Breklum : Angst vor einem Träger-Wechsel

Leiten derzeit kommissarisch die Kita: (v. l.) Waltraut Otzen, Catharina Kühnberger und Kristina Ingwersen.
Leiten derzeit kommissarisch die Kita: (v. l.) Waltraut Otzen, Catharina Kühnberger und Kristina Ingwersen.

Eltern fürchten eine Erhöhung der Kita-Gebühren oder eine Änderung des bewährten Konzeptes.

shz.de von
06. Februar 2018, 09:00 Uhr

„Ich hätte mir gewünscht, dass Sie künftige Trägervertreter eingeladen hätten.“ Mit diesem Satz drücke ein Zuhörer in der Einwohnerfragestunde aus, was Mitarbeiterinnen und Elternvertreter der Kommunalen Kindertagesstätte später beim Tagesordnungspunkt „Aussprache über einen eventuellen Trägerwechsel“ zum Ausdruck brachten.

Holger Arff, Vorsitzender des Sozial-, Jugend- und Sportausschusses der Gemeinde Breklum, stellte in der Sitzung klar, dass dem Fachausschuss noch kein klares Statement vorliege. Das würde er gern aus der Sitzung mitnehmen. Zuletzt war es dann eindeutig. Der Empfehlungsbeschluss für die Gemeinde lautete, Vertreter von in Frage kommenden künftigen Trägern einzuladen, damit sie sich im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung mit ihren Zielen und Vorgaben vorstellen können.

Kristina Ingwersen, die mit ihren Kolleginnen Waltraut Otzen und Catharina Kühnberger die Einrichtung mit ihrem 20-köpfigen Team nach dem Weggang der langjährigen Leiterin Brigitte Dethlefsen zum Jahresende 2017 (wir berichteten) kommissarisch leitet, machte keinen Hehl daraus, dass das passgenau zugeschnittene Konzept der Einrichtung sehr gut sei. Eltern und alle Kolleginnen sind zufrieden, so dass für den Fall eines Trägerwechsels gewisse Ängste vorhanden sind. Eltern fürchteten um Erhöhung der Gebühren oder womöglich eine Änderung des Konzeptes, kurzum, dass ihnen irgendetwas übergestülpt werden würde. Die Regionalität und das Persönliche seien von den meisten gewünscht. „Es gibt schon ein wenig Unruhe. Die Eltern wollen Ansprechpartner vor Ort, nicht irgendjemanden außerhalb, was bei größeren Trägern ja durchaus der Fall sein könnte. Sie wollen einfach wissen, was auf sie zukommen würde und was überhaupt Trägerwechsel bedeutet“, so Ingwersen.

„Wir haben alle großen Info-Bedarf, und deshalb sollten wir uns Zeit lassen mit der Entscheidung“, fasste Ausschuss-Mitglied Arno Borchardt zusammen. „Ich denke, damit wird sich die neue Gemeindevertretung befassen müssen“, so der Vorsitzende. Schon länger machen sich die Gemeindevertreter Gedanken über einen Trägerwechsel. Obwohl alles rund läuft, fehlt nach Meinung vieler die Professionalität. Daher würden sie es lieber sehen, die Einrichtung an Profis abzugeben, zumal sie immer mehr wachse und es oft um fachliche Fragen gehe, die ein Laie ohnehin nicht beantworten könne.

In der Sitzung des Gemeinderates im Dezember vorigen Jahres diskutierte die Runde, wie berichtet, abermals kontrovers und hatte das Thema in den Fachausschuss zurückgegeben. Bürgermeister Heinrich Bahnsen hatte sich gegen einen Wechsel des Trägers ausgesprochen, weil er höhere Kosten befürchtete. Auch die hinzugezogene Fachfrau Anja Holthusen vom Forum Sozial aus Kiel hatte dazu geraten, alles so zu belassen, wie es ist. Der Ausschuss-Vorsitzende, Holger Arff, hatte sich grundsätzlich für einen Wechsel ausgesprochen, weil es schon einmal zu einer Fehlentscheidung gekommen sei, als es um die Aufnahme auswärtiger Kinder gegangen sei.

Weiter berichtete Kristina Ingwersen, dass beide Krippengruppen mit insgesamt 20 Kindern belegt sind, ebenfalls die vier Elementargruppen mit jeweils 20 Kindern. Schon für 2019 seien bei ihr sechs Anfragen eingegangen. Sie freue sich, dass es nun auch bald mit dem Anbau losgehe. Zwei Gruppen waren, wie berichtet, in die nahe Grundschule ausgelagert worden, um eine reibungslose Bauphase zu haben. „Wir haben dort ein sehr schönes vorübergehendes Zuhause gefunden“, so Kristina Ingwersen.

Der Ausschuss-Vorsitzende Arff bestätigte, dass die Feinplanung abgeschlossen sei. Die Ausschreibungen werden in den nächsten Tagen erfolgen. Die Stelle für eine neue Leitung ist inzwischen zum zweiten Mal ausgeschrieben worden, weil sich bisher niemand gemeldet hat.

Auch einen Jugendgemeinderat werde man, so Holger Arff weiter, wohl nicht mehr aktivieren können. Die 2016 gewählten Jugendlichen hätten inzwischen aus schulischen oder ausbildungstechnischen Gründen ihre Ämter abgegeben. Diverse Ansprachen in Frage kommender Kandidaten hätten keinen Erfolg gehabt. „Ich glaube, wir brauchen keine Jugendvertretung, weil die Kinder und Jugendlichen sehr gut in den vielen Vereinen des Dorfes integriert sind und sich auch einbringen. Ich rege eine Fragebogen-Aktion an, mit der wir ihre Bedürfnisse einmal abklopfen, und dann können wir weiter sehen“, so Arno Borchardt, auch Vereins-Chef des SV Germania Breklum. Sein Vorschlag traf auf Zustimmung.

Gute Nachrichten hatte Kirsten Heydecke-Friedel, Leiterin des Evangelischen Kindergartens „Hummelhuus“ im Gepäck. Die beiden Gruppen mit je 20 Kindern sowie die Krippengruppe mit zehn sind belegt. Anfragen für das Kindergartenjahr 2018/19 gebe es schon. Sie plane mit ihrem Team sowie Eltern, einen Niedrigseilgarten installieren zu lassen. Die Kosten von 13.500 Euro sind dank engagierter Mitglieder im Förderverein bereits im „Sammeltopf“.






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