Marode Straße in St. Peter-Ording : Anwohner fürchten Kostenlast

Die Böhler Landstraße ist nur noch Flickwerk.
Die Böhler Landstraße ist nur noch Flickwerk.

Eine Anwohner-Initiative will Gespräche mit Gemeinde und Landesbetrieb über Sanierung der Böhler Landstraße aufnehmen. Es gibt auch Kritik an der Informationspolitik.

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25. Juli 2015, 09:30 Uhr

Die Böhler Landstraße in St. Peter-Ording ist 3,2 Kilometer lang und eine wichtige Verkehrsader. Sie ist aber auch ein Sanierungsfall mit ihren Asphaltflicken und Pflastersteinen sowie dem Gehweg, der nur durch eine flache Regenrinne von der Fahrbahn getrennt ist. Autofahrer nutzen diese Gelegenheit gern, um auf den Gehweg auszuweichen. Dass etwas getan werden muss, da sind sich Gemeinde, Anwohner und der Kreis Nordfriesland, der für die Straße zuständig ist, schon lange einig. Seit knapp zehn Jahren ist die Sanierung immer wieder Thema. 2013 sollte es endlich losgehen, dann strich das Land im letzten Moment den Zuschuss. Im Dezember 2014 sprachen sich Gemeinde und Kreis dafür aus, das Projekt ohne das Land in Angriff zu nehmen. Bislang gehen die Verantwortlichen von 5,2 Millionen Euro Kosten aus. 2,8 Millionen Euro würde der Kreis beisteuern, 1,7 Millionen Euro die Gemeinde und 700.000 Euro müssten die Anwohner berappen, hieß im Dezember. Doch das sind Planungszahlen. Die Anwohner sind angesichts ihrer möglichen finanziellen Belastung sehr verunsichert. Das wurde jetzt in einer Versammlung der im Frühjahr gegründeten Initiative „Böhler Landstraße“ deutlich. Sie fragen sich, was tatsächlich auf sie zukommen wird. Und welchen Einfluss sie noch nehmen können, auch auf die bauliche Gestaltung und Abwicklung. Rund 150 Anwohner waren in den Olsdorfer Krug gekommen.

Für Unruhe sorgt ferner, dass Ende August/Anfang September ausgeschrieben werden soll. Dann müssten die Unterlagen ja schon fertig sein, aber warum seien die Anwohner nicht über die Pläne informiert worden, und warum gebe es einen Informationsstopp, obwohl die Gerüchteküche kräftig brodelt, hieß es in der Runde. Die Anwesenden forderten, dass Gemeinde und der für Planung und Ausführung verantwortliche Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Flensburg (LBV) endlich eine Infoversammlung abhalten, bei der sich die Anwohner äußern können. Auf Anfrage hieß es vom LBV, dass noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden soll, die Unterlagen aber noch nicht fertig seien. Von Ende August/Anfang September als Termin könne keine Rede sein. Die Arbeiten könnten dann im Frühjahr beginnen. Die Anwohner hätten aber jederzeit die Möglichkeit den Entwurf beim LBV in Flensburg einzusehen und ihre Hinweise entweder dort oderbeim Amt in Garding vorzutragen.

Angesichts der möglichen Kosten kam aus der Initiative der Vorschlag, ob es nicht reichen würde, die Straße zu asphaltieren und den Gehweg zu erneuern, um Geld zu sparen. Es dürfe schließlich nicht sein, dass Anwohner aus finanziellen Gründen aus ihrem Haus vertrieben werden. Nach Angaben des Kreises müssen sich die Anwohner nicht an der Fahrbahnsanierung beteiligen, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Doch zu Rad- und Gehwegerneuerung sowie Beleuchtung und Abwasser werden sie finanziell herangezogen, da dafür die Gemeinde zuständig ist. Die Details sind in deren Straßenausbau-Beitragssatzung geregelt. Die es sehr wohl gebe, wie Carsten Eritt vom Amtes Eiderstedt betonte. Die Initiative war vom Gegenteil ausgegangen.

Die Initiative will sich nun mit Gemeinde und LBV zusammensetzen, um sich über das Bauprogramm zu informieren und die Anregungen vorzutragen.

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