Großfeuer-Einsatz in Husum : Anwohner setzte Mehrfamilienhaus mit Unkrautbrenner in Brand

<p>Per Drehleiter versuchten die Feuerwehrleute, an das Feuer zu kommen. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden.</p>

Per Drehleiter versuchten die Feuerwehrleute, an das Feuer zu kommen. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden.

Nach dreistündigen Löscharbeiten steht die Brandursache offenbar fest.

shz.de von
20. August 2018, 10:10 Uhr

Husum | Großalarm in Husum am Montagmorgen um 7.40 Uhr: Über Notruf wurde ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Deichstraße 3 gemeldet. Einsatzleiter Alexander Mumm von der Husumer Feuerwehr vor Ort: „Wir wurden mit dem Stichwort Feuer Y alarmiert – mit der Ergänzung 'Menschenleben in Gefahr, eine Person im Gebäude vermisst'“.

Die Einsatzkräfte trafen innerhalb weniger Minuten in großer Zahl ein; alle Hausbewohner hatten sich rechtzeitig aus dem Haus retten können und befanden sich außerhalb des Gebäudes. Aus Haupteingang und Anbau drang den Einsatzkräften dichter Rauch entgegen – nur kurze Zeit später entwickelte sich ein Vollbrand mit zunehmender starker Rauchentwicklung.  Auch griff das Feuer schnell auf den Anbau zum Nachbargebäude über – die Einsatzkräfte evakuierten daraufhin rasch sechs Personen aus diesem Gebäude. 

Zusätzlich ließ Einsatzleiter Alex Mumm die Einsatzbereitschaft erhöhen – Feuerwehren aus Hattstedt und Schobüll wurden alarmiert. Schließlich waren 70 Einsatzkräfte vor Ort, die mit zehn Einsatzfahrzeugen angerückt waren. Zudem eilten zwei Rettungswagen des Landkreises und das Notarzteinsatzfahrzeug an die Unglücksstelle – Streifenwagen sperrten die Deichstraße komplett ab. Im weiteren Verlaufe trafen ein Krankentransportwagen des DRK Husum und das nachgeforderte THW ein.

Die Brandursache konnte laut Polizei schnell geklärt werden: Ein Anwohner habe angegeben, mit einem Gasbrenner Unkraut entfernt zu haben. Durch Funkenflug sei der Dachüberstand in Brand geraten, woraufhin das Feuer auf den Dachstuhl übertrat.

Die Löscharbeiten zogen sich über einen längeren Zeitraum hin, dabei kam die Drehleiter zum Einsatz. 20 Atemschutzgeräteträger hatten vollauf zu tun - unter anderem sägten sie mit einer Spezialsäge an mehreren Stellen Löcher in das Dach, weil sich das Feuer in der Zwischendecke ausgebreitet hatte und über den verbindenden Anbau in das Nachbargebäude zog. Die Hausbewohner konnten sich nur mit der Bekleidung am Leibe aus dem Haus retten. Lena (21) und Max (22), deren Wohnung zur Seitenstraße hin liegt, konnten während des Einsatzablaufes zudem einen kleinen 70 Jahre alten Schrank von der Feuerwehr entgegennehmen.  „An dem Teil hänge ich“, sagte der junge Bewohner, „der ist von meiner Großmutter.“

 Ob er nach dem Kontakt mit dem Löschwasser ohne Schäden bleibt, bleibt abzuwarten. Die beiden jungen Hausbewohner werden die nächste Zeit in einer Ferienwohnung verbringen. In ihrer Wohnung wurden sämtliche Scheiben entfernt, um Löscharbeiten vornehmen zu klnnen. Das THW sorgte für eine Notverglasung. Der gesamte Einsatz dauerte drei Stunden; zum Einsatz kamen auch Wärmebildkameras. Feuerwehr-Einsatzleiter Alex Mumm abschließend vor Ort: „Die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Einsatzkräften hat sehr gut geklappt. Wir sind sehr froh, dass niemand verletzt wurde!“

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