TZ jetzt große Sammelaktionen. „Den Strand selbst reinigen wir im Sommer regelmäßig mit einem Spezialgerät, mit dem wir den Sand durchsieben“, erläutert er weiter. Das fördert dann Plastik, Kronkorken und allerlei anderen Kleinkram, den Badegäste am Strand liegen lassen, zu Tage. Bei den eher herbstlichen Temperaturen in diesem Frühjahr tummeln sich im Sand allerdings nur wenige Wettererprobte, die meisten ziehen einen Spaziergang vor. Kitesurfer sind auch schon einige vor Ort, und manche nutzen die windige Bedingungen, um Drachen steigen zu lassen. Am meisten los ist an den Badestellen Ording-Nord, Ording und Bad.

Aber Jürgen Reimers und seine Mannschaft haben sich noch um eine Menge mehr zu kümmern: Es müssen 1200 Strandkörbe im Frühjahr verteilt und im Herbst wieder hereingeholt werden, elf Spielplätze mit 97 Geräten sowie 557 Sitzbänke und rund 400 Mülleimer kontrolliert werden. Dazu müssen 32 Holzpodeste (für Strandkörbe, Rettungsdienst und Surfschule), 5000 Quadratmeter Holzbeläge für Podeste und Stege, 4000 Pfähle, 54 Treppen über die Deiche und zu den Pfahlbauten, 1500 Schilder, drei Aussichtsplattformen, acht Ortstoiletten, 49 Hundetoiletten, die knapp einen Kilometer lange Badbrücke und die sieben großen Holzstege, die jeweils 700 Meter lang sind, im Auge behalten werden. Und fast alles wird im Herbst wieder abgebaut und vor den Winterstürmen in Sicherheit gebracht. „Eigentlich bleiben nur die Pfahlbauten am Strand stehen. Alles andere, was vom Wellengang zerschlagen werden könnte, holen wir rein“, so Reimers. Außerdem halten die Bauhofmitarbeiter auch die Wege im Dünenwald in Böhl und am Südstrand in Ordnung. „Bei so einer Strandübernahme wird einmal deutlich, wofür unsere Gäste die Kurtaxe bezahlen“, betont Constanze Höfinghoff.

Derweil begutachtet Michael Jacobs vom WSA die weißen Bojen, die an den fünf bewachten Strandabschnitten die Badebereiche kennzeichnen, damit sich Wassersportler und Schwimmer nicht in die Quere kommen, aber auch damit Badende nicht zu weit hinausschwimmen. Die Badeaufsichten sind vom 1. Juni bis zum 15. September durchgehend von morgens bis abends besetzt. Bei der TZ arbeiten sieben Badestellen-Leiter. Im Sommer werden sie von bis zu 20 ehrenamtlichen Rettungsschwimmern unterstützt. Sie haben nicht nur die Badenden im Blick, sondern auch Hundebesitzer. „Mit Abstand die meisten Beschwerden haben wir, weil die ihre Lieblinge nicht anleinen“, sagt Johannes Mahnsen, Leiter Strände, der dort auch für die Sicherheit zuständig ist. Dann gibt es auch schon mal über Lautsprecher eine entsprechende nachdrückliche Bitte an die Hundfreunde.

Nils Koch ist insgesamt zufrieden: Die Arbeiten an den Überfahrten im Dorf, Böhl und Ording sind schon fertig oder im Zeitplan. Die Stege am FKK-Strand in Ording sind ersetzt. Kopfzerbrechen bereitet ihm das neue Mehrzweckgebäude für Ording. Darin sollen die Badeaufsicht und die Sanitäranlagen untergebracht werden – und das alles barrierefrei. Doch noch ist es im Planungsstadium. Die Arbeit am Strand nimmt eben niemals ein Ende.

 

 

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