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Angst um Klima und Grundwasser : Anti-Fracking-Tag in Dagebüll

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager“ ruft für Sonnabend, 19. Oktober, zum Protest gegen die risikoreiche Fracking-Fördermethode von Öl und Gas auf: Aktionen finden in Dagebüll statt. Unter anderem soll eine Resolution für ein Fracking-Verbot unterschrieben werden.

Für den Welt-Anti-Fracking-Tag ruft auch die Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager“ zum Protest auf. In Dagebüll-Hafen wird von 10 bis 16 Uhr an einem Stand zum Thema informiert; Aktionen sind zwischen 11 und 13 Uhr geplant: Unter anderem tritt der Musiker Marius Del Mestre – ehemals Mitglied der früheren Kultband „Ton Steine Scherben“ – auf.

„Fracking ist die klimaschädlichste Förderung von Öl und Gas, da Wasser, Sand und giftige Chemikalien mit hohem Druck (1500 Bar) in den Boden gepresst werden, um das Gestein aufzubrechen. Dies ist nicht kontrollierbar, so dass Gas oder Öl auch in größeren Mengen in das Grundwasser und in die Atmosphäre gelangen“, sorgt sich Walther Petersen-Andresen. Er ist Mitglied der Bürgerinitiative, die auch gegen diese weltweit umstrittene Methode kämpft, mit der die Industrie die Hoffnung verbindet, in sogenannten nicht konventionellen Stätten, in denen Gas oder Öl fein verteilt in Gesteinsporen lagert, fündig zu werden.

In Nordfriesland hat die Firma Max Streicher GmbH & Co. KG aus Deggendorf die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdgas und Erdöl in einem Gebiet „Rosenkranz Nord“ erhalten. Dieser Name ist irreführend, denn es handelt sich um einen Bereich von der dänischen Grenze bis kurz vor Husum – und auch Teile des Kreises Schleswig-Flensburg sind einbezogen. Eine Aufsuchungserlaubnis berechtigt nicht zu Bohrungen oder gar Fracking-Maßnahmen, sondern ist eine Konzession, um die Konkurrenz auszuschließen.

Für Petersen-Andresen und seine Mitstreiter stellt sich die Frage, wer die Auftraggeber des Maschinenbau-Unternehmens Streicher sind und vermuten, dass es sich um den amerikanischen Konzern Exxon handeln könnte. „Wir werden kein Fracking und keine Verpressung von Kohlendioxid zulassen“, motiviert er die Nordfriesen, am „Global Frackdown Day“ nach Dagebüll zu kommen. „Überall in der Bundesrepublik stehen die Menschen auf gegen die Macht internationaler Konzerne, die hinter Fracking stecken. Deshalb werden wir am 19. Oktober auch Unterschriften für die Korbacher Resolution sammeln.“ Mit dieser werden Bund, Länder und Europäische Union aufgefordert: Fracking zu verbieten, die Energieeffizienz zu verbessern, auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen und das „totalitäre Bergrecht in ein demokratisches“ (Petersen-Andresen) umzuwandeln. Denn das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie („Bergamt“) in Niedersachsen, das auch für Schleswig-Holstein zuständig ist, hat die Macht, ohne politische Akteure und Bürger zu informieren – geschweige denn gefährliche Fördertechniken sowie Natur- und Umweltschutz im Blick zu haben, Firmen die Erlaubnis für die Rohstoffsuche zu erteilen.

Schleswig-Holsteins Landesregierung lehnt das Fracking ebenfalls mit Verweis auf die Risiken ab. Ein Bundesgesetz zu diesem Thema ist bisher nicht verabschiedet worden.

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