Jahresfest der Ökumene : Anpfiff für Gerechtigkeit

Beim „Human-Table-Soccer“: Mitarbeiter aus dem Christian-Jensen-Kolleg und dem Zentrum für Mission und Ökumene als Spieler.
Beim „Human-Table-Soccer“: Mitarbeiter aus dem Christian-Jensen-Kolleg und dem Zentrum für Mission und Ökumene als Spieler.

Das Breklumer Jahresfest der Ökumene im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg stand ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Den roten Faden lieferte das Thema Gerechtigkeit.

shz.de von
27. Juni 2014, 07:00 Uhr

Immer wieder wurde angepfiffen. Zur Eröffnung, zur Andacht, bei den Spielen, sogar zur Predigt im Festgottesdienst war der „Anpfiff für Gerechtigkeit“ zu hören. Der Pfiff auf der kleinen Pfeife mit entsprechendem Aufdruck lud alle Teilnehmer des Jahresfestes der Ökumene in Breklum auch dazu ein. Symbolisch wurde damit deutlich: Jeder kann der Gerechtigkeit Gehör verschaffen und Anstoß geben.

Die Vorlage für das Thema des Jahresfestes lieferte die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Zum einen sind Kirchen des Gastgeberlandes Partner der Nordkirche, zum anderen machten die Nachrichten im Vorfeld des Weltturniers hellhörig: Fußballfreude und FIFA-Gewinne auf Kosten von Gesundheit, Bildung oder Sicherheit der Menschen dieses Landes? Proteste in Brasilien waren in Gewalt umgeschlagen, und die Polizei hatte ebenfalls mit Gewalt aufgeräumt, um saubere Perspektiven für Foto- und Fernsehkameras bieten zu können.

Das Motto des Festes versprach eine gute Mischung zwischen nachdenken, spielen und feiern. Die konnten die an Mission und Ökumene Interessierten am und im Christian-Jensen-Kolleg erleben. Zuvor hatten die Posaunen des Bezirks Nordfriesland-Süd unter der Leitung von Pastor Jan Petersen die Ankommenden „aufgewärmt“, wie es im Programmblatt hieß.

Den inhaltlichen Anstoß gab Professor Dr. Frank Crüsemann. Der Theologe lud ein, durch die Bibel „entlang des roten Fadens Gerechtigkeit zu wandern“ und dabei an zehn Stationen anzuhalten und sich umzuschauen. Bereits am Anfang setze die Bibel das Thema Gerechtigkeit mit der Aussage: Jeder Mensch ist und bleibt Ebenbild Gottes „mit gleichen Rechten und gleicher unverlierbarer Würde“. Doch gleich im Anschluss müsse die Bibel fragen, wie man mit Ungerechtigkeit und dem Zorn darüber umgeht. Der Brudermord zeige: Gewalt ist keine Lösung.

In den Mittelpunkt stellte Crüsemann die Befreiung Israels aus ägyptischer Unterdrückung: „Gott zeigt sich selbst, da wo Befreiung und damit Gerechtigkeit passiert“. Demgegenüber stehe als menschliche Antwort ein Leben nach Gottes Spielregeln, als Regelwerk festgehalten unter anderem in den Zehn Geboten. Die Tora gebe Anleitung, Recht zu sprechen und sozial zu handeln. Nach solchen Spielregeln wurde in Workshops gefragt, ebenso in einem „Weltcafe“. Wer für Regeln verantwortlich ist, war eines der Themen in Gesprächsrunden. Mit an den Tischen saßen Karl Ludwig Gehrmann und Patrick Gregersen, beide Schiedsrichter auf Kreisebene. Für sie entscheidend: die Grundregel „Gemeinsam statt gegeneinander“.

Zwischen dem Hören und Diskutieren wurde gespielt. Propst Jürgen Jessen-Thiesen, der Breklumer Bürgermeister Heinrich Bahnsen sowie der Direktor des Zentrums für Mission und Ökumene, Dr. Klaus Schäfer, versuchten ihr Glück beim Torwandschießen. Andrang herrschte beim Tipp-Kick-Turnier, und als lebendige Spielfiguren im „Human-Table-Soccer“ maßen sich Jensen-Kolleg und Zentrum für Mission und Ökumene. Zum Ausklang gab es Musik der Ashé Band.

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