Schulung für Migranten : Ankommen und aktiv in der Gesellschaft mitwirken

Übergabe der Zertifikate: Stellvertretender Landrat Carsten F. Sörensen (hinten re.), Referenten, Organisatoren und Teilnehmer feierten die Zertifikatsübergabe.
Foto:
Übergabe der Zertifikate: Stellvertretender Landrat Carsten F. Sörensen (hinten re.), Referenten, Organisatoren und Teilnehmer feierten die Zertifikatsübergabe.

Nach dem Motto „Gesellschaft gemeinsam gestalten“ schulten die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und der Kreis Nordfriesland Migranten aus Nordfriesland über gesellschaftliche und politische Teilhabemöglichkeiten.

shz.de von
02. Januar 2015, 13:15 Uhr

Nach dem Motto „Gesellschaft gemeinsam gestalten“ schulte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Kooperation mit dem Kreis Nordfriesland Migrantinnen und Migranten aus Nordfriesland über gesellschaftliche und politische Teilhabemöglichkeiten. Im Rahmen von elf Veranstaltungen unter der Fragestellung „Wie funktionieren die verschiedenen Systeme in Deutschland und wie kann ich mich daran beteiligen?“ informierten sich die Teilnehmer über das Bildungs- und Gesundheitssystem, das politische System in der Kommune, das Vereinsrecht, Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement.

Den erfolgreichen Besuch der zweimonatigen Schulungreihe würdigte der zweite stellvertretende Landrat, Carsten F. Sörensen, mit der Vergabe von Zertifikaten an die elf Teilnehmer aus Pakistan, der Türkei, dem Iran, Armenien, Russland und dem Irak. „Wir werden Sie vom Kreis aus sehr gerne unterstützen und stehen fraktionsübergreifend zu diesem Projekt“, richtete Sörensen das Wort an die Migranten. Das Projekt trage zur Eingliederung und zum Verständnis bei.

Rund vier Prozent der Einwohner Nordfriesland sind ausländischer Herkunft. „Wir pflegen eine Willkommenskultur und sind schon ziemlich weit fortgeschritten mit der Eingliederung. Sie helfen jetzt durch das, was sie hier gelernt haben, dabei mit“, betonte Sörensen.

Im Detail haben sich die Teilnehmer unter anderem mit Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen und dem Übergang von der Schule in den Beruf sowie dem Einbürgerungsrecht befasst.

Die in Husum, Niebüll und Keitum lebenden Teilnehmer haben nun die Möglichkeit, das erlangte Wissen als Multiplikatoren in ihren Herkunftssprachen an ihre Landsleute weiterzugeben, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, um sich selbst zu informieren, erklärten Eilean Layden und Violetta Seelig-Kiss von der AWO. Dabei werden sie durch Information und Beratung weiterhin bis zum Ende des Projektes im September 2015 von der AWO betreut. „Wir haben hier in Nordfriesland eine kleine, aber sehr engagierte Gruppe“, lobte Layden die Teilnehmer. Peter Martensen, Projektleiter des Nationalen Integrationsplans beim Kreis, hofft, dass die Teilnehmer das erlernte Wissen in „ihrer Community und darüber hinaus“ anwenden. Im Namen der Teilnehmer dankten Selda Çavdar aus der Türkei und Mari Martirosjan aus Armenien den Organisatoren und Referenten: „Wir haben viel gelernt, viel gelacht und nette, fröhliche und angenehme Menschen kennengelernt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert