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Die Weltmeisterschaft im Blick : Antonio rennt und rennt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Südafrikaner trainiert in Nordfriesland für die Leichtathletik-Hallen-Weltmeisterschaften in Polen. Sein großer Traum ist es, die Goldmedaille zu gewinnen. Seine Gastfamilie in Lütjenholm unterstützt ihn, wo sie kann.

Er weiß, was er will – der 26-jährige Südafrikaner Antonio Blom aus Grahamstown. Er rennt nicht mehr um sein Leben wie einst in seiner Kindheit in den düsteren Townships, sondern für sein persönliches Ziel. Er will die Gold-Medaille im Rahmen der. Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften holen. Sie werden vom 7. bis 9. März in der polnischen Stadt Sopot an der Ostsee stattfinden.

Die Erfüllung seines Lebenstraums rückt dank seiner deutschen Freundin Freya Sievertsen aus Lütjenholm immer näher. Die 20-Jährige hatte er in seiner Heimat kennengelernt. Die Nordfriesin leistete dort für ihren Studienplatz Sport freiwillige Dienste in einer Gruppe. „Wir verstanden uns sofort, und so habe ich Antonio mitgebracht, als ich von seinem Traum hörte“, berichtet Freya Sievertsen. Dank ihrer Kontakte zum Bredstedter Turn- und Sportverein (BTSV) – sie spielt dort Fußball – stellte sie Antonio dem Leichtathletik-Trainer Thomas Jensen vor. Der war so begeistert, dass er ihn regelmäßig einmal wöchentlich intensiv trainiert.

„Ich will gewinnen“, sagt Blom selbstbewusst auf Englisch. Deutsch lernt er zurzeit so nebenbei. Doch ganz ohne weitere Hilfe, insbesondere von Sponsoren, wird er nicht auskommen. Das Geld für die Reise, für Sportbekleidung und für weitere Trainer übersteigt seine Budget. „Schön wäre es, wenn mich ein Verein coachen könnte. Ich bin sehr dankbar, dass ich in der Sporthalle Bredstedt trainieren darf“, sagt er. Viele sportliche Erfolge hat der 26-Jährige in seiner Heimat geschafft. Er legte Super-Zeiten bei 60- und 100-Meter-Läufen hin. Mit 16 Jahren gewann er seine erste Bronze-Medaille. Viele weitere folgten, auch in Gold und Silber, unter anderem auch für 400-Meter-Läufe.

Bis zum 25. Februar muss sich Antonio Blom für die WM in Polen qualifizieren. Daher lief er am Wochenende außer Konkurrenz bei einem Rennen in Hamburg mit. Dort wurde die Zeit amtlich und von offizieller Seite abgenommen. Wird Antonio auf seine Vergangenheit angesprochen, winkt er ab. Sein Wahlspruch lautet: „Egal, wie hart das Leben ist, wenn man ein Ziel hat, lohnt es sich, dafür zu kämpfen.“ Seinen Vater kennt er nicht. Seine Mutter war arm und musste sehen, dass sie irgendwie die Familie durchbrachte. Seine große Schwester war Papa-Ersatz. Es herrschte pure Gewalt im Viertel. Jeder kämpfte ums Überleben. Dem Trainer Kamlesh Narshai habe er es zu verdanken, dass seine sportlichen Talente früh entdeckt wurden, erzählt Antonio Blom. Er durfte später eine Privat-Schule, das College und schließlich die Universität besuchen. „Ich laufe seit meinem sechsten Lebensjahr. Ich wollte damals schon nach ganz oben“, strahlt der sympathische Einzelkämpfer.

Begeistert ist Freyas Mutter Carola Sievertsen. „Antonio gehört schon zur Familie. Er hat sich gut eingelebt, und er hat es verdient, unterstützt zu werden“, sagt sie. Bis zum 15. April kann er noch in Deutschland bleiben. Dann läuft sein Visum ab. Antonio kann sich durchaus auch vorstellen, hier zu bleiben. Sein Berufswunsch: Als Sportlehrer oder Coach zu arbeiten. Qualifikationen zum Sport- und Personal-Trainer sowie zum Netzball-Trainer (Rugby) hat er bereits. Er unterrichtete zuletzt an zwei südafrikanischen Privatschulen und an der Universität.

Wer Antonio Blom weiter fördern will, meldet sich bei Carola Sievertsen, E-Mail: carolasievertsen@yahoo.de, Telefon: 04672/7194.



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