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Ärger im Bauausschuss : Anlieger vor den Kopf gestoßen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Sachstandsbericht zu den Plänen für die Husumer Feldberg- und Schückingstraße im Bauausschuss fiel aus. Das verärgerte die Bürger, die extra deswegen ins Rathaus gekommen waren. Bleibt es bei den Plänen von Politik und Verwaltung, kommen hohe Kosten auf die Anlieger zu.

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erstellt am 10.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Die Enttäuschung war unübersehbar bei den Bürgern, die extra wegen des Tagesordnungspunktes 5 zur Sitzung des Bauausschusses ins Rathaus gekommen waren: Den geplanten Sachstandsbericht zum Ausbau der Feldberg- und Schückingstraße gab es nicht. „Ich werde zu diesem Thema nur zwei Sätze sagen“, kündigte Ausschuss-Vorsitzender Sven-Thomas Schmidt-Knäbel (CDU) an: „In der zweiten Januar-Woche werden wir dort eine Ortsbesichtigung machen und in der Sitzung am 29. Januar über das Thema beraten und beschließen.“

In diesen beiden Straßen sind umfassende Bauarbeiten geplant, die den Austausch der Gasrohre und einen Neubau der Kanalisation sowie eine Sanierung der dann ohnehin aufgerissenen Fahrbahn umfassen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung kommen hier erhebliche Kosten auf die Anwohner zu (wir berichteten).

Der Gesetzgeber schreibe einen Regenwasserkanal vor, der das Wasser auch bei den immer häufiger auftretenden Starkregenfällen ableiten könne, erläuterte Hans-Christian Hinrichs (SPD) dazu kurz. „Die Kosten der Straßensanierung werden zu 30 Prozent über die Gesamtumlage finanziert und zu 70 Prozent von den Anliegern. Dazu kommen noch die Kosten für die Schächte und Rohre der Kanalisation auf deren Grundstücken selbst.“ Um darüber zu befinden und auch eine Härtefallregelung zu schaffen, brauche der Ausschuss die genaue Kalkulation der Verwaltung – vor der Januar-Sitzung.

„Dürfen die Bürger dazu etwas fragen?“, kam es aus den Reihen der Zuhörerschaft. „Normalerweise schon, heute aber nicht“, beschied Schmidt-Knäbel, woraufhin die Anwohner enttäuscht den Raum verließen. „Bei dem geplanten Vollausbau sind die Anlieger mit bis zu 20 000 Euro pro Grundstück dabei“, sagt Volker Springer von der Arbeitsgemeinschaft Feldbergstraße/Schückingstraße. „Das bedeutet insbesondere für ältere Mitbürger, dass finanzielle Rücklagen für das Alter zweckentfremdet werden müssen.“ Auch junge Familien mit Kindern würden in eine finanzielle Notlage gedrängt. „Einige Anwohner haben sogar schon gesagt, dass sie dann umziehen müssten.“ Das Straßenprofil sei jedoch noch uneingeschränkt standfest: „Wenn also der Bauausschuss beschließen würde, dass der Unterbau belassen wird, verbliebe die Finanzierung bei der Stadt und die Anwohner müssten ,nur‘ die Kosten für den Anschluss an den Regenwasserkanal bezahlen.“ Die lägen immer noch bei 4500 Euro plus der Kosten auf dem eigenen Grundstück. „Wir können nicht nachvollziehen, dass die Politik sich derart gegen die Bürger entscheidet.“ Wie aus dem Haushaltsplan 2014 ersichtlich sei, werde im Übrigen auch für den Süderwungweg und Teile der Klaus-Groth-Straße ein derartiger Vollausbau erwogen. „Unsere Probleme werden also auch sicherlich bei den Anliegern dort Gehör finden“, so Springer.

Die Stimmung besserte sich beim Tagesordnungspunkt 6, der Aussprache zur tags zuvor erfolgten Besichtigung des Alten Rathauses. Hier herrschte seltene Einigkeit – alle lobten das Ergebnis der Sanierung. „Das ist sehr ansprechend geworden“, fasste Dr. Ulf von Hielmcrone zusammen. Und der neue Aufzug habe seine Bewährungsprobe bestanden: „Ich bin da mitgefahren“, so von Hielmcrone unter augenzwinkerndem Hinweis auf die eigenen Körpermaße. Auch Hans Heydtmann (CDU) fand die Sanierung eine „gelungene Sache“: „Gut, dass das Haus nicht in andere Hände gekommen ist.“

Zur Erarbeitung des integrierten Verkehrskonzeptes, das von der Stadt nun in Mobilitätskonzept 2025 umgetauft worden ist, stellte Bauamtsleiter Rudolf Hölscher einen Ablaufplan vor. „Wir wollen eine relativ breite Beteiligung, aber auch ein Gremium, das sich intensiver damit befasst.“ Die Lenkungsgruppe solle bereits im Februar erstmals tagen. „Die eigentliche Arbeitsgruppe beschäftigt sich dann im März und im Mai mit dem Thema, wobei für März auch eine öffentliche Veranstaltung vorgesehen ist.“ Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe würden im Juni von der Lenkungsgruppe freigegeben und die Arbeitsgruppe befasse sich dann im August und im Oktober mit der Feinausplanung, wobei es im Oktober eine zweite öffentliche Veranstaltung geben solle. „Im November nimmt dann die Lenkungsgruppe das Gesamtergebnis ab und es geht als Vorlage in die Ausschüsse.“ Die Gesamtkosten der Planung bezifferte Hölscher auf 70 000 Euro.

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