Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes : „Anpacker“ mit tollem Zusammenhalt

Rund vier Stunden dauerte die Sitzung in St. Peter-Ording – dabei wurde in der Mensa des Nordsee-Internats auch gewählt.
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Rund vier Stunden dauerte die Sitzung in St. Peter-Ording – dabei wurde in der Mensa des Nordsee-Internats auch gewählt.

Bilanz, Ehrungen und Beförderungen – und die Jugendabteilungen verzeichnen erfreulichen Mitglieder-Zuwachs.

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28. März 2017, 12:00 Uhr

1882 Mal sind die 132 Freiwilligen Feuerwehren in Nordfriesland im vergangenen Jahr zur Hilfe gerufen worden – „darunter waren belastende Einsätze bei Verkehrs- und Bahn-Unfällen“. Darauf wies Kreisbrandmeister Christian Albertsen jetzt anlässlich der Hauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Nordsee-Internat in St. Peter-Ording hin. Sämtliche Einsatzabteilungen zählen derzeit 5365 Kameraden – 48 mehr als im Vorjahr. Das Durchschnittsalter beträgt 40,1 Jahre, der Anteil der weiblichen Feuerwehrleute 6,8 Prozent. Albertsen: „3,3 Prozent aller Nordfriesen sind Mitglied in den Wehren.“ Als Indizien dafür, dass es nicht mehr seien, nannte der Kreiswehrführer Wertewandel und Bequemlichkeit: „Erstmal denke ich an mich – und wenn etwas nicht stimmt, dann nehme ich das Handy und drücke 112 und den grünen Hörer!“

In seinem weiteren Jahresbericht zitierte Albertsen einen Ehrenpräsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes: „Die Einsatzlagen werden immer komplexer, die Bevölkerung immer hilfloser – das kann nur mit guter Ausbildung kompensiert werden!“ In Nordfriesland ließen sich 2016 insgesamt 4358 Freiwillige aus- und weiterbilden. Der Kreisbrandmeister dankte allen Arbeitgebern, die ihre Beschäftigten für Einsätze freistellen. „Feuerwehrleute sind ,Anpacker‘ – eine aus meiner Sicht unbezahlbare Eigenschaft, die ich noch nie in einer Stellenausschreibung so gelesen habe“, machte er deutlich. Und weiter: „Warum steht in den kommunalen Stellenausschreibungen nicht der Satz ,Wir erwarten bei Einstellung einen Eintritt in die Feuerwehr‘ mit drin – das käme dann jedenfalls der Tagesverfügbarkeit zugute!“ Der Kreiswehrführer verteilte darüber hinaus Lob in alle Richtungen: „Wir haben tolle Disponenten auf der Leitstelle, im Rettungsdienst, tolle Ärzte im Krankenhaus und tolles Personal auf den Stationen und im Therapiezentrum – alle zusammen mit uns als Feuerwehr, das ist ein wirklich tolles Team für Nordfriesland!“ An den Kreis richtete Albertsen einen Dank: Der Löschzug Gefahrgut (LZG) bekomme eine neue Unterkunft an der Kreisfeuerwehrzentrale in Husum.

Björn Hufsky, Kreisjugendfeuerwehrwart, teilte erfreut mit: „Wir konnten den Zuwachs in unseren 54 Jugendfeuerwehren enorm steigern und zählen jetzt 1321 junge Mitglieder – davon 411 Mädchen und 910 Jungen. Damit liegen wir mit riesigem Abstand vor dem landesweit zweitplatzierten Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 1032 Mitgliedern.“ Es sei gelungen, emotionale Bindungen zu „verkaufen“, Empathie zu vermitteln und eben authentisch zu sein. „Mit der Gründung der Kinderfeuerwehr Archsum konnten wir die erste Kinderfeuerwehr in Nordfriesland begrüßen“ – für Hufsky ein absolutes Novum.

Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen, einer von zahlreichen Ehrengästen (siehe Info-Kasten), die ein paar Grußworte sprachen, unterstrich: „Wir haben ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das ist einmalig – und da beziehe ich Dithmarschen mit ein. Meine Erfahrung zeigt: Gerade auch junge Menschen sind bereit, sich zu engagieren!“

Kreisbrandmeister Albertsen übergab den Pokal für den Gewinner des Westküstenmarsches 2016 (fand in Quickborn-Brickeln/Dithmarschen statt) an die Freiwillige Feuerwehr (FF) Bohmstedt. In seiner Eigenschaft als Kreisfachwart Brandschutzerziehung stellte Hans-Ulrich Proß eine ganz neu entwickelte Dose vor, in der die wichtigsten Unterlagen eines Menschen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Seine Erklärung: „Rettungsdienst und Feuerwehr finden sie dort am ehesten – denn jeder Haushalt hat einen Kühlschrank!“

Zu Beisitzern im Kreisfeuerwehrverband wurden in den geheimen Vorstandswahlen Matthias Trapp (51) aus Garding und der Husumer Eike Wilhelm Reinhardt (38) bestimmt. Das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrehrenkreuz in Silber erhielt Oberbrandmeister Jürgen Löffler für seine langjährige Tätigkeit als Gemeindewehrführer von Arlewatt und „Kreisausbilder Atemschutz“.

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