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Dienst an der Truppe : Arbeit für 8300 militärische Kunden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Husum managt mit seinen 750 Mitarbeitern Personal und Liegenschaften in halb Schleswig-Holstein. Immer mehr Bereiche kamen in den vergangenen Jahren hinzu.

Regierungsoberamtsrat Wolfgang Schlieker ist Herr über ein Riesenreich: „Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Husum ist nicht nur das nördlichste in Deutschland, sondern auch das größte in Schleswig-Holstein – wir betreuen fast alle Dienststellen nördlich des Kanals.“ Mehr als 8300 Soldaten und Zivilangehörige der Bundeswehr verlassen sich auf die Arbeit des Zentrums mit Hauptsitz in der Industriestraße 15. Dort wird gerade mächtig gebaut: „Der Verwaltungsblock wird erweitert, um Mitarbeiter aufnehmen zu können, die derzeit noch ausgelagert sind – und um die Kollegen zu beherbergen, die durch die Zentralisierung der vergangenen Jahre neu hinzu kamen.“

Es gibt viel zu tun für die 750 Mitarbeiter, die für das Management von Personal und Liegenschaften der Bundeswehr sowie für Finanzen und interne Dienste zuständig sind. Sie beraten und betreuen in dienst-, sozial- und versorgungsrechtlichen Angelegenheiten, helfen bei der Wohnungssuche und buchen Tickets und Unterkünfte bei Dienstreisen. Für Zivilangestellte nehmen sie zusätzlich Arbeitgeberfunktionen wahr. Sie verwalten und bewirtschaften die militärischen Anlagen, sorgen für deren Erhalt und stellen die Versorgung mit Verbrauchsgütern sicher. Und die Verträge über Reparaturen und Dienstleistungen laufen ebenfalls über ihre Schreibtische.

Dabei haben die Umstrukturierungen der Bundeswehr für die Angehörigen dieser Dienststelle ein Wechselbad der Gefühle bereit gehalten. Denn nur ein gutes Jahrzehnt, nachdem die damalige Standortverwaltung Husum in einen 13 Millionen Mark teuren Neubau gezogen war, wurde im November 2004 deren Auflösung verkündet. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger, und so blieb die Standortverwaltung als Bundeswehr-Dienstleistungszentrum am Ende nicht nur erhalten, sondern vergrößerte sich in der Folgezeit auch ständig.

„Mit der Umbenennung wurden Anfang 2007 zugleich die Aufgaben der aufgelösten Standortverwaltung Leck übernommen – damit waren wir schon mal für den gesamten Kreis Nordfriesland zuständig“, erinnert sich Schlieker, der die Leitung der Dienststelle im Dezember 2005 übernommen hatte. Mehr als 5100 militärische und zivile Bundeswehrangehörige gehörten damit 2007 zu deren Betreuungsbereich, eine Zahl, die sich in den folgenden zwei Jahren noch um knapp 700 Köpfe erhöhte.

Der nächste Schub kam im Januar 2014: „Da wurde auch der Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg in unseren Bereich aufgesogen, da das dortige Bundeswehr-Dienstleistungszentrum den Streichungen zum Opfer fiel.“ Wie Anfang dieses Jahres das in Itzehoe. „Dessen Aufgaben wurden verteilt und uns der Dithmarscher Raum zugeschlagen“, so Schlieker.

Auch als Ausbildungsbetrieb ist das Zentrum eine Hausnummer: Junge Leute können in dessen Einrichtungen zum Elektroniker, Tischler, Maler und Lackierer, Sanitär- und Heizungs-Anlagentechniker sowie Industriemechaniker geschult werden oder auch das Verwaltungsfach erlernen. Nächstes Jahr soll noch die Fachausbildung für Bäderbetriebe dazu kommen. Und für die angehenden medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten der Sanitätsversorgungszentren im Bereich sowie die künftigen Fluggerätemechaniker und System-Elektroniker in den Ausbildungswerkstätten der Bundeswehr in Husum, Leck und Flensburg ist das Dienstleistungszentrum ebenfalls verantwortlich. „Für unsere jährlich rund 70 Ausbildungsplätze gehen 600 bis 1000 Bewerbungen ein“, so Schlieker. „Und um unsere Angebote bekannt zu machen, nehmen wir pro Jahr an etwa 35 Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung teil.“

Kein Wunder also, dass eine Vergrößerung des „Mutterhauses“ in der Storm-Stadt dringend notwendig ist. „Im November 2014 war der erste Spatenstich und in diesem August Richtfest“, erzählt Hardy Zeitz, im Dienstleistungszentrum zuständig für Organisation und Verwaltung. Er ist zuversichtlich, dass der Bau im August 2016 wie geplant fertig ist. Und berichtet, dass die Aufträge für das 1.962.000 Euro teure Bauvorhaben an örtliche Firmen gingen – ein weiterer Hinweis auf die Bedeutung dieser Dienststelle als Wirtschaftsfaktor in der Region.

 

 

 

 

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erstellt am 29.Okt.2015 | 13:00 Uhr

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