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Protest im Bauausschuss : Anlieger befürchten hohe Kosten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die geplante Sanierung von zwei Straßen in St. Peter-Ording sorgt für Unruhe. Die Grundstücksbesitzer müssen sich voraussichtlich mit 326.000 Euro beteiligen. Sie fordern, nur den Schmutzwasserkanal zu erneuern.

Das Thema lockte eine große Zahl an Zuhörern in das ehemalige Rathaus von St. Peter-Ording: Um den Ausbau von Gröner Weg und Ostlandstraße ging es in der Sitzung des Bauausschusses. Schließlich sollen die Anlieger an den Kosten für den Neubau der Straße einschließlich der Gehwege nach der Erneuerung der Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle beteiligt werden. Der Bauausschuss hatte sich in seiner Sitzung am 28. Juli einstimmig für die Baumaßnahme entschieden, weil wiederkehrende Verstopfungen im Schmutz- und Versandungen im Regenwasserkanal dies unbedingt erforderlich machen würden. Eine Bürgerbeteiligung mit Erläuterung hatte am 3. September in Form einer Anliegerversammlung stattgefunden.

Es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Vorgang erneut in die Tagesordnung aufgenommen wird. Das machte auch verständlich, warum der Ausschuss-Vorsitzende Bodo Laubenstein vor Eintritt in die Einwohnerfragestunde dazu formalrechtliche Erläuterungen abgab. Als Beauftragter der Anlieger hatte Dr. Erwin Petersen den Ausschussmitgliedern durch das Amt eine Tischvorlage zukommen lassen. Nach der Anliegerversammlung hatte man sich als Betroffene mit der Angelegenheit intensiver befasst. Er hatte danach mit Dirk Hansen vom zuständigen Fachbereich „Bauen und Entwicklung“ des Amtes und mit Bürgermeister Rainer Balsmeier Kontakt aufgenommen. Petersen stellte die Sicht der Anlieger zur Baumaßnahme und ihre „Bauchschmerzen“ wegen der beabsichtigten Kostenbeteiligung dar. „Wir wollen nur die Erneuerung der Schmutzwasserkanalisation“, sagte er. „Das Kanalsystem ist marode. Das ist auch die Ursache für die Straßenschäden.“ Die Kosten für eine Sanierung der Kanalisation werden aber bereits aufgrund der Satzung für die Kanalgebühren von allen Bürgern entrichtet. „Wir wissen, welche rechtlichen Dinge hinsichtlich der Satzung existieren.“ Die Kanalisation könnte in Grabenbauweise kostengünstiger saniert werden. Deswegen sollten aus Sicht der Anlieger für die Berechnung ihrer Beiträge nur die in dieser Bauweise anzusetzenden Kosten gelten. Im Übrigen erwarte man für alle Maßnahmen, dass Sparsamkeit und Verhältnismäßigkeit im Auge behalten werden. Anlieger Hans Bolln ergänzte das. Auch er sah einen Neubau der Straßen aufgrund ihres Zustandes nicht als zwingend erforderlich.

Im Rahmen der Tagesordnung begründete Planer Jörg Gutzke das beabsichtigte Vorgehen mit dem abschließenden Neubau der Straße. Die Gemeinde sei gezwungen, die Hausanschlüsse bis zur Grundstücksgrenze zu erneuern. Ein getrenntes Vorgehen für Schmutz- und Regenwasserkanal mit den Querungen durch die Hausanschlüsse bei Stehenlassen von Teilen der Straße machten die Kosten ähnlich teuer. Von den Gesamtkosten in Höhe von 689.000 Euro sollen 326.000 Euro auf die Anlieger umgelegt werden, so Dirk Hansen vom Amt Eiderstedt.

Man habe Verständnis für die Sicht der Bürger in Sachen Finanzen, aber es sei eben nicht nur eine Kanalsanierung, sagte Laubenstein. „Wir werden in den kommenden Jahren alle unsere Straßen und Kanalwerke anfassen müssen.“ Bürgermeister Balsmeiers Angebot, sich wegen der anteiligen Kosten aufgrund des Beitragsrechtes auch im Sinne der Anlieger mit Planer und Verwaltung zu besprechen, wurde von allen positiv bewertet. In der Abstimmung bestätigte der Ausschuss unverändert den Beschluss vom 28. Juli. Die Ausschreibungen laufen bereits, vorgesehener Baubeginn ist der 24. November.

In seinem Bericht wies Balsmeier darauf hin, dass alle Anlieger seitens des Amtes demnächst auf dem Postwege an die Reinigung der Gräben erinnert werden. Man möge bei Fragen doch bitte den Kontakt mit dem Amt suchen. Weiterhin informierte er zur beabsichtigten Inbetriebnahme des Funkmastes im Ketelskoog seitens der Telekom Mitte Dezember und das Repowering auf der Tatinger Windeignungsfläche (wir berichteten). Ein Antrag der CDU-Fraktion betraf die Verkehrssituation am Neubaugebiet in Wittendün mit Blick auf die Schulwegsicherung und des einzigen Zuganges über die Straße Bövergeest von der Wittendüner Allee aus. Er wird von der Verwaltung aufbereitet und dann im Ausschuss behandelt.

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erstellt am 01.Nov.2014 | 17:00 Uhr

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